"WeberHaus" entwickelt ressourcenschonende Häuser
"Ein Familienunternehmen denkt einfach nachhaltiger"

Zukunftsweisend Mitte der 90er-Jahre: Mit dem "Övolutionshaus" nahm das Thema Nachhaltigkeit bei "WeberHaus" an Fahrt auf. 
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  • Zukunftsweisend Mitte der 90er-Jahre: Mit dem "Övolutionshaus" nahm das Thema Nachhaltigkeit bei "WeberHaus" an Fahrt auf. 
  • hochgeladen von Christina Großheim

Rheinau-Linx (gro). Ressourcen schonen, das Klima nicht weiter verändern, kurz, so zu leben, dass die nachfolgende Generation auch noch eine intakte Umwelt vorfindet, das sind die Ziele der Generation Nachhaltigkeit. Doch nicht nur im Privaten werden Fortschritte gemacht, viele Unternehmen agieren nachhaltig auf dem Markt.

Zu ihnen gehört der Fertighausbauer "WeberHaus" in Rheinau-Linx. "Das Thema Holzhaus war ja schon immer bei uns da", erklärt Klaus-Dieter Schwendemann, Marketingleiter bei dem Rheinauer Unternehmen. "Während der Ölkrise in den 70er-Jahren schaute unser Firmengründer auf die Ölrechnung und stellte fest, seine Häuser müssen weniger stark geheizt werden als konventionelle." Damit rückte das Thema Energiesparen in den Fokus Unternehmers. 

1990 entwickelte dann der Fertighausspezialist im Rahmen eines Forschungsprojektes das erste Niedrigenergiehaus. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut und anderen Unternehmen wurde 1995 das "Övolutionshaus" vorgestellt. "Das brachte einen richtigen Schub in Sachen energetisches Bauen", erläutert Klaus-Dieter Schwendemann. "Unser Unternehmen hat viel Know-how entwickelt. Das beginnt beim ganzheitlichen Umgang mit Baustoffen und endet in den Produktionszyklen." Als Beispiel nennt Schwendemann die neue Außenwand "Övonatur", die innerhalb des Betriebes entwickelt wurde. "Vorher hatten wir noch Styropor in den Außenwänden, seitdem bieten wir eine Fassade ohne ölbasierte Dämmstoffe an." Sehr früh wurde auch das Thema "Lacke und Kleber" unter die Lupe genommen. "Es war uns wichtig, dass diese Lösungsmittel frei sind", so Schwendemann. Von Anfang an hatte der gelernte Zimmermann Hans Weber auf Baumaterial mit Formaldehyd verzichtet. "Aufgrund seines Berufs dachte er langfristiger und qualitätsbewusster", stellt Klaus-Dieter Schwendemann fest. Die für die Fassade eingesetzten OSB-Schichtplatten bestehen aus 100 Prozent Fichtenholz.

"Wenn man nachhaltig denkt, dann steigt auch die Qualität", ist sich Klaus-Dieter Schwendemann sicher. Schließlich gilt es nach seiner Auffassung, die weit verbreitete Wegwerfmentalität zu überwinden. "Wir haben viele Bauherren, die nachhaltig denken", freut sich Schwendemann über die positive Resonanz auf die Grundsätze des Unternehmens. 

Das "Övolutionshaus" markierte auch den Beginn mit dem Umgang von Solartechnik und Photovoltaik. "Im Jahr 2007 wurden bei uns noch zu 90 Prozent Öl- und Gasheizungen in den Häusern eingebaut", zeigt Schwendemann auf. "Im Jahr 2017 haben wir keine einzige Ölheizung mehr verkauft, der Anteil von Gasheizungen liegt bei fünf Prozent, 90 Prozent der Häuser sind mit Wärmepumpen ausgestattet."

Dabei bleibt das Linxer Unternehmen stets am Ball: Heute beschäftigt man sich mit der Hausspeichertechnik, damit der mittels Photovoltaik erzeugte Strom auch zu den Zeiten zur Verfügung steht, wo die Anlagen keinen erzeugen.

Doch nicht nur bei den Häusern spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle. "Wir haben unseren Entsorgungskreislauf geregelt", erklärt Klaus-Dieter Schwendemann. In 21 Reststoffarten wird bei "WeberHaus" getrennt – und das seit gut 25 Jahren. Auf dem Dach der Werkhalle befindet sich eine Photovoltaikanlage. In einem Blockheizkraftwerk werden die anfallenden Holzreste verbrannt. "Wir brauchen in der Produktion relativ wenig Energie", weiß Schwendemann. Bleiben bei der Mineralwolle für die Dämmung Reste, so gehen diese an den Hersteller zurück.

"Unsere Mitarbeiter denken mit", freut sich Schwendemann. So hatte einer die Idee, bei den Herstellern für Wasserspülungen nachzufragen, ob diese nicht ohne weitere Umverpackung auf einer Palette zu haben seien: "Der Hersteller hat den Gedanken aufgenommen, so sparen wir Verpackungsmüll."

Das Familienunternehmen bildet aus und: "Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit in unserem Haus ist hoch", sieht sich Schwendemann auch bei diesem Aspekt bestätigt.

Soviel Engagement bleibt nicht unbelohnt: Bereits 1994 wurde "WeberHaus" mit dem Umweltschutzpreis des Ortenaukreises ausgezeichnet. 1997 erhielt das Unternehmen für den Hausentwurf "Övolution" den Euro-Solar-Preis, der "Goldene Helios" der Energie-Effizienz-Agentur Rhein-Neckar GmbH ging 2007/2008 nach Linx und 2012 war das Unternehmen "PlusEnergie-Preisträger" in "365 Orte im Land der Ideen" in der Kategorie Umwelt. Und das sind nur einige wenige, der zahlreichen Preise.

"Ein Familienunternehmen denkt einfach nachhaltiger", findet Klaus-Dieter Schwendemann. "Man macht es schließlich für die nächste Generation."

Zukunftsweisend Mitte der 90er-Jahre: Mit dem "Övolutionshaus" nahm das Thema Nachhaltigkeit bei "WeberHaus" an Fahrt auf. 
Firmengründer Hans Weber [spreizung][/spreizung][fotovermerk]Fotos: "WeberHaus"[/fotovermerk]
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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