Flexible Betreuungszeiten für Eltern in Willstätt
Kommune lässt sich Kinderbetreuung einiges kosten

Von   links   nach   rechts:   Carina  Schmiederer  (Katholische  Verrechnungsstelle  Offenburg), Anja Milleck (kath. KiGa Krempenbrunnen“, Willstätt), Anke Mäntele (evang. KiGa  „Kinderarche“,  Legelshurst),  Andreas  Eisenmann  (Pfarrer  evang.  Kirchengemeinde Legelshurst), Bärbel Dreher (komm. KiGa „Kindernest“, Sand), Jonas Kessler (komm. KiGa „Villa Kunterbunt“, Hesselhurst), Eli Yacout (Evangelisches Verwaltung- und Serviceamt Offenburg), Andrea Meyer (evang. KiGa „Regenbogen“, Eckartsweier), Andreas Leupolz (Hauptamtsleiter Gemeinde Willstätt), Astrid Wiebe (komm. KiGa „Kindertreff“, Willstätt), Julia  Haas  (komm.  Kiinderkrippe „Zwergenhaus“,  Legelshurst),  Jessica  Wandres  (Gemeinde  Willstätt), Marco Steffens (Bürgermeister) haben die Kindergartenbedarfsplanung auf den Weg gebracht.
  • Von links nach rechts: Carina Schmiederer (Katholische Verrechnungsstelle Offenburg), Anja Milleck (kath. KiGa Krempenbrunnen“, Willstätt), Anke Mäntele (evang. KiGa „Kinderarche“, Legelshurst), Andreas Eisenmann (Pfarrer evang. Kirchengemeinde Legelshurst), Bärbel Dreher (komm. KiGa „Kindernest“, Sand), Jonas Kessler (komm. KiGa „Villa Kunterbunt“, Hesselhurst), Eli Yacout (Evangelisches Verwaltung- und Serviceamt Offenburg), Andrea Meyer (evang. KiGa „Regenbogen“, Eckartsweier), Andreas Leupolz (Hauptamtsleiter Gemeinde Willstätt), Astrid Wiebe (komm. KiGa „Kindertreff“, Willstätt), Julia Haas (komm. Kiinderkrippe „Zwergenhaus“, Legelshurst), Jessica Wandres (Gemeinde Willstätt), Marco Steffens (Bürgermeister) haben die Kindergartenbedarfsplanung auf den Weg gebracht.
  • Foto: Gemeinde Willstätt
  • hochgeladen von Christina Großheim

Willstätt (st). Zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen kamen vor kurzem die Vertreter der im
Bereich Kinderbetreuung in der Gemeinde Willstätt tätigen Institutionen zusammen. Thema des Treffens war die jährliche Bedarfsplanung für das kommende Kindergartenjahr 2018/2019.

Neben den Leiterinnen aller kommunalen und kirchlichen Kindertageseinrichtungen waren auch der Tagesmütterverein sowie Vertreter der kirchlichen Träger und der Verrechnungsstellen eingeladen. Unter Federführung der Gemeinde Willstätt, die durch Bürgermeister Marco Steffens, Hauptamtsleiter Andreas Leupolz und der Sachbearbeiterin für den Kindergartenbereich, Jessica Wandres, vertreten war, fand ein reger Gedankenaustausch statt.

Bürgermeister Steffens bedankte sich bei allen Anwesenden für die geleistete Arbeit. “Jeder Einzelne leistet einen wichtigen Beitrag zu einem familienfreundlichen Willstätt“, betonte Steffens.
Im laufenden Kindergartenjahr 2017/2018 stehen in den sieben Kindertageseinrichtungen der Gesamtgemeinde 475 Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung. Für maximal 134 Kinder unter drei Jahren können U3-Plätze angeboten werden. Davon stehen 50 in Krippengruppen ab dem 1. Lebensjahr und 84 in altersgemischten Gruppen ab zwei Jahren zur Verfügung. Außerdem sind derzeit über den Tagesmütterverein Kehl-Hanauerland e.V. in Willstätt sieben Tagesmütter registriert. Diese können insgesamt 15 Kinder, davon neun Kinder U3, betreuen. Die derzeit vorgeschriebenen Kindergartenplätze für Ein- bis Sechsjährige sind vorhanden.

