Nach mildem Winter
Betriebshof bereitet sich auf trockenen Frühling vor

Der städtische Betriebshof besitzt elf umgerüstete Räum- und Streufahrzeuge. Diese Flotte soll auch in den kommenden Wintern nicht verkleinert werden, um auf alle Wetterlagen vorbereitet zu sein. | Foto: Stadt Kehl
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  • Der städtische Betriebshof besitzt elf umgerüstete Räum- und Streufahrzeuge. Diese Flotte soll auch in den kommenden Wintern nicht verkleinert werden, um auf alle Wetterlagen vorbereitet zu sein.
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Kehl (st). Der große Wintereinbruch ist auf den Straßen der Region ausgeblieben. „Der Betriebshof musste bis heute viermal mit Räum- und Streufahrzeugen ausrücken“, bestätigt Frank Wagner, Leiter des Bereichs Grünflächenmanagement. „Zwei dieser Einsätze waren vorbeugend.“ Die 36 für den Winterdienst eingeteilten Mitarbeiter seien jedoch trotz der milden Temperaturen jederzeit auf den Ernstfall vorbereitet. Dabei bereiten dem Bereichsleiter vor allem die trockenen Wettervorhersagen für das Jahr 2020 Sorgen.

„In den Silos der Stadt liegen momentan etwas mehr als 490 Tonnen Salz“, erklärt Frank Wagner. „Der Betriebshof hat diesen Winter in den 16 Frostnächten insgesamt acht Tonnen Streugut verbraucht.“ Ein externer Mitarbeiter sei in ständiger Rufbereitschaft, um bei Bedarf in den Abendstunden Salz an Bushaltestellen zu streuen. „Bis jetzt zeigt sich der Winter sehr gemäßigt“, sagt der Bereichsleiter. „Vergangenes Jahr hatten wir 30 Einsätze; dieses Jahr wird zu den Vieren voraussichtlich keiner mehr hinzukommen.“

Wetterprognosen

Die ersten Wetterprognosen für das Frühjahr 2020 würden eher steigende Temperaturen nahelegen. „Der Betriebshof wappnet sich für die vorhergesagten, warmen und trockenen Wochen“, versichert Frank Wagner. „Bei andauernder Trockenheit in den Frühlingsmonaten gilt es in erster Linie die Grünanlagen der Stadt zu schützen.“ Vor allem die heimischen Böden hätten bisher kaum eine Chance gehabt, sich von den vergangenen regenarmen Jahren zu erholen. „Wir haben zurzeit andauernden Nieselregen, der unter anderem Baustellen oder Fußballplätze lahmgelegt hat“, erklärt der Bereichsleiter. „Ausgetrockneter Boden benötigt jedoch stärkeren Niederschlag, um sich von den Strapazen der Hitzewellen zu erholen.“

Flotte der Räum- und Streufahrzeuge

Für den Winterdienst hat der Betriebshof im September elf Fahrzeuge unterschiedlicher Größe umgerüstet. Die Breite der vor den Autos montierten Schneeschilder variiert dabei von 1,2 Metern bei den kleinen Streufahrzeugen, bis hin zu drei Metern bei den größten Einsatzfahrzeugen. „Trotz der milden Winter können wir weder die Anzahl der Fahrzeuge, noch das Salzlager effektiv verkleinern“, erklärt Frank Wagner: „Das Risiko von Blitzeis kann nie komplett ausgeschlossen werden.“

„Früher hat man erst bei Glatteis gestreut“, erinnert der Bereichsleiter. „Heutzutage setzt der Betriebshof vermehrt auf vorbeugende Einsätze“. So wird auf Brücken und in Kreisverkehren, den gefährlichsten Stellen im Straßenverkehr bei Blitzeis, bereits reine Salzsole aufgetragen, ehe die Minusgrade hereinbrechen und somit verhindert, dass Glatteis hier überhaupt entsteht. „Dieser Vorgang hat sich als günstiger erwiesen und schont, aufgrund des geringeren Salzanteils in der Sole, auch noch die heimische Umwelt“, erläutert Frank Wagner.

Die Salzsole hat zudem einen weiteren Vorteil: „Trockenes Streusalz ist dem Fahrtwind der Autos schutzlos ausgeliefert und somit oftmals wirkungslos“, weiß Frank Wagner. Reine Salzsole bleibe dagegen auf dem Straßenbelag haften. Einziges Manko: sie benötigt eine trockene Fahrbahn: „Das Gemisch verwässert bei nasser Straße schnell“, ergänzt Peter Grün, Leiter des städtischen Betriebshofs. „In diesem Fall ist der Betriebshof gezwungen, auf Streusalz zurückgreifen.“ Der Winterdienst in Kehl ist bis zum 8. März geplant.

Hintergrund

Die aktuellen Winterdienstpläne sind im Internet zu finden. Damit die Räumfahrzeuge ungehindert durch die betroffenen Straßen kommen, sollten Anwohnende ihre Autos dort nicht oder nur einseitig parken, betont Peter Grün. Gehwege hingegen liegen nicht im Aufgabengebiet des Betriebshofes. Die Räum- und Streupflichtsatzung der Stadt sieht vor, dass Kehlerinnen und Kehler selbst dafür zu sorgen haben, diese Bereiche werktags ab 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr schnee- und eisfrei zu halten. Diese Pflicht endet um 21 Uhr.

Der städtische Betriebshof besitzt elf umgerüstete Räum- und Streufahrzeuge. Diese Flotte soll auch in den kommenden Wintern nicht verkleinert werden, um auf alle Wetterlagen vorbereitet zu sein. | Foto: Stadt Kehl
Frühlingshafte Temperaturen und andauernde Trockenheit können für städtische Grünanlagen zum Problem werden, warnt der Betriebshof. | Foto: Stadt Kehl

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