VfL Wolfsburg – SC Sand 2:1 – Starensemble des VfL musste lange zittern
Sander Frauen schrammten knapp an der Sensation vorbei

Sands Claire Savin (rechts) mit Wolfsburgs Tessa Wullaert beim Pokalendspiel im Kampf um den Ball
  • Sands Claire Savin (rechts) mit Wolfsburgs Tessa Wullaert beim Pokalendspiel im Kampf um den Ball
  • Foto: Foto: Marcel Kusch/dpa
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Köln. Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihre Saison mit dem Gewinn des Doubles gekrönt. Die deutschen Meisterinnen bezwangen im DFB-Pokalfinale wie im Vorjahr den Außenseiter SC Sand in einem umkämpften Duell mit 2:1 (0:0) und machten den Cup-Hattrick perfekt.

Matchwinnerin war die Dänin Pernille Harder mit ihrem Doppelpack (65./75.). Den Anschlusstreffer erzielte Jovana Damnjanovic (78.), als Wolfsburg nach einem Platzverweis gegen Alexandra Popp (77.) in Unterzahl agierte. In der Nachspielzeit sah Wolfsburgs Sara Björk Gunnarsdottir die Gelb-Rote Karte (90.+5). Mit dem vierten Pokal-Triumph seit 2013 bescherten die "Wölfinnen" ihrem Trainer Ralf Kellermann das perfekte Abschiedsgeschenk. Nach neun Jahren Doppelfunktion und neun Titeln in den vergangenen fünf Jahren konzentriert sich der 48-Jährige nun auf den Job als Sportlicher Leiter der VfL-Frauen.

Vor 17.016 Zuschauern war im ersten Durchgang kaum ein Klassenunterschied zwischen dem zweimaligen Champions-League-Sieger und dem Achten der abgelaufenen Bundesliga-Saison auszumachen. Der Klub aus dem südbadischen 2.000-Einwohner-Dorf ließ defensiv wenig zu und setzte nach vorne, auch begünstigt durch Wolfsburger Ballverluste, erste Nadelstiche. Zu statisch, zu unpräzise, zu ideenlos: Das internationale VfL-Starensemble brachte im Aufbauspiel zunächst kaum etwas Zielführendes zustande. Ein Schuss von Harder (25.), den Sands Torfrau Carina Schlüter entschärfte, war die beste Torchance der VfL-Damen vor der Halbzeitpause. Auf der Gegenseite vergaben Verena Aschauer (17.) und Laura Feiersinger (45.), Tochter des früheren österreichischen Nationalspielers Wolfgang Feiersinger, ihre Gelegenheiten zur Sander Führung.

Da Linksverteidigerin Isabel Kerschowski ihre liebe Mühe mit Sands schneller Stürmerin Damnjanovic hatte, wechselte Kellermann zur zweiten Hälfte Noelle Maritz für die Olympiasiegerin ein. Wolfsburg erhöhte bei hochsommerlichen Temperaturen den Druck und kam häufiger vors Tor, Sand stand tief, wehrte sich tapfer und lauerte auf Konter.

Mit einer Standardsituation brach der VfL den Bann: Nach einem Eckstoß von Wirbelwind Caroline Hansen köpfte die im Winter verpflichtete Harder ein. Den zweiten Treffer bereitete Popp per Flanke vor, kurz danach wurde die Nationalstürmerin wegen unsportlichen Verhaltens von Schiedsrichterin Ines Appelmann des Feldes verwiesen.

Auch wenn es für die Sander Frauen wieder nicht gereicht hat: ein weiterer großer Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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