Gemeinwesen Kreuzmatt
Kommunikation auf neuen Kanälen

Die Fensterberatung wird im Stadtteil gut angenommen. Die Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit – Katharina Lauble (links im Fenster) und Stefanie Studer – spüren den Redebedarf der Menschen deutlich.
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  • Die Fensterberatung wird im Stadtteil gut angenommen. Die Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit – Katharina Lauble (links im Fenster) und Stefanie Studer – spüren den Redebedarf der Menschen deutlich.
  • Foto: Stadt Kehl
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Kehl (st). Wo gibt es noch Schutzmasken? Wie ist die Ansprechperson für das jeweilige Problem zu erreichen? An welchen Orten kann sich die eigene Familie bei der bevorstehenden Hitze abkühlen? „Die Menschen der Kreuzmatt haben in Zeiten von Corona eher mehr, als weniger Fragen an uns“, erklärt Stefanie Studer, stellvertretende Leiterin der Gemeinwesenarbeit des Stadtteils. „Dabei haben sich frische Kanäle aufgetan.“ Der neue Umgang miteinander beinhaltet neben Tüten voller Bastelideen, auch die Beratung am Sorgentelefon und Fenstergespräche vor Ort.

Im Fensterrahmen der Villa "RiWa", dem Büro der Kreuzmatter Gemeinwesenarbeit, lehnt sich Stefanie Studer nach vorne. Menschen mit Schutzmasken tummeln sich auf der Grünfläche vor dem Gebäude. Die Bewohner des Stadtteils haben ein großes Bedürfnis sich auf den neusten Stand zu bringen: „Durch Corona haben wir gemerkt, dass wir dringend auf mehreren Kanälen erreichbar sein müssen“, sagt Stefanie Studer. „Heutzutage schaut längst nichtmehr jeder auf die Informationstafel im eigenen Wohnblock.“

Neben diversen Whatsapp-Gruppen erstellten die Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt einen Instagram-Account für aktuelle Angebote. „Besonders wichtige Informationen verteilen wir per Flyer, die wir in die Briefkästen werfen“, erläutert die stellvertretende Leiterin. „Der Aufwand für solche Aktionen ist allerdings auf Dauer zu hoch für zwei Personen.“ Deshalb biete man in der Villa RiWa nun regelmäßig Beratungsgespräche am Fenster an.

„Auf diesem Weg können wir nicht nur mit den Menschen in Kontakt bleiben, sondern erfahren auch mehr über ihre Bedürfnisse“, erklärt Stefanie Studer. So kreisten die Nachfragen der Bewohner des Stadtteils zurzeit verstärkt um den bevorstehenden Hochsommer: „Uns erreicht vermehrt die Frage, wie sich die eigene Familie in einer Hitzewelle abkühlen kann“, berichtet die stellvertretende Leiterin. „Die Menschen hier haben nur einen kleinen Balkon und somit naturgemäß weniger Optionen ihren Alltag in den Sommermonaten etwas erträglicher zu gestalten.“ Allerdings warnt sie davor, den Rhein zur Abkühlung zu nutzen. Das Schwimmen in diesem Gewässer könne schnell lebensgefährlich werden.

Bedürfnisse eines Stadtteils

„Die Menschen in der Kreuzmatt sind gut vernetzt und haben sich zu Beginn der Corona-Beschränkungen schnell organisiert“, berichtet Stefanie Studer. So schwärmt ein älterer Mann im Gespräch mit der stellvertretenden Leiterin vom Einkaufsdienst im eigenen Haus: „Zwei Nachbarskinder gehen jeden Dienstag und Donnerstag für mich einkaufen. Das klappt seit der ersten Minute problemlos.“

Doch man dürfe die körperliche Distanz in Zeiten von Mindestabstand und Kontaktverbot nicht mit sozialem Desinteresse verwechseln: „Die Menschen haben ein großes Verlangen nach Austausch“, erläutert Stefanie Studer. „Ich telefoniere jede Woche mit den unterschiedlichsten Personen.“ Gerade deshalb arbeiten die Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit in der Villa "RiWa" momentan auf Hochtouren daran, das Angebot für die Kreuzmatt schnellstmöglich wieder hochzufahren.

„Die Familien nehmen zurzeit unser Ausleih-Angebot im Rahmen der Internationalen Kinderbibliothek mit großem Interesse an“, erzählt die stellvertretende Leiterin. „Nach den Pfingstferien werden wir sowohl mit einem Open-Air-Sportprogramm durchstarten, als auch Ende Juni mit der Lernwerkstatt.“ Des Weiteren freuen sich zahlreiche Lernbegleiter darauf, die Kinder beim Lernen zu unterstützen. Abstandsregeln und Hygienevorschriften seien dabei von Anfang an in die Planung des Neustarts miteingeflossen, erklärt Stefanie Studer.

Das Bedürfnis nach Freizeitangeboten ist mittlerweile ebenfalls in der Notbetreuung der Schulen zu vernehmen: „Nachmittags betreue ich Kinder in der Josef-Guggenmos-Schule“, sagt Katharina Lauble, FSJlerin der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt. „Es vergeht kein Tag, an dem die Jungen und Mädchen nicht danach fragen, wann sie uns wieder in der Villa RiWa besuchen können.“ Das Kindertreff-Angebot laufe zwar momentan über sogenannte Spieltüten voller Ideen zum Zeitvertreib ab, welche die Kleinen abholen können, ersetze aber keinen direkten Kontakt: „Die Villa 'RiWa' ist das Stadtteilzentrum der Kreuzmatt“, sagt Dr. Marcus Kröckel, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur. „Wir freuen uns darüber, den Neustart zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern anzugehen.“

Die Matschanlage auf dem Spielplatz neben der Villa "RiWa", ein Bereich im Sand, der mit einer Pumpe unter Wasser gesetzt werden kann, sei momentan ebenfalls der Mittelpunkt vieler Gespräche. Die Hauptattraktion für viele Kinder des Stadtteils ist zurzeit vom Wassernetz genommen. „Zu diesem beliebten Familientreffpunkt erreichen uns viele Anfragen“, erklärt Stefanie Studer. „Allerdings erhalten wir, nachdem wir die Lage erklärt haben, zum Großteil Verständnis für die Entscheidung.“ Im Zuge der Corona-Krise sind Brunnen sowie Matschanlagen stillgelegt worden, um Ansammlungen von Menschen zu vermeiden. Neuigkeiten zu diesem und weiteren Themen können die Menschen der Kreuzmatt wieder zusammen mit Stefanie Studer diskutieren, am Fenster der Villa "RiWa".

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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