Erneuter Fund in Supermarkt
Stecknadel im Suppengrün

Schutterwald. Die Serie um Stecknadelfunde in verpackten Lebensmitteln reißt nicht ab. Diesmal betroffen ist ein Lebensmittelmarkt in Schutterwald. Nachdem eine Kundin am Freitag ihr gekauftes Suppengrün zu Hause auspackte, fiel eine Stecknadel aus dem Verpackung. Sie meldete den Vorfall bei dem betroffenen Markt. Die Nadel lag augenscheinlich lose in der Schale.

Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine näheren Angaben zu den sichergestellten Nadeln gemacht werden. Die Ermittler der Polizei arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung. Zeugenhinweise sind allerdings noch nicht eingegangen.

Seit Mitte Dezember wurden in drei Lebensmittelmärkten im Ortenaukreis mehrere Nadeln in verschiedenen Backwaren, einem Wurstsnack und in frischem Gemüse gefunden. Die Polizei geht derzeit von insgesamt drei Tatzeiträumen aus. Die Stecknadelfunde in Offenburg konzentrieren sich auf einen Zeitraum Mitte Dezember. Die Nadel in einem verpackten Kuchenstück in Kehl dürfte nach bisherigen Erkenntnissen um den Jahreswechsel eingebracht worden sein. Bei dem Fund in Schutterwald lag das Suppengrün erst kurz vor dem Verkauf am Freitag im Regal des Lebensmittelmarktes.

Wie bereits beim Vorfall in Kehl schließen die Ermittlungsbehörden auch im aktuellen Fall in Schutterwald nicht aus, dass es sich um einen Nachahmer handeln könnte. Alle bislang bekannten Fälle werden wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zur Anzeige gebracht. Auch wenn bisher niemand zu Schaden gekommen ist, kommt laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren in Betracht. Zudem dürften dem Täter nicht unerhebliche zivilrechtliche Ansprüche seitens der betroffenen Firmen ins Haus stehen, die für die Sicherheit der Kunden einen hohen Kostenaufwand betreiben.

Die Staatsanwaltschaft Offenburg, das Landratsamt Ortenaukreis sowie das Polizeipräsidium Offenburg treffen derzeit alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung der Straftaten und zum Schutz der Kundinnen und Kunden. Es besteht dabei ein direkter Austausch mit den betroffenen Firmen, welche die Ermittlungsbehörden im vollem Umfang unterstützen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere manipulierte Produkte im Umlauf befinden.

Die eingerichtete Ermittlungsgruppe bittet auch Kunden und Hinweisgeber, sich bei verdächtigen Feststellungen unter der Rufnummer 0781 21-2200 an die Polizei zu wenden.

Autor:

Stefan Schartel aus Offenburg

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