Spatenstich für Grundschulneubau
Zukunftsfähiges Ganztagsangebot

Setzten den ersten Spatenstich (von links): Fabian Schmidt, Harter + Kanzler Architekten; Manfred Armbruster, Ortsvorsteher Bermersbach; Simon Delpy, PSB Wasner GmbH; Julia Lovell Hammad, Ortsvorsteherin Schwaibach; Sven Müller, Bürgermeister Gengenbach; Thorsten Erny, Landrat Ortenaukreis; Ulrich Fischer, Rektor Geschwister-Scholl-Grundschule; Beate Brudy, Leiterin Abteilung Kindergarten und Schulen der Stadt Gengenbach; David Brungs, Ed. Züblin AG; Bernhard Schwendemann, Standortleiter Offenburg Ed. Züblin AG; Albert Wußler, Stellvertretender Ortsvorsteher Reichenbach.  | Foto: Stadt Gengenbach
  • Setzten den ersten Spatenstich (von links): Fabian Schmidt, Harter + Kanzler Architekten; Manfred Armbruster, Ortsvorsteher Bermersbach; Simon Delpy, PSB Wasner GmbH; Julia Lovell Hammad, Ortsvorsteherin Schwaibach; Sven Müller, Bürgermeister Gengenbach; Thorsten Erny, Landrat Ortenaukreis; Ulrich Fischer, Rektor Geschwister-Scholl-Grundschule; Beate Brudy, Leiterin Abteilung Kindergarten und Schulen der Stadt Gengenbach; David Brungs, Ed. Züblin AG; Bernhard Schwendemann, Standortleiter Offenburg Ed. Züblin AG; Albert Wußler, Stellvertretender Ortsvorsteher Reichenbach.
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Gengenbach (st) Mit dem Spatenstich des Neubaus der Grundschule am Erhard- Schrempp-Schulzentrum am Freitag, 30. Januar. erreicht die Stadt Gengenbach laut einer Pressemitteilung einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer zukunftsfesten und langfristig tragfähigen Ganztagsbetreuung von Schulkindern.
„Mit dem heutigen Spatenstich setzen wir einen lange vorbereiteten und intensiv diskutierten Prozess konsequent um. Unser Ziel ist es, allen Gengenbacher Grundschulkindern ein verlässliches, qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot zu ermöglichen und dabei zugleich zukunftsfähige schulische Strukturen zu schaffen. Der Neubau ist Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber den Familien und ein starkes Bekenntnis zum Bildungsstandort Gengenbach“, betont Bürgermeister Sven Müller.
Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen, der in Baden-Württemberg mit Beginn des Schuljahres 2026/27 in Kraft tritt, machte eine Neustrukturierung des bestehenden Angebots notwendig. Der geplante Neubau entsteht im Süden des Schulzentrums und bildet damit eine Verlängerung des Campus. Er sieht eine dreizügige Grundschule (drei Klassen pro Jahrgang) für rund 360 Schüler vor und ermöglicht es, die vorhandene Infrastruktur am Schulzentrum mit der erst 2019 fertiggestellten Mensa und den Sporthallen mitzunutzen.

Bislang vier Standorte

Derzeit ist die Grundschule auf insgesamt vier Standorte verteilt. Zwei Standorte befinden sich in der Kernstadt, ein weiterer im Ortsteil Bermersbach und einer in Reichenbach. Bei den Einrichtungen in den Ortsteilen handelt es sich um sehr kleine Schulen mit jahrgangsübergreifendem Unterricht. Von vorneherein hatten staatliches Schulamt und Regierungspräsidium (RP) klargestellt, dass sich an keinem Standort, insbesondere nicht an den kleineren, eine Ganztagsschule umsetzen lassen würde. Die Standorte Krähenäckerle, Reichenbach und Bermersbach sind daraufhin vom RP Freiburg abgesprochen worden.
Die Grundschule am Nollen bleibt weiterhin als zweizügige Grundschule erhalten und soll in eine Ganztagsgrundschule mit Essensangebot umgewandelt werden. Dort wird auch der Ganztagsanspruch für die Schüler des Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) realisiert.

