Bis Ende 2028
Umbau der Alexanderschanze zum Südportal des Nationalparks

So soll das Gebäude nach dem Umbau aussehen.  | Foto: Visualisierung: COAST architecture.interior.design
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Bad Peterstal-Griesbach (st) Ein neues Portal für den Nationalpark entsteht derzeit im Süden des Großschutzgebiets mit dem Umbau des ehemaligen Hotels an der Alexanderschanze. „Die Maßnahme hat bereits im Januar dieses Jahres im Kellergeschoss des Gebäudes begonnen – Ende 2028 soll der Umbau abgeschlossen sein“, informiert Heike Heinzelmann, Projektplanerin beim Landesbetrieb Vermögen und Bau in Pforzheim. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude mit langer Geschichte sollen neben der Forschungsabteilung auch ein Ausstellungsraum und eine Infostelle für das Rangerteam sowie eine einfache Wanderunterkunft Platz finden, so der Nationalpark Schwarzwald in einer Pressenotiz.

„Wir freuen uns sehr, dass das Land auf diese Weise ein altes und ungenütztes Gebäude neu belebt und dadurch eine weitere attraktive Anlaufstelle im Nationalpark und ein tolles Eingangstor aus Richtung Freudenstadt errichtet“, sagt Andreas Junt, Landrat von Freudenstadt und Vorsitzender des Nationalparkrats. Auch Marc Förschler, Abteilungsleiter Monitoring und Naturschutzstrategie im Nationalpark, freut sich schon auf den Umzug. „Wir sind sehr froh, dass das Land dieses Gebäude für uns entwickelt – das stärkt Forschung und Flächenmanagement des Nationalparks, und zugleich haben wir die Möglichkeit, an diesem Standort künftig auch für Gäste ansprechbar zu sein oder Veranstaltungen anzubieten“, sagt er.

Neben den beiden Nationalparkzentren am Ruhestein und in Herrenwies sowie der Rangerstation im Tonbachtal wird die Alexanderschanze die vierte Anlaufstelle für Besucher sein, um direkt vor Ort Informationen oder Ausflugstipps zu erhalten. „Das unterstützt uns dabei, auch den gesetzlich verankerten Bildungsauftrag gut zu erfüllen und an mehreren Stellen unseres Nationalparks Angebote schaffen zu können“, sagt Nationalparkleiter Berthold Reichle.

Die Bausubstanz der Immobilie, die seit 2015 dem Land Baden-Württemberg gehört und seit 2001 unter Denkmalschutz steht, habe unter den teils harten Wintern im Nordschwarzwald gelitten, sagt Heike Heinzelmann. 2024 beauftragte der Landesbetrieb ein Stuttgarter Architekturbüro mit der Sanierungsplanung für das Gebäude. Die Kosten der Baumaßnahme werden sich voraussichtlich im mittleren bis oberen einstelligen Millionenbereich bewegen.

Hintergrund

Die ursprünglichen Gebäude der Gaststätte Alexanderschanze wurden in unmittelbarer Nähe zu einer Schanzenanlage am Kniebispass aus dem 17. Jahrhundert errichtet. Diese sicherte die bedeutende Fernstraße zwischen Paris und Wien.

Seit 1887 ist ein Gasthaus an dieser Stelle in der Hand der Familie Gaiser nachgewiesen. Der Vorgängerbau brannte 1911 ab und das heutige Gebäude wurde kurz danach von der Familie Gaiser neu gebaut. Die Alexanderschanze mauserte sich so vom Gasthaus zum Kurhaus. Die 28 Gästezimmer des Neubaus waren, sehr modern für die damalige Zeit, mit fließendem Wasser und elektrischem Licht ausgestattet.

Bereits 1926 wurde das Restaurant erweitert und 1937 die Küche vergrößert. Während des Zweiten Weltkrieges diente das Gebäude der Kinderlandverschickung. In der unmittelbaren Nachkriegszeit litt das Gebäude stark und wurde daraufhin von Lina Gaiser 1948 modernisiert.

Ein weiterer Umbau erfolgte 1952. Der letzte Vertreter der Familie Gaiser, der das Hotel noch als Wanderunterkunft weiterbetrieb, verkaufte die Liegenschaft schließlich 2015 an das Land Baden-Württemberg. Seit 2001 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.
Die Bauarbeiten begannen im Januar 2026 zunächst mit der Sanierung des Kellers. Nach Erhalt der Teilbaufreigabe wurde im Juni 2026 mit dem Rückbau der nachträglichen Anbauten und diverser Einbauten begonnen. Eine volle Baufreigabe steht noch aus.

So soll das Gebäude nach dem Umbau aussehen.  | Foto: Visualisierung: COAST architecture.interior.design
 Sie freuen sich, dass mit dem Umbau des ehemaligen Hotels eine weitere attraktive Anlaufstelle im Nationalpark entsteht (v. l.) Marc Förschler, Abteilungsleiter Monitoring und Naturschutzstrategie im Nationalpark, Christian Lindinger, Amtsleiter bei Vermögen und Bau in Pforzheim, Heike Heinzelmann, Projektplanerin bei Vermögen und Bau in Pforzheim, Berthold Reichle, Nationalparkleiter.  | Foto: Ekaterina Nastah/Nationalpark Schwarzwald
Das ehemalige Hotel Alexanderschanze: Neben Räumen für die Nationalparkverwaltung sollen dort eine Rangerstation und eine einfache Wanderunterkunft entstehen   | Foto: Ekaterina Nastah/Nationalpark Schwarzwald

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