Felix von Roeder im Sonntagsporträt
Wenn der Freiherr zum Wurf ansetzt

Wenn möglich packt der Winzer Felix Freiherr Roeder von Diersburg in der Mittagspause das Cornhole-Board aus und trainiert. Der Wurfsport ist seine große Leidenschaft und er ist nicht nur Nationalspieler, sondern jetzt auch Mannschaftskapitän. | Foto: Michael Bode
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  • Wenn möglich packt der Winzer Felix Freiherr Roeder von Diersburg in der Mittagspause das Cornhole-Board aus und trainiert. Der Wurfsport ist seine große Leidenschaft und er ist nicht nur Nationalspieler, sondern jetzt auch Mannschaftskapitän.
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Hohberg-Diersburg (ag) Sportlich war Felix Freiherr Roeder von Diersburg schon immer – spielte bereits in jungen Jahren Tennis und vor allem sehr viel Fußball. Bei Letzterem räumt der heute 35-Jährige jedoch lachend ein: "Eigentlich war ich in fast allen Sportarten besser. Aber alle meine Freunde waren im Fußballverein." Auch als er später in Offenburg das Grimmelshausen-Gymnasium besuchte und der Fokus nicht mehr nur auf dem eigenen Dorf lag, blieb Felix von Roeder dem SV Diersburg als Kicker treu. Der Verein spielt bis heute eine wichtige Rolle in seinem Leben. Inzwischen ist es allerdings die Abteilung Cornhole.

Wie ein Wurfsport aus den USA nach Diersburg kam

Beim Cornhole müssen kleine Säckchen durch das Loch in einem Board geworfen werden. Gelingt das, gibt es drei Punkte, bleibt das Säckchen auf dem Brett einen Punkt. Wer von den Spielern zuerst 21 Punkte erreicht, hat gewonnen. Es gibt Turniere im Einzel, Doppel und für Mannschaften. Früher waren in den Wurfsäckchen Maiskörner. Inzwischen sind die Bags mit Granulat gefüllt, denn wie der Diersburger betont: "Mit Lebensmitteln spielt man nicht."
Felix von Roeder beherrscht Cornhole richtig gut. So gut, dass er eines von sechs Mitgliedern der deutschen Nationalmannschaft ist. Auf das Spiel aufmerksam machte ihn ein Freund, der es bei einem beruflichen Aufenthalt in den USA kennenlernte. Dort ist es sehr beliebt. Bald stellte sich heraus, dass es in Rust einen Cornhole-Verein gibt. "Die Ruster haben uns angefacht, ebenfalls einen Verein zu gründen", so der verheiratete Vater von einem dreijährigen Sohn.
Inzwischen trainiert Felix von Roeder einmal pro Woche im Verein, vor Turnieren sogar zweimal. Und wenn möglich, zielt er auch täglich in der Mittagspause eine halbe Stunde auf das Board. Während der Weinlese ist das natürlich nicht möglich. Da hat der Winzer zu viel auf dem Familienweingut zu tun, das er zusammen mit seinen Eltern betreibt.
Das Adelsgeschlecht der Roeder ist seit 1455 in Diersburg ansässig, beschäftigte sich aber schon zuvor mit dem Weinbau. Für Felix von Roeder war es als ältester Sohn immer eine Option, die Familientradition fortzusetzen. Seine Eltern übten aber nie Druck aus. "Vielleicht hatten sie einfach ein gewisses Gottvertrauen, dass es eines ihrer vier Kinder schon machen wird", meint er.

Alle drei Jahre großes Familientreffen

"Ich hatte eine wundervolle Kindheit. Sie war fast schon kitschig schön", verrät Felix von Roeder. Der Gutshof mitten im Dorf bot viel Platz für ihn, seine Geschwister und alle Freunde zum Fußball- oder Versteckenspielen. Es war eine unbeschwerte Zeit. Eine solche wünscht er sich auch für seinen Sohn Carl. Und dann ist da noch der aus 150 Mitgliedern bestehende Familienverband, von denen sich in der Regel ungefähr die Hälfte alle drei Jahre auf dem Stammsitz der Freiherrn Roeder von Diersburg trifft. "Es war sehr prägend, dass alle bei uns zusammenkommen", so der Winzer. "Diese Tradition in direkter Linie zu bewahren, ist für mich ein schöner Gedanke." Wie er aber auch einräumt, ist das mit einer großen Verantwortung verbunden: "Man ist Teil einer langen Kette und ich möchte nicht das Glied sein, das reißt." Deshalb überlegt er sich sehr gut, welches unternehmerische Risiko er eingeht. Denn der Freiherr arbeitet nicht, um hier und jetzt möglichst viel Geld zu verdienen. Es geht vor allem auch darum, den Familienbetrieb für nachfolgende Generationen zu sichern.
Und welche sportlichen Ziele hat Felix von Roeder? "Ich möchte den Deutschen Meistertitel nach Diersburg holen, egal ob im Einzel, Doppel oder Mannschaft."

Favoriten

Lieblingsrebsorten:
Spätburgunder
Sauvignon Blanc
Grauburgunder
Hörbücher von:
Simon Beckett
Dan Brown
Harry-Potter-Reihe

Wenn möglich packt der Winzer Felix Freiherr Roeder von Diersburg in der Mittagspause das Cornhole-Board aus und trainiert. Der Wurfsport ist seine große Leidenschaft und er ist nicht nur Nationalspieler, sondern jetzt auch Mannschaftskapitän. | Foto: Michael Bode
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