Trockenheit 2018 hat deutliche Spuren hinterlassen
Wald im Stress

Der Forst im Revier Bad Peterstal-Griesbach leidet immer noch unter der langen Trockenperiode im vergangenen Jahr, die den Bäumen stark zusetzte.
  • Der Forst im Revier Bad Peterstal-Griesbach leidet immer noch unter der langen Trockenperiode im vergangenen Jahr, die den Bäumen stark zusetzte.
  • Foto: Jürgen Tille-Koch
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Bad Peterstal-Griesbach (mak). Für die einen war der vergangene Sommer einfach nur toll. Sonnenschein und hohe Temperaturen luden zum Verweilen in den Freibädern und an Seen ein. Richtig zu ächzen hatten hingegen die Wälder, denen die lang anhaltende Trockenheit mächtig zusetzte. 

Trockenjahr hat Spuren hinterlassen

"Das Trockenjahr 2018 hat deutliche Spuren hinterlassen", erklärt Maurice Mayer, Revierleiter des Forstes in Bad Peterstal-Griesbach. Und weiter: "Der Wald ist gestresst." Zusätzlich dazu haben die Winterstürme und Nassschneefälle zu weiteren Schäden geführt. Dadurch hat sich die Gefahr eines Schädlingsbefalls noch einmal erhöht. "Schadinsekten konnten sich im vergangenen Jahr gut entwickeln, so dass hier eine erhöhte Population vorhanden ist", erklärt Mayer. Das habe dazu geführt, dass sich der Wald von der Dürreperiode im vergangenen Jahr gar nicht erholt habe. Denn außerhalb der Vegetationsperiode fülle sich der Wasserspeicher der Bäume nicht. Es sei wichtig, dass jetzt zu Beginn dieser Zeit genügend Niederschlag falle. "Mir scheint es unmöglich, das Defizit aus dem vergangenen Jahr aufzuholen", so der Revierleiter weiter. 

Um jeden Tropfen Regen froh

Auf die Frage, ob in diesem Jahr bereits ausreichend Niederschlag gefallen sei, äußerste sich Mayer zurückhaltend: "Es dürfte jedenfalls mehr sein. Tatsächlich sind wir um jeden einzelnen Tropfen froh. Bisher sind wir meinem Gefühl nach auf dem Kurs eines Normaljahres." Denn wichtig sei, dass auch die tieferen Bodenschichten wieder mit Wasser versorgt werden.

Sorgen wegen Schädlingsbefall

Sorgen bereitet dem Revierleiter der Schädlingsbefall in seinem Forst. Die ersten Fichtenborkenkäfer haben sich bereits an Ostern eingebohrt, vor allem an den durch Schneebruch abgebrochenen Gipfeln. "Der Hauptschwärmflug hat bei uns aber noch nicht eingesetzt. Die Witterung der vergangenen Tage hat dies bisher verhindert. Es ist jedoch mit einem erhöhten Befallsdruck zu rechnen." 

Neue Dimension

Besonders auffällig sei hingegen der Borkenkäferbefall an der Weißtanne. "Diese Dimension ist neu für uns." Zwar seien die auf diese Tanne spezialisierten Käfer immer schon dort gewesen, jedoch nicht wirklich wahrnehmbar. Dies habe sich grundlegend geändert. "Es tauchen immer mehr befallene Tannen auf. Meist kommt man jedoch zu spät, um die Population der Käfer durch Entnahme des Baumes einzudämmen", so Mayer. 

Geschwindigkeit der Veränderung

Ob der Wald hinsichtlich des Klimawandels gut gerüstet sei, sei eine Frage, die sich die Natur nicht stelle, sagt Mayer. Die ständige Anpassung sei systemimmanent. "Sorge bereitet uns nicht die Tatsache der Veränderung, sondern ihre Geschwindigkeit." Die Frage sei, ob die natürliche Evolution Schritt halten könne. Zwar sei das Waldökosystem träge, dennoch "halten wir an der natürlichen Verjüngung heimischer Baumarten fest." Denn junge Bäume seien eher in der Lage, sich an das veränderte Klima anzupassen. Dies solle schließlich dazu führen, dass die kommende Waldgeneration klimastabiler werde, so Mayer abschließend.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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