Münchner Modell

An beiden Standorten sollen pädagogisch gleichwertige Ganztagsschulen an zentraler Stelle nach dem „Münchner Modell“ entstehen, wodurch neben der Betreuung auch eine Steigerung der Unterrichtsqualität erreicht werden soll. Ausgebaut wird der Ganztag in Form eines offenen Angebots, bei dem sich Eltern einmal jährlich für den Ganz- oder Halbtag entscheiden können. Für das gewählte Angebot besteht dann die entsprechende Schulpflicht.
Im laufenden Schuljahr 2025/26 werden an den derzeit noch vier Standorten insgesamt 384 Schüler betreut. Insbesondere in Hinblick auf die Bebauung des Hukla-Areals ist die Tendenz dieser Zahl jedoch steigend. Vorangegangen war dem Baubeginn ein von März bis Juli laufendes europaweites Ausschreibungsverfahren und die Auftragsvergabe für die Planung und Bauausführung an den Totalübernehmer Ed. Züblin AG (Hauptsitz in Stuttgart, Direktion Karlsruhe und Bereich Freiburg mit Standort in Offenburg) im August. Nach der Einreichung des Bauantrags im vergangenen Oktober können die Arbeiten planmäßig in KW06 beginnen. Die Fertigstellung des Gebäudes soll im Frühjahr 2027 erfolgen, sodass ab September und damit zu Beginn des Schuljahres 2027/28 am Standort beschult werden kann.

Drei Gebäudeflügel 

Von den 13.700 Quadratmetern des Baugrundstücks wird eine Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern überbaut. Es entsteht auf zwei Geschossen eine nutzbare Grundfläche von rund 3.800 Quadratmetern in Form eines Haupthauses mit drei Gebäudeflügeln. Der Haupteingang befindet sich im Norden, der Außenbereich im Westen. Nach Angaben des Architekturbüros Harter + Kanzler Architekten soll der Neubau in hybrider Holz- und Betonbauweise den Campus-Gedanken des Geländes fortführen. Umweltschutzmaßnahmen werden im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens und des Baugenehmigungsverfahrens berücksichtigt. Beheizt wird das Gebäude mittels einer Grundwasserwärmepumpe und Fußbodenheizung.
Im Erdgeschoss sind neben einem Lernhaus (je vier Klassenräume, zwei Differenzierungsräume) im Ostflügel und Fachräumen für Musik, Rhythmik und Tanz, Forschung und Werkunterricht im Südflügel auch eine Multifunktionshalle mit Umkleide und Lager sowie ein Lichthof vorgesehen. Die Außenanlage verfügt über einen Bolzplatz, Basketballkorb, Schaukel und Spielgeräte, einen Sandbereich sowie ein grünes Klassenzimmer. Das Obergeschoss soll neben Sekretariat und Rektorat das Lehrerzimmer und zwei weitere Lernhäuser beherbergen.
„Der Neubau vereint moderne Pädagogik, nachhaltige Bauweise und funktionale Architektur. Uns war wichtig, ein Lernumfeld zu schaffen, in dem sich Kinder wohlfühlen, Lehrkräfte gute Arbeitsbedingungen vorfinden und das zugleich langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann. Die Investition ist eine Investition in Generationen“, so Bürgermeister Sven Müller.

Neubau mit Vorbildcharakter

Damit entsteht in Gengenbach ein Schulneubau mit Vorbildcharakter, lobte der Ortenauer Landrat Thorsten Erny: „Mit dem Neubau bündelt Gengenbach Kräfte an einem zentralen, zukunftsfähigen Schulstandort – nahe bei den weiterführenden Schulen. Das kann Vorbildfunktion für viele Kommunen haben. In Zeiten knapper Kassen zeigt die Stadt, dass dort Neues entstehen kann, wo mutig strukturiert und klar entschieden wird. Dafür verdient der Gemeinderat zusammen mit Verwaltung, Schulleitung und Elternvertretung große Anerkennung.“
Die Gesamtinvestition einschließlich der Außenanlage liegt bei rund 15,6 Millionen Euro. Vor der Ausschreibung war mit einer Investition von 16,1 Millionen Euro geplant worden, diese Summe konnte mit der aktuellen Auftragsvergabe um rund 500.000 Euro verringert werden. Schulamt und RP waren eng eingebunden, um die wirtschaftlich beste Lösung zu finden. Im Rahmen der Förderung des kommunalen Schulhausbaus gewährt das Land Baden-Württemberg für das Projekt eine Zuwendung von 2,48 Millionen Euro. Weitere 1,75 Millionen Euro stammen aus Landesmitteln zur Förderung des Ganztagsausbaus. Ein Antrag auf Ausgleichsstockförderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro ist gestellt. Die Entscheidung dazu soll voraussichtlich im Sommer fallen. Bei positivem Bescheid würde sich die Gesamtförderung auf 5,73 Millionen Euro belaufen, was eine erfreuliche Förderquote von rund 37 Prozent bedeuten würde. Der städtische Eigenanteil von knapp 9,9 Millionen Euro wird zum Großteil kreditfinanziert.

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