Stadt Achern
Neue Energie für Wagshurst?
Achern (st) Laut Pressemitteilung ist der Endbericht zur Machbarkeitsstudie für ein mögliches Wärmenetz in Wagshurst fertiggestellt. Die Untersuchung wurde im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze durchgeführt und liefert eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte in Richtung einer nachhaltigen Wärmeversorgung.
Machbarkeitsstudie für ein Wärmenetz
Die Ingenieurbüros ebök GmbH und ABO Kraft & Wärme AG haben geprüft, ob ein Wärmenetz in Wagshurst technisch realisierbar und wirtschaftlich tragfähig wäre. Ein wesentliches Element des Konzeptes ist die Nutzung der Abwärme aus den beiden westlich gelegenen Biogasanlagen von Matthias Huber und Christian Berger. Diese Wärme könnte den abgeschätzten Wärmebedarf im Untersuchungsgebiet vollständig decken. Große Speicher und flexible Blockheizkraftwerke sorgen für hohe Effizienz und Versorgungssicherheit. Ergänzend wurden weitere erneuerbare Umweltwärmepotenziale untersucht. Die Bewertung dieser Potenziale kommt ebenfalls zu einem positiven Ergebnis, sodass neben der Nutzung von Biogas grundsätzlich weitere Versorgungsoptionen und Ausweichmöglichkeiten bestehen. Grundsätzlich wäre die Realisierung eines Wärmenetzes in Wagshurst ein großer Schritt Richtung Klimaneutralität.
Die Studie zeigt, dass die technischen Voraussetzungen grundsätzlich gegeben sind. Hierbei wurden verschiedene Netzvarianten und mögliche Versorgungsgebiete untersucht. Zudem wurden erste Ausbauphasen skizziert – vom möglichen Startgebiet bis zu späteren Erweiterungen. Im Zielszenario könnten circa 120 Gebäude oder mehr angeschlossen werden – darunter kommunale Gebäude wie Schule, Halle, Rathaus und Kindergarten. Eine Inbetriebnahme wäre unter idealen Bedingungen bis 2031 möglich.
Für Bürger besonders relevant ist, dass das Wärmenetz mit Temperaturen zwischen 70 und 80 °C arbeitet – also passend für die meisten bestehenden Heizsysteme. Die Wärme stammt vollständig aus lokalen erneuerbaren Quellen – das Konzept umfasst eine Versorgung mit 100 % Biogas. Die Studie bewertete zudem Investitionskosten, Wärmepreise und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Wärmenetz unter bestimmten Voraussetzungen wirtschaftlich tragfähig sein kann. Entscheidend sind unter anderem die Anschlussquote, verfügbare Fördermittel und die Umsetzung in sinnvollen Ausbauphasen.
Für Haushalte besonders wichtig:
• Erwarteter Arbeitspreis: ca. 13,7–15,5 ct/kWh brutto
• Investitionskosten für Hausanschluss und eine Übergabestation in Höhe von voraussichtlich 19.000 bis 25.000 EUR brutto
• Hausanschlusskosten sind für die meisten Haushalte mit einem Zuschuss von 30-70% förderfähig.
Die im Zuge der Machbarkeitsstudie durchgeführte Bürgerbefragung liefert ein positives Bild: Viele Haushalte zeigen Interesse an einem Anschluss. Viele Bürger planen ohnehin einen Heizungstausch und sehen das Wärmenetz als mögliche Alternative. Diese Rückmeldungen helfen, die Nachfrage realistisch einzuschätzen und die Netzplanung weiter zu konkretisieren. Mit dem vorliegenden Endbericht verfügt die Stadt Achern über eine solide Grundlage für die weiteren Entscheidungen. In den kommenden Monaten wird geprüft, ob auf Basis der Ergebnisse die nächsten Schritte – wie eine vertiefte Planung oder die weitere Projektentwicklung – eingeleitet werden. Ein zentraler Faktor für die nächsten Schritte ist das Interesse der Bürger an einer Genossenschaftsgründung, über die ein mögliches Wärmenetz betrieben werden könnte. Bereits zwei Treffen interessierter Personen haben stattgefunden, bei denen erste Fragen geklärt und mögliche Chancen diskutiert wurden. Nur wenn sich genügend Bürger aktiv beteiligen, kann eine tragfähige Genossenschaft entstehen. Die Genossenschaft wäre das Modell, bei dem Bürger direkt mitbestimmen und profitieren können.
Der Endbericht steht auf der Klimaschutz-Website (https://www.achern.de/de/Unsere-Stadt/Klimaschutz) zur Ansicht und zum Download bereit.



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