CDU-Kreisverband würdigt Stächele
Stehende Ovationen für "ihren Willi"
- Günther Oettinger (l.) und Willi Stächele
- Foto: ag
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Achern-Mösbach Als Willi Stächele am 24. April 1992 Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg wurde, war er noch Bürgermeister von Oberkirch. Insgesamt 34 Jahre vertrat der CDU-Politiker den Wahlkreis 52 Kehl. Unter anderem war er in dieser Zeit Chef der Landesvertretung in Bonn, später in Berlin, Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Minister des Staatsministeriums und für europäische Angelegenheiten, Finanzminister und Landtagspräsident. Bei der vergangenen Landtagswahl trat der 74-Jährige nicht mehr an. Am Freitag bedankten sich die Mitglieder des CDU-Kreisverbands für das Wirken als Landtagsabgeordneter bei "ihrem Willi".
Zahlreiche Weggefährten waren bei der offiziellen Verabschiedung im "Grünen Baum" und so manche Anekdote wurde erzählt. Und da Willi Stächele bekanntermaßen ein äußerst geselliger Genussmensch ist, spielten bei etlichen ein zünftiges Vesper und guter Ortenauer Wein eine Rolle.
Vollblutpolitiker
Bundestagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender Johannes Rothenberger schenkte Willi Stächele dann auch ein Kochbuch für den neuen Lebensabschnitt. Dieser will sich nämlich jetzt mehr dem Kochen widmen.
Seine Nachfolgerin als Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Kehl bezeichnete ihn als Vollblutpolitiker, der sie fast väterlich auf den Weg ins Amt begleitete. Dabei dankte Katrin Merkel ihm auch für seine Zurückhaltung, wenn sie andere Wege eingeschlagen hat. Was Stächele launig kommentierte mit: "Wahrscheinlich habe ich es gar nicht gemerkt."
Julius Geier, Vorsitzender der Jungen Union Ortenau, würdigte den Minister a. D. als einen Politiker, der immer ganz nah an den Menschen war und deshalb wusste, wo diese der Schuh drückt. Ein großes Dankeschön gab es ebenfalls von den CDU-Ortsverbänden. Willi Stächeles gerade erschienenes Buch "Achterbahn des Lebens" stellte dann sein sein langjähriger Freund und politischer Wegbegleiter Günther Oettinger vor. Darin geht es um Erinnerungen an fröhliche und ernste Ereignisse sowie Anekdoten seiner langen politischen Laufbahn. Der Gesamterlös geht an den Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg, für den sich der Autor schon seit vielen Jahren engagiert.
Schlagzeilen
Wie der Laudator verriet, war er es gewesen, der Stächele in die Schlagzeilen brachte, nachdem dieser seine damalige Ehefrau an einer Raststätte vergessen hatte. Sein Parteifreund hatte ihm die Episode am Rande einer Fastnachtsveranstaltung in Freiburg erzählt und Oettinger baute sie in seine Büttenrede dort ein. Womit er nicht gerechnet hatte, war der Ernst, mit dem die Medien das Thema aufgriffen.
Das Schlusswort gehörte Willi Stächele, der mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde: "Es war mir eine große Ehre, dass ich den Wahlkreis vertreten durfte."





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