Hahn und Henne
Handgefertigte Kulttassen werden wieder produziert

Von links: Hauptamtsleiter Ulrich Reich, vom Stadtmarketing Evelyn Huber und Silke Vosbein, Bürgermeister Günter Pfundstein und Ruth Rebstock, Allgäuer Keramik  | Foto: ag
  • Von links: Hauptamtsleiter Ulrich Reich, vom Stadtmarketing Evelyn Huber und Silke Vosbein, Bürgermeister Günter Pfundstein und Ruth Rebstock, Allgäuer Keramik
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Zell am Harmersbach (ag) "Hahn und Henne sind wieder zurück", so die frohe Botschaft von Bürgermeister Günter Pfundstein am heutigen Dienstag im Rathaus. Am Freitag, 24. Juli, startet der Verkauf der Kulttassen. Es gibt sie bei zehn Verkaufsstellen in Zell am Harmersbach, darunter bei der Tourist Info.
Nachdem sich beim Insolvenzverfahren kein privater Investor fand, sprang im Februar 2024 die Stadt Zell am Harmersbach selbst ein.
Die Stadt kaufte die Marken- und Nutzungsrechte sowie große Teile der Insolvenzmasse und die Betriebsausstattung. „Mit dem Erwerb der Markenrechte haben wir als Stadt Zell am Harmersbach Verantwortung für unser historisches Erbe übernommen. Dass 'Hahn und Henne' nun rechtzeitig zu den Sommerferien wieder in Handarbeit produziert wird, ist ein riesiger Gewinn für unsere Stadt, den Tourismus und die gesamte Region. Diese Entwicklung beruht auch auf der Entscheidung des Gemeinderats, wofür wir uns ausdrücklich bedanken“, betonte Günter Pfundstein.

Partner Allgäuer Keramik Hans Rebstock

Gegründet wurde die Zeller Keramik 1794. Das Hahn-und-Henne-Dekor wurde von Karl Schöner 1898 zur Geburt seiner Tochter
Paula entworfen. "Und es trat", so Bürgermeister Pfundstein, "seinen Siegeszug durch die Welt an. Man sieht es auf allen Kontinenten." Umso bedauerlicher war das Produktions-Aus aufgrund der Insolvenz. Doch dann wurde mit der Allgäuer Keramik Hans Rebstock GmbH & Co. KG eine ebenfalls traditionsreiche Manufaktur als Partner in Deutschland gefunden, die die Fertigung in Lizenz übernahm. Sie wurde 1923 in Altstädten bei Sonthofen von Ruth Rebstocks Großvater gegründet. "Es ist uns eine Ehre, dieses traditionsreiche Dekor weiterzuführen", sagte die Enkelin in der Pressekonferenz. "Wir sind glücklich über die Zusammenarbeit mit der Stadt Zell am Harmersbach. Die Zusammenarbeit mit den Fachkräften der ehemaligen Zeller-Keramik-Produktion ist dabei Gold wert, auch um die gewohnte Spitzenqualität der Handarbeit zu garantieren.“ So war beispielsweise Erika Börsig, die bereits 1972 bei der Zeller Keramik ihre Ausbildung machte, ins Allgäu gereist, um ihr Know-how weiterzugeben. 
Bislang gab es über 720 Bestellungen. Als Ziel nannte Ruth Rebstock: "Wir wollen 200 bis 300 Tassen pro Woche machen können." Da es sich um reine Handarbeit handelt, ist die Fertigung verhältnismäßig aufwendig.
Obwohl es zunächst nur Kaffeetassen geben wird, sind sich alle Beteiligten einig: Bei entsprechender Nachfrage wird es dabei nicht bleiben. "Da wird noch einiges kommen", versprach Evelyn Huber vom Stadtmarketing.

Machbarkeitsstudie

Pläne gibt es ebenfalls für die ehemalige Produktionsstätte am Ortseingang. Im September soll laut Pfundstein eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Er könne sich eine teils private, teils öffentliche Nutzung vorstellen. Ob vielleicht eine kleine Schauproduktion eingerichtet werden könne, hänge auch davon ab, ob geeignete ehrenamtliche Helfer gefunden werden.

Hör-Erlebnistour

Ein anderes Freizeitangebot wird dagegen schon pünktlich zu den Sommerferien starten. Auf der kostenlosen Hör-Erlebnistour "Auf den Spuren von Hahn und Henne" können sowohl Erwachsene als auch Kinder an vier Stationen in die Geschichte der Zeller Keramik eintauchen. Über die QR-Codes auf den Informationstafeln, zum Beispiel beim Storchenturm, lassen sich die Hörbeiträge jederzeit mit dem Smartphone abrufen.

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