Rudolf Seiler ist engagiert
Als ein Vortrag ihn nach Westafrika führt
- Rudolf Seiler setzt sich seit 2017 für Burkina Faso ein und hat einen Hilfsverein gegründet.
- Foto: Michael Bode
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Berghaupten (mak) „Wenn soziales Gedankengut gleichbedeutend mit Engagement in Vereinen und in der Zuwendung für die Schwächeren unserer Gesellschaft ist, dann kann man mich als sozialen Menschen bezeichnen", sagt Rudolf Seiler, Vorsitzender des Hilfsvereins "Burkina-Faso-Supporter e.V.".
In sozialdemokratischem Umfeld aufgewachsen
Sein ehrenamtliches und soziales Engagement lebt der 77-Jährige aber zunächst auf der politischen Ebene aus. Seiler ist seit Januar 1965 Mitglied der SPD und war 40 Jahre lang Gemeinderat in Berghaupten. "Ich bin in einem sozialdemokratischen Umfeld aufgewachsen, dies hat mich geprägt“, erzählt er. "Mein Engagement im Gemeinderat habe ich aber nie als eine Form der Parteipolitik gesehen." Ideologische Grabenkämpfe seien ihm fremd.
Rudolf Seiler absolviert nach der Schulzeit zunächst eine Ausbildung zum Dreher. "Danach wurde mir sehr bald bewusst, ich muss etwas anderes machen", erzählt er. 1966 folgt eine weitere Ausbildung zum Speditionskaufmann. "Das war der Beruf überhaupt für mich." Planen, Organisieren, logisches, vernetztes Denken und die damit in Verbindung stehenden Reisen kann er in der Logistik voll ausleben und dies fasziniert ihn bis heute. Er habe immer gerne Verantwortung übernommen. Das musste er auch für sich selbst schon sehr früh. Mit 13 Jahren wird Rudolf Seiler, der in Elgersweier aufgewachsen ist, Vollwaise.
1970 heiratet er und gründet eine eigene Familie, zu der heute die Familien der beiden Töchter mit drei Enkelsöhnen gehören. "Die Familie ist mir sehr wichtig, auch wenn sie sehr oft zu kurz gekommen ist", sagt er. Der Beruf spannt ihn ein. Ende des Jahres 1996 gründet er seine eigene Spedition mit bis zu 80 Mitarbeitern. "Ich bin jemand, der die Fäden gerne selbst in der Hand hält. Aufgaben abzugeben, fällt mir nicht leicht", gesteht er. "Ich habe immer auch die Herausforderung gesucht", sagt er über die Motivation zur Unternehmensgründung. Das Soziale will er auch in seinem eigenen Unternehmen leben. "Ich denke, dass wir das ganz gut geschafft haben", resümiert er. 2017 verkauft er seine Spedition. Ruhestand? Nicht für Rudolf Seiler. "Ich brauche immer Aufgaben, denen ich mich widmen kann." Dass er sich heute in und für Burkina Faso engagiert und einen Hilfsverein gegründet hat, sei allerdings ein Zufall gewesen, erzählt er.
Vortrag setzt Engagement für Burkina Faso in Gang
Im Frühjahr 2017 habe er den Vortrag der Leiterin einer Minimolkerei aus Burkina Faso in Offenburg besucht. "Das hat mich sehr beeindruckt und mir auch vor Augen geführt, wie ignorant wir gegenüber den Menschen in Afrika sind." Der Frau verspricht er, sie zu besuchen. Das Versprechen löst er im November 2017 mit seinem Enkel Marvin ein. "Ich war schockiert über die Zustände und habe zunächst gedacht, dort können wir nichts ausrichten." Er habe sich aber an den Spruch von Dietrich Bonhoeffer "Nicht der Gedanke, sondern die Tat verändert die Welt" erinnert und es zum Leitmotto des Vereins gemacht.
Und die Tat kann sich sehen lassen. Der Verein hat bisher über 250.000 Euro in den Bau von 27 Brunnen investiert. Etwa 130.000 Menschen erhalten so erstmals Zugang zu sauberem Trinkwasser. „Wenn man dann später den Gemüseanbau sieht, erkennt man, dass dort Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wurde“. Wasser sei in Burkina Faso sprichwörtlich Leben. "Der Verein unterstützt zudem ein Behindertenheim sowie eine Frauenorganisation gegen Gewalt und für Bildung von Mädchen und Frauen und jede Spende kommt zu 100 Prozent an", betont er. Die Vereinsarbeit ist mittlerweile zum Tagesgeschäft für Rudolf Seiler geworden. Ende Januar ist er zusammen mit drei weiteren Mitgliedern wieder vor Ort und tut, was er am besten kann: planen, organisieren und den Menschen helfen.
Rudolf Seilers persönliche Favoriten
Hobbys:
Golf
Tennis
Kegeln
Boccia
Kartenspielen



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