4. August 2017, 19:17 Uhr | 0 | 55 Leser

Was die einzelnen Pflaumensorten unterscheidet, ist mehr als nur die Farbe
Zwetschgen schmecken nicht nur auf dem Kuchen

Lecker zum Backen, Einmachen und als Dessert: Zwetschgen haben jetzt Saison.
Lecker zum Backen, Einmachen und als Dessert: Zwetschgen haben jetzt Saison. (Foto: Andrea Rausch/Pixelio.de)

Prall, saftig und lila – so sehen die perfekten Zwetschgen aus. Die Früchte, die botanisch gesehen zu den Pflaumen zählen, sind echte Alleskönner in der Küche: Sie schmecken lecker auf dem Kuchen, passen zu Desserts, lassen sich als Marmelade, Konfitüre oder Fruchtmus einkochen und in den skandinavischen Ländern werden sie getrocknet sogar zu pikanten Speisen gereicht.
Jetzt hat das süße Steinobst Saison, auch wenn das Zwetschgenjahr 2017 nach den Frostnächten im Frühling eher knapp ausfallen dürfte in der Ortenau. Doch das tut der Liebe zu den Früchten, schließlich stammt eine der berühmtesten Vertreter – die Bühler Zwetschge – aus der Region, keinen Abbruch.

Mirabellen, Zwetschgen, Reneklauden – sie sind alle miteinander verwandt, denn sie gehören zu den Pflaumen. Sie unterscheiden sich in Form, Farbe und Größe. Pflaumen werden die runden, meist blauen oder rötlichen Früchte genannt, die eine deutlich weichere Konsistenz als Zwetschgen haben. Typisch ist auch die Furche, die sich wie eine Naht über die Frucht spannt. Da ihr Fruchtfleisch weich und süß ist, werden die Früchte seltener zum Backen verwendet. Besonders beliebt sind Pflaumenmarmelade oder -mus.

Nur so groß wie eine Murmel sind Mirabellen. Ihre Farbe reicht von gelb bis grün, manche Sorten haben rote Bäckchen. Wir alle Pflaumensorten sind auch sie süß und zuckerhaltig, allerdings sind sie etwas weniger aromatisch als ihre "großen" Verwandten. Gelb sind auch die Renekloden, die in der Größe zwischen Pflaumen und Mirabellen liegen. Bei allen drei Sorten löst sich der Stein, der sich im Inneren der Frucht verbirgt, nur schwer vom Fruchtfleisch.

Im Gegensatz dazu ist die Form einer Zwetschge eher länglich, den blauen Früchten fehlt auch die charakteristische Furche der Pflaumen. Der Stein ist flacher und löst sich im Vergleich leicht vom Fruchtfleisch. Letzteres ist leicht säuerlich und hat eine grünlich-gelbe Farbe – je nach Sorte. Die Farbe der Außenhaut variiert von blau bis schwarzblau. Typisch für Zwetschgen ist die weißliche Schicht, bei der es sich um natürlichen Fruchtwachs handelt, welche die Früchte überzieht.
Zwetschgen und Pflaumen brauchen Zeit, um zu reifen. Deshalb sollte, bevor die Früchte geerntet werden, darauf geachtet werden, dass die Schale auch den letzten Anschein eines grünlichen Schimmers verloren hat. Das kann, auch wenn die Früchte schon blau scheinen, gut zwei Wochen dauern. Dann schmecken die süßen Begleiter des Hochsommers am aromatischsten.

Wer keinen Garten hat, aber trotzdem in Zwetschgenkuchen schwelgen möchte, der sollte beim Kauf im Lebensmittelgeschäft oder auf dem Markt folgendes beachten: Die Früchte sollten glänzend und fest sein. Pflaumen und Zwetschgen reifen nicht nach, deshalb grünlich scheinende Früchte nicht nehmen. Auf eine kurze Lagerzeit weist ein praller Stilansatz hin. Sobald die Früchte Fältchen haben, sind sie nicht mehr frisch. Allerdings sollten auch überreife Früchte nicht in den Einkaufskorb wandern. Sie können schnell Druckstellen bekommen oder platzen.
Werden sie nicht direkt verwendet, werden sie am besten im Kühschrank gelagert: Dazu werden die Früchte kontrolliert und am besten in einer Papiertüte ins Gemüsefach gelegt. Auf keinen Fall die Früchte waschen: Die weiße Schutzschicht schützt die Zwetschgen nämlich unter anderem vor dem Austrocknen.

Haltbar gemacht werden die Früchte am besten durch Einkochen. Dazu den Stein entfernen und die gewaschenen Zwetschgen in ein Einmachglas legen. Mit Wasser so auffüllen, dass sie davon bedeckt sind. Wer mag, gibt Zimt dazu, lecker schmeckt auch ein eigens gekochter Sud. Neben Gewürzen wie eben Zimt, kann auch Rotwein oder Traubensaft verwendet werden.
Noch schneller geht Einfrieren: Die Früchte werden gewaschen und entsteint. Das geht am besten, indem man mit einem scharfen Messer die Zwetschge von oben nach unten an einer Seite aufschneidet und in zwei Hälften klappt. Dann den Stein herausnehmen. Wenn er sich schlecht vom Fruchtfleisch löst, dann war die Zwetschge noch nicht richtig reif. Wer sie kurz auf einem Blech anfriert und erst dann in einen Gefrierbeteul gibt, der verhindert, dass die Früchte aneinanderkleben.

Zwetschgen sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie enthalten die Vitamine C, A und E, die gut fürs Immunsystem sind. Hinzu kommen B-Vitamine, außerdem bringen Zwetschgen die Verdauung bestens in Schwung. gro