Kehls Wappensäule vorm Rathaus erinnert an 200-Jahr-Feier
"Ein Denkmal, das den Namen auch verdient"

Die Wappensäule, erstellt von Steinmetzmeister Markus Beck, mit Gästeführer Klaus Gras (r.) sowie den Söhnen Reinhard und Martin Beck und Witwe Hanna Beck
  • Die Wappensäule, erstellt von Steinmetzmeister Markus Beck, mit Gästeführer Klaus Gras (r.) sowie den Söhnen Reinhard und Martin Beck und Witwe Hanna Beck
  • Foto: Erwin Lang
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (rek). Es sei dem inzwischen verstorbenen Steinmetzmeister Markus Beck zu verdanken, dass Kehl eine Wappensäule besitzt, erinnert sich Gästeführer Klaus Gras. Mit der Umgestaltung des Platzes vor dem Kehler Rathaus bekommt dieses Denkmal eine ganz neue Bedeutung. Von allen Seiten können Interessierte die verschiedenen Wappen der Stadt Kehl und deren Stadtteile betrachten. In diesen Tagen jährt sich die Herstellung der Kehler Wappensäule zum 45. Mal.

Zur 200-Jahr-Feier der Stadtrechte für Kehl gab es zahlreiche Veranstaltungen. Die Bürger erlebten einen Umzug durch die Stadt und zahlreiche Vorträge. Steinmetzmeister Markus Beck bekam zudem den Auftrag des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Trudbert Müller, eine Sandsteinsäule mit Wappen von Kehl und den Eingemeindungen – von Auenheim bis Zierolshofen – anzufertigen, so Gras. Damals jedoch fehlten noch zwei Gemeinden, die aber inzwischen längst zur Stadt Kehl gehören, nämlich Auenheim und Bodersweier.

Der erste Standort der Wappensäule war im Hof der damaligen Gewerbeschule und wurde zur 200-Jahr-Feier präsentiert. Steinmetz Markus Beck benötigte rund 200 Arbeitsstunden zur Fertigstellung dieser Säule, so die Aussage seiner Witwe Johanna Beck. Die Umsetzung in den Bereich des Rathauses erfolgte bereits im Herbst 1974. Im Rahmen der Umgestaltung des Rathausplatzes rückte die Sandsteinsäule nun in den Mitte des Platzes.

Ganz oben ist das Wappen der Stadt Kehl mit der Jahreszahl 1910 zu lesen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es dem Bürgermeister Hermann Dietrich gelungen, das vermögende Dorf mit der Stadt Kehl zu vereinen. Bei der 100-Jahr-Feier zur Vereinigung gab es eine rote Linie, die teilweise noch auf dem Boden der Stadt zu sehen ist, macht Gras auf diese Besonderheit aufmerksam. Diese Linie markierte die Stadtgrenze zwischen Dorf und Stadt Kehl.

Außerdem geben mehrere Info-Tafeln Auskunft, wie klein die Stadt Kehl und wie groß die Gemarkung Dorf Kehl war. Eine entsprechende Tafel befindet sich dazu auch direkt vor dem Rathaus.

Unter dem Wappen der Stadt steht auf dem Sandstein, "200 Jahre Stadtrechte Kehl 1774 – 1974". "Selbstverständlich darf der Hinweis auf die Partnerstadt Montmorency aus dem Jahr 1968 nicht fehlen", so Gras. Zu sehen ist die Liste die Gemeinden von Auenheim mit Gründungsdatum 1561 bis Zierolshofen mit Gründungsdatum 1780. "Es sind nicht nur die Jahreszahlen und die Namen der Gemeinden, sondern auch deren Wappen zu sehen", so Gras. In enger Zusammenarbeit mit dem Kehler Zahnarzt Klaus Hornung konnte Markus Beck die Historie in den Sandstein einmeiseln. Klaus Hornung hatte zuvor im Jahr 1973 ein Buch mit dem Titel "700 Jahre Condominatsgeschichte und Wappengeschichte der Großen Kreisstadt Kehl" herausgebracht.

"Ein Denkmal, das den Namen 'Denk mal' mehr als verdient hat", macht der historisch bewanderte Klaus Gras auf dieses Stück Zeitgeschichte am Rathaus aufmerksam.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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