Glasfaserausbau in Wolfach
Breitband Ortenau übernimmt in Kirnbach
- Der Glasfaserausbau geht voran.
- Foto: Symbolfoto: gro
- hochgeladen von Matthias Kerber
Wolfach (st) Der Glasfaserausbau in Wolfach geht in die nächste Etappe: Nachdem das Telekommunikationsunternehmen Unsere Grüne Glasfaser (UGG) den eigenwirtschaftlichen Ausbau in Teilen des Ortsteils Kirnbach zurückgezogen hat, soll die Breitband Ortenau GmbH & Co. KG die dort verbliebenen Versorgungslücken im Rahmen des staatlich geförderten Ausbaus schließen. Dafür sollen die betroffenen sowie weitere förderfähige Adressen über einen Änderungsantrag in den bestehenden Förderbescheid aufgenommen werden. Insgesamt sollen so 137 zusätzliche Gebäude in Kirnbach einen Glasfaseranschluss erhalten. Über den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus sowie die weiteren Planungen informierte die den Ausbau koordinierende Breitband Ortenau den Gemeinderat am Mittwoch, heißt es in einer Pressemitteilung.
Wie in vielen Kommunen der Ortenau setzt auch Wolfach auf das hybride Ausbaumodell. Während die UGG die dichter besiedelten Ortslagen eigenwirtschaftlich erschließt, übernimmt die Breitband Ortenau den geförderten Ausbau in den unterversorgten Außenbereichen.
Bereits weit fortgeschritten ist die erste geförderte Ausbauphase. In Ippichen einschließlich Heubach werden derzeit 98 Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen. Parallel errichtet die Breitband Ortenau die Backbone-Anbindung nach Wolfach. Die Arbeiten werden durch die Firma INSYTE ausgeführt und sollen bis September 2026 abgeschlossen sein. Lediglich für eine Bahnquerung steht noch die abschließende Genehmigung aus; gleichzeitig wird derzeit die Kinzigquerung umgesetzt. Insgesamt entstehen dabei rund 15,6 Kilometer Backbone durch die Firma INSYTE sowie weitere 29,8 Kilometer Glasfasertrasse durch die Firma Strabag in den Außenbereichen.
Schließen letzter Versorgungslücken
„Mit dem geförderten Ausbau können wir auch die Gebäude erschließen, die nach dem Rückzug des eigenwirtschaftlichen Ausbaus zunächst ohne Perspektive geblieben wären“, sagt Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau. „So schließen wir die letzten Versorgungslücken und kommen unserem Ziel einer möglichst flächendeckenden Glasfaserversorgung in Wolfach einen wichtigen Schritt näher.“
Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass nach Abschluss der Ausschreibung und Vergabe der Netzbau im zweiten Quartal 2027 beginnen soll. Eine Bürgerinformationsveranstaltung gemeinsam mit dem künftigen Netzbetreiber ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Die Bereitstellung der Telekommunikationsdienste ist ab dem vierten Quartal 2028 geplant.
Das Investitionsvolumen für den Ergänzungsausbau beträgt rund 1,04 Millionen Euro. Bund und Land Baden-Württemberg übernehmen rund 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die Stadt Wolfach verbleibt ein Eigenanteil von rund 193.000 Euro, der langfristig über die Pachteinnahmen refinanziert werden soll.
Auch der eigenwirtschaftliche Ausbau durch Unsere Grüne Glasfaser (UGG) geht weiter voran. Rund 60 Prozent des Ortsnetzes sowie etwa 600 Hausanschlüsse sind bereits fertiggestellt. Die Inbetriebnahme des Netzes ist nach Fertigstellung der Backbone-Anbindung vorgesehen. Der Abschluss des Glasfaserausbaus ist derzeit für Mitte 2027 geplant.
Der Glasfaserausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 121.200 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ziel ist es, durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau eine möglichst flächendeckende Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur zu erreichen. Der Ausbau in der Ortenau macht gute Fortschritte: Die sogenannte Homes-Passed-Quote liegt bereits bei 52 Prozent. Das bedeutet, dass bei mehr als der Hälfte aller Gebäude das Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt und ein Anschluss ans Netz technisch kurzfristig möglich wäre. Bis 2027 soll eine Homes-Passed-Quote von 70 Prozent erreicht werden, der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.



Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.