Kritische Punkte im Stadtgebiet
Marode Altrhein-Brücke wird ersetzt

Eine zwölfköpfige Gruppe rund um den Ersten Beigeordneten Thomas Wuttke (r.) besichtigte bei einer Beradelung wichtige Stellen des städtischen Radwegenetz.
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  • Eine zwölfköpfige Gruppe rund um den Ersten Beigeordneten Thomas Wuttke (r.) besichtigte bei einer Beradelung wichtige Stellen des städtischen Radwegenetz.
  • Foto: Stadt Kehl
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Kehl (st). Den Radverkehr für die Bürger attraktiver zu machen, indem man Gefahrenstellen und Barrieren identifiziert und beseitigt, sowie die Fahrradinfrastruktur verbessert und ausbaut, war auch dieses Jahr das Ziel der Stadtberadelung, zu welcher der Arbeitskreis Radverkehr eingeladen hatte. Eine zwölfköpfige Gruppe rund um den Ersten Beigeordneten Thomas Wuttke machte sich gemeinsam auf, um die Fortschritte und Herausforderungen für Radfahrende im Stadtgebiet bei einer gemeinsamen Ortsberadelung zu diskutieren. Hans-Jürgen Schneider, Leiter des Bereichs Tiefbau, Grünflächenmanagement und Betriebshof, stellte den teilnehmenden Bürgern, Arbeitskreismitgliedern und Fahrradaktivisten die städtischen Maßnahmen vor. Die Stadt hat bereits einige Radschutzstreifen angelegt und weitere geplant. Darüber hinaus sollen Querungshilfen an Schnellstraßen und der Ausbau von Fahrradwegen umgesetzt werden.

Erneuerung der Geh- und Radwegbrücke über den Riedgraben geplant

Im Bereich der Hauptstraße werden derzeit im Auftrag der Stadt neue Radschutzstreifen markiert. Diese sollen den Schutz von Radfahrenden in diesem viel befahrenen Bereich verbessern und in Verbindung mit den Abschnitten der Tempo-30-Zonen eine durchgängige fahrradsichere Strecke von Sundheim bis in die Innenstadt gewährleisten. Diese Zonen könnten möglicherweise im Rahmen der nächsten Etappe des Lärmaktionsplans vom Gemeinderat beschlossen werden, erklärt Hans-Jürgen Schneider den Anwesenden.

Die nächste Station der gemeinsamen Beradelung führte die Gruppe in die Pfarrgasse, welche inzwischen eine Einbahnstraße und für Autofahrer – von der Kinzigallee kommend – nicht mehr befahrbar ist. Fahrradfahrende hingegen dürfen diese in beide Richtungen befahren, erklärt Hans-Jürgen Schneider. In nächster Nähe zur Pfarrgasse führt eine kleine Geh- und Radwegbrücke über den Riedgraben. Diese sei mittlerweile aber baufällig und soll daher bald erneuert werden. Geplant ist, eine Brücke mit höherer Tragkraft zu bauen, damit sie auch von den Räum- und Streufahrzeugen des Betriebshofs genutzt werden kann. Auch an Fahrradfahrende wird bei dem Neubau gedacht: Der Neubau soll über erhöhte Geländer verfügen, um die Absturzsicherheit zu gewährleisten, informiert Gerlinde Ulrich die Anwesenden.

Graudenzer Straße wird fahrradfreundlicher

Auch im Bereich der Graudenzer Straße werden Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit getroffen. Die Teilnehmenden wurden in diesem Zusammenhang von Hans-Jürgen Schneider darüber unterrichtet, dass auf Höhe des Verladegeländes der Firma Bürstner zukünftig zwei flach geneigte Rampen die Zufahrt vom Kinzigdamm auf die Graudenzer Straße erleichtern sollen.

