Umgestaltung des Kehler Rosengarten
Knapp 1.000 neue Stöcke gesetzt
- OB Wolfram Britz (r.) und Betriebshofleiter Frank Wagner greifen auch zum Spaten.
- Foto: Stadt Kehl /Normann Mummert
- hochgeladen von Christina Großheim
Kehl (st) Seit Dezember 2025 sind die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs sowie einer Fachfirma für Landschaftsgartenbau aus Lahr dabei, den Rosengarten aufwendig umzugestalten. Inzwischen lässt sich sehr deutlich erkennen, wie die geblümte Parkanlage einmal aussehen soll. Anfang April sind annähernd 1.000 Einzelrosen in die dafür vorgesehenen Blumenbeete eingesetzt worden. Die Rosen tragen klangvolle Sortennamen wie „Schneeglocke“, „Kesse Lippe“ oder „Simsalabim“. Oberbürgermeister Wolfram Britz durfte am Donnerstagvormittag, 9. April, ebenfalls Hand anlegen und einige Strauchrosen mit der Bezeichnung „Bienenweide Ivory“ pflanzen.
Beim Blick auf das mehr als einen Hektar große Areal, das Zug um Zug in eine grüne Oase inmitten der Innenstadt verwandelt wird, gerät der stellvertretende Betriebshofleiter Frank Wagner regelrecht ins Schwärmen. „Stellen Sie sich vor, im Sommer können die Kinder auf dem Spielplatz spielen, die Eltern durch den neugestalteten Rosengarten schlendern, das Gastroangebot in der verkehrsberuhigten Jahnstraße nutzen oder auf den neuen Himmelsliegen an der Seebühne entspannen“, skizziert er.
Meilenstein erreicht
Bis es soweit ist, ist noch eine ganze Reihe an Arbeiten zu erledigen. Ein wichtiger Meilenstein konnte bereits erreicht werden: Die insgesamt zehn Beetstreifen als Herzstück des Rosengartens wurden mittlerweile bepflanzt. Nicht nur Rosen mit klangvollen Namen wie „Lollipop“, „Balou“ oder „Märchenzauber“ wurden dort eingesetzt, zu ihnen gesellen sich auch Staudengewächse. Dabei formen Rosen und Stauden ein Muster, das der natürlichen Struktur von Blättern nachempfunden ist. Das sorgt nicht nur für eine zusätzliche Farbenpracht, sondern erleichtert den Mitarbeitern des Betriebshofs später die Pflege. Die Stauden bieten einen sogenannten Verdunstungsschutz und sorgen somit dafür, dass die Rosen nicht vorschnell austrocknen. Hinzu kommt, dass die Beete allesamt mit einem speziellen Substrat aufgefüllt wurden, das für den Rosenwuchs optimal ausgestattet ist. Dieses „Null-Substrat“, weil nahezu keimfrei, ist zudem ein guter Boden für an sich weitestgehend anspruchslose Stauden. Auch bei der Rosenauswahl wurde darauf geachtet, dass die Blumen bunt, pflegeleicht und widerstandsfähig sind, damit sich Besucherinnen und Besucher möglichst lange daran erfreuen können. Darüber hinaus wurden zusätzlich zwölf Jungbäume gepflanzt. Sie sollen den Rosengarten verschatten und dadurch für mehr Aufenthaltsqualität sorgen.
Im Oktober, wenn die Außentemperaturen sinken, greifen die Mitarbeitenden des Betriebshofs erneut zu Spaten und Harke: Dann werden im Rosengarten Blumenzwiebeln eingesetzt, aus denen Narzissen, Krokusse und Blausterne (auch Scilla genannt) wachsen. Nachdem die Rosen im Herbst verblüht sind, sollen sie für einen „Winter- und Frühjahrsblütenzauber“ sorgen, wie Frank Wagner es beschreibt. „Dadurch bleibt der Rosengarten ganzjährig für Besucherinnen und Besucher attraktiv.“
Vorschläge aus Bürgerbeteiligung
Aber nicht nur in den Rosenbeeten soll es blühen, sondern auch in den Staudenbeeten am Eingang zum Rosengarten - von der Seebühne aus betrachtet. An den Böschungsflächen werden zudem Gräser gepflanzt. An Rosensäulen sollen sich Kletterrosen emporranken. Vor dem Pionierdenkmal entsteht ein sogenanntes Gartenzimmer. Das bezeichnet ein Rondell, bestehend aus acht kleinkronigen Zierkirschen. Dort werden Sitzmöglichkeiten angebracht, außerdem soll es einen Stromanschluss geben, sodass dort beispielsweise Trauungen vor blumig-schöner Kulisse vollzogen oder kleine Konzerte gespielt werden könnten.
