Gengenbacher Neubaugebiet
Gerüchte um ungeeigneten Boden

Noch wurden im Gengenbacher Baugebiet "In der Spöcke" keine Baugruben ausgehoben.
  • Noch wurden im Gengenbacher Baugebiet "In der Spöcke" keine Baugruben ausgehoben.
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  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Gengenbach (rek). Das Gengenbacher Baugebiet "In der Spöcke" löst seit Beginn der Planung immer wieder Diskussionen und auch Widerstände aus. Erst ging es um den Verlauf der Erschließungsstraße, dann um die Hubschrauberflüge des Unternehmens Junker auf dem früheren Hukla-Areal. Jetzt wird über die Debatte um die Bodenbeschaffenheit der Grundstücke diskutiert.

Das Baugebiet liegt im Norden Gengenbachs auf Reichenbacher Gemarkung und weist 26 Grundstücke aus, die zwei Jahre nach Genehmigung des Bebauungsentwurfs und ein Jahr nach Verabschiedung der entsprechenden Satzung inzwischen alle verkauft sind. Das Interesse an dem Wohngebiet, das sich vor allem an junge Familien richtet, so Bürgermeister Thorsten Erny, war groß. Die Grundstücke wurden demnach unter rund 100 Interessierten verlost.

Eine Bürgerinitiative wehrte sich aus Lärmschutzgründen gegen die Erschließungsstraße vom Kreisel an der Nordspange. Ebenfalls mit einer Bürgerinitiative wehrten sich Anwohner gegen den Hubschrauberflugbetrieb des geplanten Betriebs Junker, der seinen Sitz nach Gengenbach verlagern will.

Jetzt scheint wieder Aufregung in der Stadt zu herrschen. Sind zumindest bei einem Teil der 26 Grundstücke der Untergrund und die Bodenbeschaffenheit nicht für eine Bebauung geeignet? Angeblich soll es sich stellenweise um einen torfähnlichen Boden von mindestens zwei Meter Tiefe handeln, der vom früheren Verlauf der Kinzig sich dort abgelagert habe.

Die betroffenen Grundstücke seien gezwungen, so unbestätigten Gerüchten zufolge, den Untergrund erst abzutragen, um das Gelände dann mit geeignetem Boden wieder aufzufüllen. Die Alternative wäre, wollen manche wissen, eine Wanne für den Grundriss des Hauses zu schaffen. In jedem Fall kämen Kosten auf die Bauherren zu. Aufgetaucht sei das Problem beim Straßenbau und dem Verlegen der Versorgungsleitungen.

Was sagt die Stadt Gengenbach selbst dazu? "Eine Vielzahl von Untersuchungen und Gutachten wurden erarbeitet", so die Antwort auf die Anfrage am Dienstag. Eines davon sei ein geo- und umwelttechnisches Gutachten, das unter anderem Aussagen zu Bodenbeschaffenheit, Untergrundaufbau und Bebaubarkeit der Grundstücke enthalte. Sämtliche Gutachten seien Gegenstand des öffentlichen Verfahrens gewesen.

Im April hat die Stadt das Baugebiet nach abgeschlossener Erschließung an die Bauherren übergeben. Allerdings, wundern sich Anwohner und Passanten, dass noch keine Baugrube ausgehoben, kein Baukran aufgebaut ist, um die Bautätigkeit zu unterstreichen. Was hindert die Bauherren mit dem Bau zu beginnen? Von Seiten der Stadt Gengenbach gebe es keine Gründe, betont sie in einer Stellungnahme. "Die ersten Bauanträge wurden schon eingereicht und werden derzeit bearbeitet", so die offizielle Position. Die Bodenbeschaffenheit sei grundsätzlich "nicht außergewöhnlich", lautet die städtische Antwort auf Nachfrage, wie gut sich der vorhandene Boden für eine Wohnbebauung eigne.

Warum es jetzt angeblich zu Irritationen kommt, kann die Stadt nicht beantworten. Die Verwaltung bietet aber einen zusätzlichen Termin an, "um Fragen zu beantworten und Unklarheiten zu beseitigen". Eine Einladung sei bereits ausgesprochen.

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