Stadtradeln in Friesenheim
Bürgermeister Erik Weide zieht Bilanz

Bürgermeister Erik Weide ist selbst leidenschaftlicher Radfahrer und im Ort gern mit seinen Dienstfahrrad unterwegs.
  • Bürgermeister Erik Weide ist selbst leidenschaftlicher Radfahrer und im Ort gern mit seinen Dienstfahrrad unterwegs.
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Friesenheim (bsc). Auf die Sattel, fertig, los. Es schien, als hätten die Friesenheimer auf eine Initialzündung für das Gemeinschaftsgefühl Stadtradeln nur so gewartet. Die Gemeinde hatte zum Stadtradeln eingeladen und, mit Unterstützung des Landratsamtes, entsprechend beworben. Bürgermeister Erik Weide, der selbst ein leidenschaftlicher und sportlicher Radler ist, zieht im Pressegespräch Bilanz: „Es hat richtig viel Spaß gemacht.“ Das Gemeindeoberhaupt spricht von einem „tollen Zusammenhalt“, den die Gruppen unter sich hatten und in die Gemeinde ausstrahlen. Die Mischung von sportlichem Radler bis zum E-Biker, von Jung und Alt in unterschiedlichen Teams habe für Bürgermeister Erik Weide den Charme des Stadtradelns ausgemacht. Das Stadtradeln war in Friesenheim positiv belegt und jeder Kilometer habe gezählt.

Drei Wochen Fastenzeit

Er selbst hat sich für drei Wochen eine Fastenzeit der besonderen Art auferlegt: „drei Wochen ohne". Drei Wochen hat er kein Auto von innen gesehen. „Das war schon eine sehr schwierige Zeit“, gibt er offen zu. Die vergangene Regenwoche habe seinem persönlichen Ziel von 800 aktiv geradelten Kilometern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Offiziell war das Stadtradeln für die Gemeinde Friesenheim am 27. September zu Ende. Weil die Aktion in den Urlaub von Bürgermeister Erik Weide gefallen ist, hat er seine geradelten Kilometer um eine Woche angehängt. Am Ende zeigte sein Tacho die 693 Kilometer. Wobei einige davon auch sportlich über Touren geleistet wurden. Umso wichtiger ist ihm, in der Bevölkerung das Radfahren als Alternative, vor allem im Innerortsverkehr, zu manifestieren. Mitarbeiter aus dem Rathaus zeigten sich verstärkt mit dem Fahrrad mobil. Immerhin belegte das Team Rathaus mit 5.525 gestrampelten Kilometern den fünften Platz im Ranking von 44 gemeldeten Teams.

Gemeindeeigene E-Bikes

Bei aller Liebe zum Radeln stünde der ausschließliche Umstieg vom Auto auf das Fahrrad nicht unbedingt in der Relation für den dichten Terminplan eines Bürgermeisters. Termine zwischen Lahr und Offenburg ließen sich auf dem Fahrrad nicht einfach verknüpfen. Selbst für einen Termin in Oberschopfheim müsse er eine Fahrzeit von mindestens 30 Minuten einkalkulieren, mit dem Auto wären es fünf Minuten. Kurze, dienstliche Wege werde er aber nach wie vor mit dem Fahrrad fahren. Dabei greife er gern auf eines von vier E-Bikes der Gemeinde zurück. Leider leiste das E-Bike der ersten Stunde aus dem Jahr 2013 nicht mehr ganz die optimalen Dienste, die es einmal vor sieben Jahren versprochen hat. Privat lasse sich ein Leben mit schulpflichtigen Kindern auch nicht so einfach vom Fahrrad aus regeln. Viele Fahrten hätte ihm die Ehefrau übernommen.

Zweiradverkehr fördern

Grundsätzlich beabsichtige die Gemeinde, den Zweiradverkehr zu fördern. Es fehle an überdachten Unterstellplätzen für die Fahrräder, auch Duschen für Mitarbeiter. In Friesenheim gilt: „Wer eine Dusche braucht, bekommt sie auch“, lautet die unbürokratische Antwort im Hinblick auf die Sporthalle. Allein der Gedanke an eine Dusche sei gleich mit einem sechsstelligen Betrag besetzt. „Eine Genderdusche wäre sicher kein Problem“, so Weide. Für eine Rathausdusche fehle schlicht das Geld. Angegangen werden soll das Thema Fahrradabstellplätze. Ob die viel diskutierten Fahrradschutzstreifen letztlich bringen, was sie versprechen, bleibe abzuwarten. Was das Stadtradeln anbelange, so werde die Gemeinde im kommenden Jahr sicher wieder mitmachen. Die gesamte Aktion wurde vom Kreis organisiert und in die Städte und Gemeinden gestreut.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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