Stadtschreiberin Petra Piuk
Sie wäre gerne weiter in Hausach geblieben

Die Hausacher Fasent genoss Stadtschreiberin Petra Piuk.
  • Die Hausacher Fasent genoss Stadtschreiberin Petra Piuk.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Hausach/Graz (cao). Eigentlich hätte Petra Piuk bis Mitte Mai im Molerhiisle in Hausach gewohnt. Die Gisela-Scherer-Stipendiatin musste aber schweren Herzens schon früher wieder zurück nach Österreich. "Dass ich so plötzlich abreisen musste, tut mir sehr leid. Die Tage vor der Entscheidung haben immer wieder Freunde angerufen, gefragt, was ich machen würde, bleiben oder nach Österreich zurückkommen", sagt Petra Piuk. Für sie war eigentlich klar, dass sie in der kleinen Stadtschreiberwohnung in Hausach bleiben würde. "Ich dachte gar nicht ans Abreisen", erklärt sie. In Österreich habe man allerdings schon viel früher die Auswirkungen des Coronavirus gespürt. Als dann Mitte März der Rückruf aller Österreicher kam, reagierte sie. "Das Risiko zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr in Österreich einreisen und im Notfall nicht für meine Familie da sein zu können, hat mich zu der Entscheidung veranlasst", erklärt sie ihre Abreise.

Lese-Lenz

Hausach ist Petra Piuk in den wenigen Wochen ans Herz gewachsen. Schon als sie beim Lese-Lenz 2017 zum ersten Mal aus "Toni und Moni" bei der von Michael Stavarič kuratierten Manuskriptlesung im Rathaus las, fühlte sie sich mit Hausach verbunden und sehr wohl. "Der ganze Lese-Lenz war so großartig, Autoren aus aller Welt, die Locations, die verspielten Details wie die Lese-Lenz-Tasche und der Lese-Lenz-Eisbecher. Und ganz wichtig: José F. A. Oliver als Initiator und Kurator sowie das ganze Team, die Herzlichkeit und die Freude, die alle Beteiligten ausgestrahlt haben", schwärmt sie von dem "ganz besonderen Literaturfestival". Als ihr die damalige Stadtschreiberin Katharina J. Ferner das Molerhiisle zeigte, war für sie klar: "Es ist der perfekte Schreibort. Der offene helle Wohnraum, der Garten, der Teich, die Ruhe, der Wald vor der Tür", erklärt sie, warum sie sich gerade nach Hausach als Stadtschreiberin bewarb.

Husacher Fasent

Die Stadt habe sie ja schon etwas gekannt, sie habe gewusst, dass die Menschen sehr herzlich und weltoffen seien und dass sie gut aufgenommen werden würde. Schmunzelnd meint sie: "Etwas Respekt hatte ich vor der Husacher Fasent." Und sie kam mit viel Arbeit angereist. Ihre Las-Vegas-Novelle soll bis Ende April fertig sein. "In den Schreibpausen wollte ich mit den Hausachern plaudern, wandern gehen, Gedichte schreiben und viel Eis essen. Es fühlte sich an, wie nach Hause kommen, ich habe mich in Hausach und im Molerhiisle sofort wohl gefühlt", beschreibt sie. Die Fasent fand sie großartig. "Ich hab mitgeschunkelt, mindestens 354 Mal Narri-Narro gerufen und der Umzug war beeindruckend. Ich hatte sehr viel Spaß", so Petra Piuk. Auch ihren Vorsatz, sich jede Woche mit einem Schwarzwaldbecher zu belohnen, hielt sie ein: "Meistens kam jede Woche noch ein Schokoladenbecher dazu." Und das alles obwohl sie immer dachte, dass sie nie auf Dauer in einer Kleinstadt leben könnte. Doch weit gefehlt: "Ich hab die Vorzüge einer Kleinstadt wirklich schätzen gelernt. Man hat alles in der Nähe, was man braucht, es gibt eine gute Infrastruktur und den Wald hinterm Haus. Außerdem gibt es einen Bahnhof, von wo aus man schnell in einer Großstadt ist, wenn man möchte. Mittlerweile würde ich nicht mehr ausschließen, auch für längere Zeit in einer kleineren Stadt zu leben", gesteht sie sich ein. Hausach wird nicht direkt eine Rolle spielen in ihrem neuen Roman, "aber die Fasent-Masken haben mich schon sehr inspiriert und sind in die Rauschfantasien der Protagonistin eingeflossen."
Ob, wie und wann es für Petra Piuk als Stadtschreiberin weitergeht, ist noch nicht sicher. "Ich hoffe sehr, dass ich bald nach Hausach zurückkommen kann. Derzeit ist alles noch ungewiss", sagt sie. Aber José F. A. Oliver sei sehr verständnisvoll gewesen und habe angeboten, sollte es irgendwie möglich sein, Petra Piuk ihr Stipendium zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen könne. "Das wäre sehr schön", hofft sie.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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