Feiertage
Traditionen und Bräuche

Das neue Jahr wird mit Raketen und Böllern begrüßt, um böse Geister zu vertreiben.
  • Das neue Jahr wird mit Raketen und Böllern begrüßt, um böse Geister zu vertreiben.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Stefan Schartel

Hausach (cao). Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ist für viele eine ganz Besondere. Viele Menschen halten an Bräuche und Traditionen fest, auch wenn sie längst nicht mehr in ihrer Heimat leben. In Hausach gibt es mehr als 50 Nationalitäten, alle haben ihre eigenen Traditionen. Es gibt auch Hausacher, die im Ausland leben und dort die heimischen Bräuche pflegen.

Weihnachtsbaum mit Krippe auf Fuerteventura

Als Irene Gaul vor 16 Jahren ihre Heimat Hausach verließ und nach Las Playitas auf die spanische Kanareninsel Fuerteventura zog, hielt sie weiterhin an einigen Traditionen fest. Für sie und ihren Ehemann bleibe über die Feiertage zwar wenig Zeit, weil sie im eigenen Restaurant arbeiten, trotzdem werde ein Weihnachtsbaum mit Krippe aufgestellt. "Jeden Adventssonntag zünden wir eine Kerze mehr an", berichtet sie.

Linzertorte in Kanada

Bei Ute und Rüdiger Schmid, die 2008 mit ihren Kindern Nicolai und Chiara nach Cochrane, etwa 25 Kilometer westlich von Calgary in Kanada, auswanderten, gebe es die Bescherung nach wie vor am Heiligen Abend. "Traditionell essen wir Schäufele und Kartoffelsalat, mit dem Turkeydinner konnten wir uns nicht anfreunden", so Ute Schmid. Eine Linzertorte werde immer gebacken. Die ganze Familie komme zusammen, denn der Sohn wohne inzwischen in der City. Eins hätten die Schmids jedoch von den nordamerikanischen Bräuchen übernommen: "Wir dekorieren schon ab dem ersten Advent innen und außen mit Lichterketten und Christbaum."

Verschiedene Bräuche in Hausach

Auch die ausländischen Mitbürger, die in Hausach leben, feiern auf ihre ganz eigene Art. Das wird alljährlich bei der Neujahresserenade deutlich. Denn das neue Jahr wird jeweils einer anderen Nationalität, die in dem Kinzigtalstädtchen lebt, gewidmet. So präsentierten schon Italiener, Spanier, Polen, Türken, Portugiesen und Griechen ihre Bräuche.

Mit Triangel, Flöten und Trommeln ziehen in Griechenland die Kinder am Heiligabend in jedes Haus. „Als Dank gibt es Geld und Gebäck“, so der Hausacher Wirt Georgios Mangoufis vom Restaurant "Akropolis" im Gasthaus zum "Löwen". Granatäpfel würden in der Silvesternacht zertrümmert werden, Gewässer geweiht und damit Felder gesegnet. Sitten und Bräuche seien Teil des Glaubens, wie der Zusammenhalt der Familie und die Liebe zu den Mitmenschen. Die Liebe stehe überall im Vordergrund.

Portugiese Carlos Fernandes, ehemaliger Wirt der Hausacher "Burgschänke", erklärte einst bei der Neujahresserenade, dass Weihnachten mit aufgetischter Schlachtplatte oder Stockfisch in Portugal gefeiert werde. Mit dem Neujahressingen "janeiras" würden gute Wünsche überbracht. Aus den Fenstern geschmissenes Porzellan, sogar neue Unterwäsche und blaue Kleidung sollten zudem Glück bringen.

Kerim Kuyuncu vom Türkischen Kulturverein in Hausach erzählte bei einer Neujahresserenade, dass Silvester in der Türkei "wie hier" gefeiert werde, obwohl die Türkei und das Osmanische Reich durch den Islam geprägt seien und Neujahr immer zehn Tage vorrücken würde. Der Weihnachtsbaum gelte als Neujahrsbaum, der Nikolaus komme zu Neujahr, um die Kinder zu beschenken.

Auch in Russland bringt "Väterchen Frost" am Neujahrstag die Geschenke. In Spanien gibt es die gar erst am Dreikönigstag, weil da die drei heiligen Könige ihre Geschenke überreichen. Die Spanier begrüßen um Mitternacht das Neue Jahr mit zwölf Trauben, mit jedem Glockenschlag eine.

Nun gilt es abzuwarten, wie die Franzosen feiern. Denn das kommende Jahr wird in Hausach den französischen Mitbürgern gewidmet, die ihre Bräuche bei der Neujahresserenade des historischen Vereins am Dienstag, 1. Januar, um 19 Uhr in Hausachs Altstadt präsentieren.

Lesen Sie das "Im Grunde": In Bräuchen Halt finden

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