Der Vorschlag, im Rosengarten besagtes Gartenzimmer einzurichten, entstammt der umfangreichen Bürgerbeteiligung 2024. An drei Abendterminen hatte die Stadt Interessierten die Gelegenheit gegeben, sich mit Ideen und Anregungen bei der Neugestaltung der Parkanlage einzubringen. „Als Kernwunsch wurde an uns herangetragen, die Identität des Rosengartens zu erhalten“, berichtet Frank Wagner. Darüber hinaus hatten sich die Teilnehmer einen barrierefreien Zugang zum Rosengarten gewünscht. Auch das ist in Arbeit: Besucher werden die umgestaltete Parkanlage aus allen vier Himmelsrichtungen betreten können. Und abgesehen von einer Treppe, die zur Jahnstraße führt, sind diese Eingänge stufen- und hürdenlos konzipiert.
Ein Bürgerwunsch, der indes bereits erfüllt werden konnte, ist der autofreie Abschnitt der Jahnstraße. Pünktlich zum Monatsbeginn am 1. April haben Mitarbeitende des Betriebshofs Poller in den Boden eingelassen, sodass es an dieser Stelle für Autos kein Durchkommen mehr gibt. Bereits 2021 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Parkbuchten in der Jahnstraße als Außenbewirtungsflächen zur Verfügung zu stellen. Im Jahr darauf (2022) entfernten Mitarbeitende des Betriebshofs Teile der Hecke entlang der Jahnstraße und öffneten so den Blick in den Rosengarten. 2024 wurden dann die beiden Gastroterrassen gebaut.
Ebenfalls auf der Zu-Erledigen-Liste des Betriebshofs bis zum Sommer steht ein zusätzlicher Trinkbrunnen. Dieser soll am Verbindungsweg zwischen Jahnstraße und Sankt-Nepomuk-Kirche installiert werden. Die Idee: Radtouristen, die vom Garten der zwei Ufer in die Innenstadt fahren oder in umgekehrter Richtung unterwegs sind, können sich dort erfrischen. Der Standort ist bewusst gewählt, bildet er doch mit den bestehenden Trinkwasserbrunnen auf dem Marktplatz und im Garten der zwei Ufer eine Achse. Ebenfalls auf dem Verbindungsweg, der den Rosengarten von der Seebühne trennt, soll eine Hörbox aufgestellt werden, an der es Hintergrundinformationen zur Geschichte des Rosengartens gibt. Und nahe der Seebühne sollen vier Himmelsliegen aufgestellt werden, die zum Verweilen einladen.
Projekt im Kostenrahmen
Und noch eine gute Nachricht: Der Gemeinderat hatte die Umgestaltung des Rosengartens vor einem Jahr in seiner Sitzung am 9. April 2025 beschlossen. Damals wurden die Kosten auf rund 700.000 Euro beziffert. In diesem Kostenrahmen bewegt sich das Projekt nach wie vor.
Die Umgestaltung des Rosengartens reiht sich ein in eine Vielzahl von Projekten, die umgesetzt werden und wurden, um die Aufenthaltsqualität in Kehl zu steigern. Selbst geografisch bilden diese Projekte eine Reihe, weshalb Oberbürgermeister Wolfram Britz in diesem Zusammenhang von einer Erholungsmeile sprach. Vom Rosengarten aus führt sie zur 2024 erneuerten Altrheinbrücke und von dort aus weiter zum Wasserband-Spielplatz, der derzeit aufwendig saniert wird, zum gesperrten Weißtannenturm, dessen Sanierung noch bevorsteht, bis zur Schwimmbadstraße, wo bekanntlich das Ganzjahresbad geplant ist. „An ganz vielen Stellen wird von der Stadt für die Stadt investiert“, sagte OB Wolfram Britz.







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