Jugend forscht
Annika Obert holt Sonderpreis beim Bundeswettbewerb
- Preisträgerin Annika Obert (l.) mit ihrer Projektbetreuerin Sandra Rüdlin (SFZ Xenoplex) und ihrem Projektbetreuer Claas Rittweger (Marta-Schanzenbach-Gymnasium Gengenbach)
- Foto: "Forscher/-innen für die Region e.V."
- hochgeladen von Matthias Kerber
Gengenbach/Herzogenaurach (st) Die 16-jährige Annika Obert aus Steinach wurde als Preisträgerin mit einem 4. Platz in Chemie und zusätzlich mit dem Sonderpreis „Preis für die Verknüpfung von Theorie mit chemischer Praxis“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. beim Bundeswettbewerb Jugend forscht in Herzogenaurach ausgezeichnet. Zudem ist sie als Platzierte zu einem Empfang durch Bundeskanzler Friedrich Merz ins Bundeskanzleramt nach Berlin eingeladen. Herausragend ist es, dass Annika zum zweiten Mal in Folge zu den Bestplatzierten in Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb gehört und mit ihren Projekten die Chemie-Fachjury erneut überzeugen konnte, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins "Forscher/-innen für die Region" mit Sitz in Ohlsbach.
Annika Obert, Schülerin des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums Gengenbach, erforschte mit ihrem Projekt „Entwicklung eines Berliner-Weiß-Blau-Grün-Braun-Akkumulators“ ein neuartiges Akkusystem, dessen Energiespeicherung nur auf den verschiedenen Oxidationsstufen des Farbpigments Berliner Blau beruht. Dies könnte perspektivisch eine nachhaltige Energiespeicherung ohne kritische Rohstoffe ermöglichen.
Im Schülerlabor des Schülerforschungszentrums Xenoplex entwickelte und optimierte Annika im Rahmen der Jugend forscht AG des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums Gengenbach, die für dieses Akkusystem benötigte Abscheidung dünner, homogener und kristalliner Berliner-Blau-Schichten auf Graphit systematisch weiter.
Markanter Farbwechsel
Charakteristisch für diese innovative Alternative ist der markante Farbwechsel der Eisenkomplexverbindung Berliner Blau zwischen Braun, Grün, Blau und Weiß auf den Elektroden. Während der Entwicklung ihres Projektes konnte Annika Obert ständig neue Erkenntnisse gewinnen, wie beispielsweise auftretende Nebenreaktionen auf verschiedenen Oberflächen identifizieren. Am Ende konnte sie dem Fachpublikum mit Videos die reversiblen Farbänderungen zeigen und ein funktionsfähiges Akkusystem präsentieren.
Genauere Untersuchungen des abgeschiedenen Materials ihrer selbst hergestellten Elektroden konnte sie an der Hochschule Offenburg mit deren Rasterelektronenmikroskop im Servicezentrum Physik unter Leitung von Dr. Andrea Müller durchführen. An der Universität Freiburg ermöglichte die Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Dr. Ingo Krossing am Freiburger Materialforschungszentrum Analysen mit dem Röntgenpulverdiffraktometer sowie eine thermogravimetrische Analyse. Diese Untersuchungen trugen zu einem genaueren Verständnis der Oberflächen und der Zusammensetzung des Materials bei, wofür die Jungforscherin sehr dankbar war.
Mit Annika freuten sich ihre Betreuer Claas Rittweger, Lehrer am Marta-Schanzenbach-Gymnasium Gengenbach und Betreuer der Jugend forscht AG, und Sandra Rüdlin, Betreuerin am Schülerforschungszentrum Xenoplex, über diese beeindruckende Leistung.
Auch Hans-Peter Möschle, Vorsitzender des Trägervereins "Forscher/innen für die Region", freut sich über die Erfolge in diesem Jahr bei Jugend forscht. Er sieht das langjährige Engagement des Vereins bestätigt: „Das ganze Team der Betreuer und der Jungforscher im Xenoplex sind stolz auf Annika. Ihr Erfolg ist nicht nur eine großartige Anerkennung für unser ganzjähriges Engagement, sondern auch ein starkes Zeichen dafür, was junge Talente erreichen können. Wir hoffen, weitere Jugendliche in der Region zur Durchführung von eigenen Projekten zu inspirieren. Ich möchte mich von Seiten des Vereins beim Ortenaukreis und der Stadt Gengenbach für die langjährige und vertrauensvolle Unterstützung bedanken.“






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