Präsident Klaus Schmieder
Für die Imker beginnt jetzt die intensivste Zeit im Jahr

Klaus Schmieder ist leidenschaftlicher Imker.
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Fischerbach (cao). "April bis Juli, das ist die intensivste Zeit für Imker", findet der Präsident des Landesverbandes Badischer Imker Klaus Schmieder. Er kommt aus Fischerbach und geht selbst leidenschaftlich seinem Hobby nach. Von Mitte April bis Mitte Juni lege eine vitale Königin täglich bis zu 2.000 Eier, was ihrem Gewicht entspreche, erklärt er: "Dabei werden etwa 40.000 bis 60.000 Arbeiterinnen produziert."

Eigentlich, berichtet Schmieder, beginne das Bienenjahr jedoch erst im August, nicht wie vermutet jetzt im Frühjahr, wenn die Tage wärmer werden: "Statt kurzlebigen Sammlerinnen werden von August bis Oktober bis zu 12.000 Winterbienen, die etwa ein halbes Jahr leben, produziert." Ihr  Lebensrhythmus sei ein anderer, denn sie müssten Bienenkönigin und Volk über den Winter bringen. Von November bis Anfang Januar lege die Königin meist keine Eier. Dann steige die Legeleistung langsam an und gehe nach der Sommersonnenwende im Juni wieder zurück. Ein Bienenvolk sei ein Organismus, der sich super ergänze, erklärt der Fachmann: "Die Königin überlebt allein nicht, ein Volk ohne Königin nur wenige Wochen." Im Gegensatz zur Königin, die drei bis fünf Jahre lebe, gelte bei der im Frühjahr geborenen Sammlerin die 60-Tage-Regel, weiß Schmieder: "Je 20 Tage bis sie schlüpft, die sie im Stock bleibt und mit einfachen Arbeiten beginnt, wie Zellen putzen, dem Füttern der jüngsten Arbeiterinnenbrut oder Honigeindicken. 20 Tage fliegt sie als Sammlerbiene aus dem Stock."

Und dennoch: Zum Überleben brauche ein Bienenvolk den Imker, erklärt Schmieder, "wegen der Varroamilbe". Er halte mit Ameisensäure und biomechanischen Maßnahmen den inversiven, aus Asien eingeschleppten Parasit in Schach: "Ohne Bekämpfung überleben Bienenvölker in Europa nicht." Der Landesverband Badischer Imker propagiere, Bienenvölker ausschließlich ohne chemische Substanzen zu behandeln. "Der Honig wird auf seine Inhaltsstoffe geprüft. Bei der Bekämpfung der Varroamilbe mit organischen Säuren sind keinerlei chemische Vorroazide enthalten", zeigt sich Schmieder stolz auf seinen eigenen Honig, der im Jahr 2017 mit der Goldmedaille des Landesverbands ausgezeichnet wurde.

Der Jahreshonigverbrauch in Deutschland sei mit einem Kilogramm pro Kopf hoch: "80.000 Tonnen Honig, wovon wir lediglich bis 25.000 Tonnen selbst produzieren, der Rest wird importiert", so Schmieder. Ein Volk bringe bei uns in einem Honigjahr etwa bis 35 Kilogramm. Neben dem Blütenhonig sei Tauhonig von Nadelbäumen ein wichtiges Produkt. Hier werde der Zellsaft von einem Zwischenwirt, den Läusen, aus den Nadeln gesaugt. "Sie brauchen nur das Eiweiß, scheiden Zucker aus, den die Bienen dann sammeln", erklärt Klaus Schmieder. "Honigtau besteht zu über 90 Prozent aus Wasser. Die Bienen dicken ihn ein, fermentieren und reichern ihn mit Enzymen an. Honig ist wertvoller als Haushaltszucker." Der Experte erklärt auch, dass Honig eine antiseptische Wirkung habe, entzündungshemmend und geeignet zur Wundbehandlung sei. Zudem wirke er gegen Erkältungskrankheiten, sei invertiert wie Traubenzucker.

Weltweit gibt es über 3.000 Bienenarten. Rund 540 Wildbienenarten leben in Deutschland. Hinzu kommen etwa 30 Hummelarten, die gemeine Wespe, Hornissen sowie die Honigbiene Carnika. "Imker sind Anwalt für Wildbienen, Hummeln und Insekten. Und für den Erhalt der Artenvielfalt wichtig", erklärt Schmieder. In der Ortenau gebe es 1.540 Imker, darunter vier Berufsimker, und 20.000 Bienenvölker. "Eine flächendeckende Bestäubung durch Honigbienen ist 100-prozentig gewährleistet", weiß Klaus Schmieder.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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