Hinsichtlich der Betreuungszeiten und Angebote ist man in der Gemeinde Willstätt sehr flexibel aufgestellt. Die Eltern haben die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Betreuungsbausteinen und Formen zu wählen. „Der Bedarf für die Verlängerte Öffnungszeit, die Ganztagesbetreuung und die Betreuung von Kindern unter drei Jahren steigt nachweislich kontinuierlich an, während die Nachfrage nach Regelbetreuungsplätzen rückläufig ist“, informierte Jessica Wandres, bei der Gemeindeverwaltung zuständig für den Bereich Kinder, Jugend, Schulen und ÖPNV. „Dies bringt mit sich, dass immer mehr Kinder in der Einrichtung essen und über Mittag schlafen“, so Wandres. Die steigende Geburtenrate, die Bevölkerungsentwicklung, Zuzüge, neuer Wohnraum, der Rechtsanspruch für Kinder ab dem ersten Lebensjahr und aktuell die Betreuung der in Willstätt untergebrachten Flüchtlingskinder stellen Verwaltung, Gemeinderat und nicht zuletzt die Fachkräfte vor Ort vor neue Herausforderungen. Hierbei wird deutlich, dass die Kinderbetreuung ein vielseitiges, spannendes und abwechslungsreiches Aufgabengebiet ist. Der Großteil aller Kinder kommt heute, bedingt durch den Rechtsanspruch ab dem ersten Lebensjahr und auch durch die Elterngeldregelung nicht mehr erst mit drei Jahren in die Einrichtung, sondern bereits mit zwei Jahren oder einem Jahr. Hierdurch verbleiben die Kinder folglich auch länger in den Einrichtungen. Nicht wie früher für drei Jahre, sondern für vier bis fünf Jahre. Die Kindergartenbedarfsplanung für das kommende Kindergartenjahr 2018/2019 wird dem Gemeinderat in seiner Sitzung am 20. Juni vorgelegt, erörtert und letztlich beschlossen.

Die Gemeinde lässt sich das großzügige Betreuungsangebot einiges kosten. Allein die Personalkosten für die vier kommunalen Kindertageseinrichtungen betragen derzeit rund 2,3 Millionen Euro im Jahr. Hinzu kommen noch die Sach- und Verwaltungskosten sowie die Unterhaltung der Gebäude mit insgesamt 389.000 Euro. Nur ein Teil dieser Kosten, nämlich 13%, wird durch die Kindergartengebühren gedeckt. Außerdem finanziert die Gemeinde die Betriebsaufwendungen (Personal- und Sachaufwand sowie Verwaltungskosten) der drei kirchlichen Einrichtungen in Willstätt, Eckartsweier und Legelshurst mit Zuschüssen von ungefähr 90 Prozent. Aktuell sind dies rund 490.000 Euro. Auch bei Baumaßnahmen und Investitionen in die in kirchlichem Eigentum befindlichen Gebäude beteiligt sich die Gemeinde mit 80 Prozent. Angesichts der unterschiedlichen Herausforderungen wird sich das gemeindliche Engagement in diesem Bereich noch weiter ausweiten. Insgesamt gibt die Gemeinde somit für die Kinderbetreuung jährlich rund 3,4 Millionen Euro aus.

Die noch andauernde Erweiterung des Kindergartens „Kindertreff“ in Willstätt (Fertigstellung im Spätjahr) schlägt mit Baukosten in Höhe von rund 700.000 Euro  zu Buche. Hierfür können Fördermittel des Bundes für zusätzliche Betreuungsplätze in Höhe von 140.000 Euro eingesetzt werden. Weiter stehen im Haushalt 2018 Mittel, zunächst nur für die Planung, von möglichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen im Kindergarten „Kindernest“ in Sand zur Verfügung.

Infobroschüre „Kinder und Jugend in Willstätt“: Die Broschüre „Kinder und Jugend in Willstätt“ ermöglicht einen umfassenden und aktuellen Überblick über die bestehenden Einrichtungen und Angebote in der Gemeinde Willstätt. Damit sollen lange Wege und eine zeitaufwändige Suche nach geeigneten Betreuungsmöglichkeiten erspart werden. Die Broschüre erhalten die Bürger  zur Mitnahme in allen Rathäusern und als Download auf der Homepage der Gemeinde Willstätt unter www.willstaett.de.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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