4. Dezember 2017, 18:02 Uhr | 0 | 25 Leser

Workshop im Europa-Park
Nikolaus war Vegetarier

Das Erzbischöfliche Seelsorgeamt veranstaltete in Kooperation mit dem katholischen Bonifatiuswerk und der Kirche im Europa-Park einen Nikolaus-Workshop.
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Das Erzbischöfliche Seelsorgeamt veranstaltete in Kooperation mit dem katholischen Bonifatiuswerk und der Kirche im Europa-Park einen Nikolaus-Workshop. (Foto: Sandra Decoux-Kone)

Rust (sdk). Mit schwerem Gepäck trafen sie am Samstag um 9 Uhr im Europa-Park ein: Es waren keine Hotelbesucher, sondern Teilnehmer des Nikolaus-Workshops, den das Erzbischöfliche Seelsorgeamt in Kooperation mit dem katholischen Bonifatiuswerk und der Kirche im Europa-Park zum zweiten Male veranstaltete. „Der Tag wird die Teilnehmer mit Einblicken in die Gestalt, Botschaft und dem Brauchtum des heiligen Nikolaus bereichern,“ versprach Tobias Aldinger, Referent für das Bonifatiuswerk in der Erzdiözese Freiburg und hielt Wort. Gemeinsam mit dem Schauspieler sowie dem Seelsorger des Europa-Parks, Ulrich Grauwunder und Andreas Wilhelm, gaben sie den 30 Nikolausdarstellern, die aus ganz Baden-Württemberg angereist waren, praktische Übungen für jede Situation an die Hand, wenn diese am 6. Dezember in die Rolle des Nikolaus schlüpfen und in privaten Häusern, Einrichtungen oder Vereinen gleichermaßen Kindern und Erwachsenen eine Freude machen.

Im Gepäck hatten die Teilnehmer ihr gesamtes Nikolaus Equipment. Zu diesem gehören das Gewand, die Mitra, Stola und der Bischofsstab. Nach einer gemeinsamen Prozession zur Parkeröffnung wurden die „Kostüme“ wieder zur Seite gelegt. Aldinger brachte gemeinsam mit Pastoralreferent Christoph Müller den Teilnehmern zunächst viel historisches Wissen und Legenden über den Bischof nahe. So erfuhren die Teilnehmer beispielsweise, dass der spätere Bischof von Myra mit 19 Jahren zum Priester geweiht wurde, sein Erbe unter den Armen verteilte und sich vegetarisch ernährte. Während der Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. Geboren wurde er zwischen 270 und 286 in Patara. Das Sterbedatum war ein 6. Dezember zwischen 326 und 365.

Im Anschluss an diese Information wurden Kleingruppen gebildet, in der die Teilnehmer Szenen und Situationen nachspielten. Zusehends entspannten sich die Teilnehmer und hatten sichtlich Spaß dabei.

Dass der Nikolaus mit seinem dicken Sündenbuch und seinem schwarzen Begleiter Ruprecht Generationen von Kindern Angst und Schrecken eingejagt hat, davon ist man heute zum Glück weggekommen. „Auch ich habe früher die Flucht ergriffen und mich unter dem Tisch versteckt“, gab Wilhelm lachend zu. Im Idealfall singt die Familie beim Einzug des Nikolaus und sorgt für eine entspannte Atmosphäre. Das Kind kann beispielsweise mit Handschlag begrüßt werden und man sollte ihm auf Augenhöhe begegnen, warf ein Teilnehmer ein. Schließlich soll er das Gute vermitteln und kein strafender Nikolaus sein. Er steht für Barmherzigkeit und Güte, soll Mut sowie Glaube vermitteln und Courage zeigen. Diese Botschaft überbringt Heiko Peter Melle aus Albstadt schon seit 25 Jahren auf privaten Familienfeiern und jüngst auch in Kindergärten, Krankenhäusern und Seniorenheime. Wenn er in die Rolle als gütiger Nikolaus schlüpft, möchte er eine Botschaft überbringen und sieht sich nicht nur als reiner Geschenkegeber.

Unter die bunte Truppe von Männern hatten sich auch drei Frauen gemischt – Erzieherinnen eines Kindergartens, die ihr Hintergrundwissen über die Geschichte des heiligen Mannes erweitern wollten. Ob sie am Nikolaus-Tag auch in seine Rolle schlüpfen? Irene Fischer aus Amoltern stellte bisher lediglich im privaten Kreis den Nikolaus dar. „Ich habe heute Dinge erfahren, die ich nicht wusste, obwohl ich schon 30 Jahre Erzieherin bin. Ich habe für die religiöse Erziehung im Kindergarten wertvolle pädagogische Impulse gewonnen und überlege nach diesem Kurs, mich jetzt tatsächlich auch als Nikolaus für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen."

Das macht Dirk Flackus schon seit zehn Jahren, wenn er für die katholische Kirche in Rastatt auf dem Weihnachtsmarkt als Nikolaus auftritt und die Kinder segnet. Er war schon im vergangenen Jahr Teilnehmer des Workshops und schätzt die tolle Stimmung im Kurs: „Ich bekomme immer tolle Inputs, wenn ich mich mit den Leuten hier austausche.“ Dazu gab es auch diesmal in Pausen immer wieder genügend Zeit.

Das Erzbischöfliche Seelsorgeamt veranstaltete in Kooperation mit dem katholischen Bonifatiuswerk und der Kirche im Europa-Park einen Nikolaus-Workshop.
30 Nikolausdarsteller aus ganz Baden-Württemberg erweiterten ihr Wissen beim Workshop im Europa-Park.