Wenn die Nase kribbelt und Niesattacken quälen
Der Pollenflug macht den Heuschnupfengeplagten im Kinzigtal wieder stark zu schaffen

Überall entfaltet sich die Natur, gleichzeitig fliegen Pollen.
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  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Mittleres Kinzigtal (cao). Die Nase kribbelt, Niesattacken folgen und die Augen sind gerötet. Wer unter Heuschnupfen leidet, ist zur Zeit geplagt. Die Pollen von Sträuchern, Gräsern, Bäumen und Getreide fliegen wieder.
"Heuschnupfen ist genau genommen nur eine Teilform des allergischen Schnupfens, also der allergischen Rhinitis, oder, wenn die Augenbindehäute mit betroffen sind, der allergischen Rhinokonjunktivitis", sagt Dr. Günter Haagen.
Der Haslacher Facharzt für Dermatologie und Innere Medizin sowie Allergologie erklärt, dass Heuschnupfen nur die Gräserpollen mit einbezieht, während generell die saisonale allergische Rhinitis sowohl auf Baumpollen im Frühjahr, Gräserpollen im Frühsommer und Sommer sowie Unkräuter im Sommer auftreten kann.
Zusätzlich zur saisonalen allergischen Rhinitis gebe es die ganzjährige, die zumeist durch Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder auch Tierepithelien ausgelöst werde. Erkennbar sei der allergische Schnupfen im Gegensatz zum infektiösen, durch Viren ausgelösten Schnupfen, am Sekret, das fast immer klar und wässrig sei und sich im Verlauf nicht wesentlich ändere. "Zudem ist Heuschnupfen natürlich nicht ansteckend", so der Haslacher Facharzt.
Ausgelöst werde Heuschnupfen durch die Sensibilisierung des betroffenen Menschen. "Kommen die Schleimhäute des Sensibilisierten in Kontakt, werden Botenstoffe freigesetzt – unter anderem Histamin –, die zur Schleimhautschwellung und Sekretion sowie zur Rötung der Augen und Juckreiz führen kann", berichtet Dr. Günter Haagen.
Seien die Bronchien mit betroffen, drohe gar ein allergisches Asthma. Um dies zu verhindern, aber natürlich auch um den die Lebensqualität einschränkenden Schnupfen zu behandeln, führe man bei vielen Betroffenen über die symptomatische Therapie mit beispielsweise Antihistaminika hinaus Hyposensibilisierungen durch, medizinisch "spezifische Immuntherapie /SIT" genannt.
"Therapien mit systemischer Gabe von Cortison, früher oft mittels Depotspritze, sollten vermieden oder nur bei sehr schweren Verlaufsformen angewendet werden", erklärt der Spezialist und, dass Hyposensibilisierungen mit nahezu schmerzlosen Spritzen unter die Haut oder in bestimmten Fällen auch mit Tabletten durchgeführt werden.
"Bevor man über eine Therapie spricht, sollte natürlich immer erst eine Diagnostik mittels Pricktest am Unterarm und eventuell über eine zusätzliche Blutuntersuchung erfolgen", betont Günter Haagen.
Bei gestellter Diagnose und bestehender medizinischer Notwendigkeit für eine SIT sollte man diese mindestens über drei Jahre durchführen. "Wenn der allergische Schnupfen nicht so gravierend ist, kein Asthma droht, lässt sich das allergische Geschehen oft auch erfolgreich durch Antihistaminika mittels Tabletten, antihistaminhaltigen Sprays oder Augentropfen, manchmal in Kombination mit lokalen Cortisonpräparaten unterdrücken", beschreibt der Facharzt.
Nicht einmal 40 Prozent der betroffenen Allergiker werden in Deutschland adäquat allergologisch behandelt und das "obwohl gute und verträgliche Therapieoptionen vorhanden sind", bedauert Günter Haagen.
Die Menschen im Kinzigtal seien nicht mehr oder weniger sensibilisiert als solche in anderen Regionen Deutschlands: "Nur, dass wir hier mitten in der wunderschönen Natur leben, diese genießen können, aber eben auch viel stärker den Pollen ausgesetzt sind als die Bewohner von Großstädten, wo es eben keine Heumahd oder Wälder gibt".

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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