Im Gespräch mit Andreas Oberfell
"Neue Kraft durch die Auferstehung Jesu"

In Bezug auf Ostern denken viele Menschen in erster Linie an den Osterhasen, Ostereier und an schöne Stunden im Kreise der Familie. Christiane Agüera Oliver sprach mit dem Haslacher Theologiestudenten Andreas Oberfell, der zur Zeit zwei Auslandssemester in Paris verbringt, über das Osterfest früher und heute.

Was hat sich im Vergleich zu früher an Ostern verändert?
Auch wenn früher das Osterfest mehr mit dem Christentum in Verbindung stand und heute das Osterhasensuchen mit der Familie in den Mittelpunkt gerückt ist, bleibt Ostern das wichtigste Fest für die Christen. Fest bedeutet Freude, auch für die Kirche. Die Kirche feiert viele Feste, und jeden Sonntag wird in der Heiligen Messe das Fest der Auferstehung Jesu begangen, da er, wie die Evangelisten in der Bibel berichten, an einem Sonntag – Ostersonntag – von den Toten auferstanden ist für uns Menschen.

Wie kann man Menschen den Ostergedanken nahebringen?
Feste sind sehr wichtig für die Menschen, sie sorgen für Freude, gute Laune und lenken vom Alltag ab. Das Osterfest ist für mich mittlerweile das spannendeste Fest im ganzen Jahr. Seit ich denken kann, bin ich in die Osternachstfeier in die Kirche gegangen. Ich habe irgendwann gemerkt, in dieser Nacht muss etwas ganz besonderes passiert sein. Die Freunde Jesu konnten es selber kaum glauben, als sie den Gekreuzigten lebendig vor sich hatten und verbrachten Wochen zusammen im Gebet, bis sie an Pfingsten die Osterbotschaft in die Welt brachten: Schaut, es gibt da diesen Jesus, der drei Tage Tod war, aber danach auferstanden ist durch das Wirken Gottes.

Was hat die Auferstehung heute für einen Sinn?
Dass Jesus Christus den Tod besiegt hat, bedeutet für mich, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und die Hoffnung, wieder meine Familie und Freunde zu sehen. Ostern ist eine Glaubenssache. Im Hebräerbrief der Bibel heißt es: Glaube aber ist, Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht. Dass Jesus Christus an Ostern auferstanden ist, kann historisch nicht bewiesen werden. Ohne seine Auferstehung kann ich mir den Missionseifer der Jünger nicht erklären. Sicher ist aber, dass er gelebt hat, da dies von vielen antiken Schriftstellern bezeugt wird.

Lassen sich dabei Tradition und Moderne noch vereinbaren?
Die christliche Osterbotschaft war schon immer schwer zu begreifen und sorgte bereits im römischen Reich für Aufsehen. Für mich ist das Osterfest weit mehr als Tradition. Für gläubige Christen ist Ostern das größte Fest und nicht nur eine blasse Erinnerung an ein Ereignis vor über 2.000 Jahren. Ich schätze die Errungenschaften der Moderne sehr, sehe aber keinen Widerspruch zur Tradition der Kirche.
Was bedeutet Ostern für Sie als gläubiger Christ?
Für mich beginnt die Vorbereitung auf das Osterfest, um es jedes Jahr ein bisschen mehr verstehen zu können, mit dem Beginn der 40-tägigen Fastenzeit. Dieses Jahr habe ich meine Lieblingsverse der Bibel sowohl auf französisch als auch auf deutsch aufgeschrieben, die mir Kraft und Freude geben. Die Tage vor Ostern sind für mich wie eine Reise und das Ziel ist Ostern. Ich wandere gerade mit französischen Freunden im Central Massif und wir haben in den vergangenen Tagen über 200 Kilometer zurückgelegt und unter anderem viele alte Kirchen auf der Wegstrecke besichtigt. Wir sind Richtung Ostern gewandert. Innerhalb von einer Woche passierte sehr viel im Leben Jesu. Auch in unserem Leben gibt es Trauer und Schmerz, Hoffnung und Freude. Das Osterfest sehe ich als Erneuerung, neue Kraft, neue Freude im Leben durch die Auferstehung Jesu.

Und als Familienmensch?
Ich freue mich sehr, meine Familie und die Haslacher Ministranten nach fast vier Monaten an Ostern wiederzusehen und einige Freunde und hoffentlich viel Zeit mit ihnen zu verbringen, bevor es dann wieder nach Paris geht. Andreas Oberfell Andreas Oberfell

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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