Unbürokratische Unterstützung
Merkel besucht Reha Offenburg in Achern

Philipp Bladt (v. l.), Leitung AWS der Reha Offenburg, Dr. Katrin Merkel MdL, Georg Eichner, Geschäftsführer REHA Offenburg | Foto: Abgeordnetenbüro Dr. Katrin Merkel
  • Philipp Bladt (v. l.), Leitung AWS der Reha Offenburg, Dr. Katrin Merkel MdL, Georg Eichner, Geschäftsführer REHA Offenburg
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Achern (st) Wie kann Inklusion für Menschen mit einer psychischen Erkrankung gelingen? Mit dieser Frage hat sich CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Merkel bei ihrer Gesundheitstour am Standort Achern der Reha Offenburg beschäftigt.

Die Reha Offenburg begleitet rund 800 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs mit Geschäftsführer Georg Eichner und AWS-Leitung Philipp Bladt war die Assistenz im Wohn- und Sozialraum (AWS). Sie unterstützt Menschen dabei, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen, Krisen frühzeitig zu erkennen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

„Psychische Erkrankungen sieht man oft nicht, und wie viele andere Schicksalsschläge, kann es jeden von uns vom einen auf den anderen Tag betreffen. Umso wichtiger ist Unterstützung, die Menschen Halt gibt und ihnen ein möglichst selbstständiges Leben ermöglicht. Wenn Menschen dadurch eigenständiger leben und möglicherweise wieder am Arbeitsleben teilnehmen können, ist das auch gesellschaftlich und wirtschaftlich sinnvoll“, erklärt Georg Eichner.

Beim Thema AWS wurde deutlich, wie uneinheitlich und bürokratisch die Unterstützung geregelt ist. In der für die Reha Offenburg gültigen Vereinbarung gibt es 15 verschiedene Betreuungsstufen von zwei bis 45 Stunden pro Monat, durch die eine sehr personenzentrierte Leistung möglich ist. Der konkrete Unterstützungsbedarf wird immer wieder mit den zuständigen Stellen abgestimmt, was mit deutlichem Aufwand verbunden ist, zumal die Stufen häufig wechseln.

Verbesserungsbedarf

Gerade bei der Ausgestaltung dieser Unterstützung sieht Merkel erheblichen Verbesserungsbedarf: „Dass Menschen mit einem vergleichbaren Unterstützungsbedarf je nach Landkreis mit völlig unterschiedlichen Verfahren und Rahmenbedingungen konfrontiert sind, kann nicht unser Anspruch sein. Hier möchte ich genauer hinschauen: Wo können wir Verfahren vereinfachen, Regelungen vereinheitlichen und Bürokratie abbauen, ohne dass gezielte und individuelle Unterstützung für die Betroffenen verloren geht“, so Merkel.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen über Einsparungen bei Unterstützungsleistungen hat die Reha Offenburg im Rahmen der Kampagne „Nicht am Menschen sparen“ konkrete Vorschläge für einen solchen Bürokratieabbau vorgelegt.

Auch Prävention war Thema des Besuchs. Mit dem Projekt „Verrückt? Na und!“ bringt die Reha Offenburg psychische Gesundheit in die Schulen und schafft Verständnis für Betroffene.

Merkels Fazit nach dem Besuch: „Die Menschen mit ihren psychischen Erkrankungen sind Teil unserer Gesellschaft. Wenn wir nicht rechtzeitig unterstützen, werden die Probleme für die Betroffenen und damit auch am Ende für uns alle größer. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass Hilfe verlässlich und unbürokratisch ankommt.“

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