In der Mitte der Fahrbahn soll eine Überquerungshilfe angelegt werden. Von dort ist es möglich die Graudenzer Straße in Richtung Hafenstraße zu passieren. In der vorherigen Dreiecksinsel der gegenüberliegenden Einmündung wird eine Fahrradfurt hergestellt über die der noch zu planende – in beide Richtungen befahrbare – Radweg westlich der Hafenstraße erreicht werden kann. Dieser Radweg soll über den Kreisverkehr im Hafen führen und auf Höhe der Ludwigstraße enden. Ab dort können Radfahrende über die beidseitig markierten Radschutzstreifen in der Hafenstraße zur Einmündung in die Straßburger Straße gelangen, um über die Trambrücke nach Frankreich zu kommen. Der nächste neuralgische Punkt des Radwegnetzes befindet sich nur etwas mehr als einen Kilometer südlich des Verladegeländes der Firma Bürstner auf Höhe des Ehrenfriedhofs, wo der Geh- und Radweg in Verlängerung der Hirtenstraße auf die Graudenzer Straße trifft. Dort wird derzeit die Fahrbahn erweitert um eine Überquerungshilfe in der Fahrbahnmitte anlegen zu können.

Die bisherige steile Rampe vom Kinzigdamm zur Straße wird abgeflacht. In Zukunft wird die Steigung nur noch sechs Prozent betragen. Angesprochen auf die Möglichkeit ein Tempolimit in der Graudenzer Straße einzuführen, weist Hans-Jürgen Schneider darauf hin, dass dies nicht ohne weiteres umsetzbar sei, da die Straße dem Land gehöre. Gerlinde Ulrich vom städtischen Verkehrswesen stellt fest: „Die geplante Lösung stellt eine deutliche Verbesserung zur derzeitigen Situation dar.“

Im Rheinvorland haben Fußgänger Vorrang

Weiter südlich, neben der Brücke über die Kinzig und B28, wurde ein Teilstück des Radweges nach Willstätt befestigt. Außerdem wurde die Querneigung verbessert, damit sich bei Regenfällen das Wasser nicht mehr auf dem Weg sammelt. Der Radweg nördlich der Vogesenallee, der Neumühl mit Kehl und Sundheim verbindet, führt durch einen Baumbestand. Damit Schüler und Berufspendler im Kreuzungsbereich Höhe Flugplatz in der Dämmerung besser gesehen werden, wurden hier Solarleuchten aufgestellt. Eine durchgehende Radwegbeleuchtung ist aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund von technischen Hemmnissen derzeit nicht sinnvoll zu realisieren.

„Deshalb wurde die Solarbeleuchtung als Insellösung für die besichtigte Gefahrenstelle gewählt – sie trägt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für die Radfahrenden an dieser Stelle bei“, fasst Hans-Jürgen Schneider zusammen. Sobald an der Stelle der geplante Radschnellweg gebaut wird, soll der ortsverbindende Radweg durchgehend beleuchtet werden. Laut Michael Görlitz vom städtischen Bereich Tiefbau prüft die Stadtverwaltung derzeit noch – in Absprache mit dem Umweltamt – ob und wie eine ortsverbindende Radwegbeleuchtung neben geschützten Waldbeständen installiert werden darf.

Bei der Einmündung zum Baugebiet Schneeflären ist eine Absenkung des Bordsteins für Fahrräder geplant, damit Radfahrende dort stufenlos auf die Vogesenallee einbiegen können. Südlich des Gartens der Zwei Ufer befindet sich ein Uferweg, der für Radfahrende eigentlich nicht geeignet ist, da eine alte und schmale Fußgängerbrücke ein Nadelöhr verursacht, wenn sie sowohl von Fahrradfahrenden als auch von Fußgängern benutzt wird. Der Erste Beigeordnete Thomas Wuttke erläutert: „Der beengte Raum auf der Brücke könnte Konflikte zwischen schnellen Radfahrenden und Fußgängern provozieren. Wer gemütlich im Rheinvorland spazieren fahren will oder zusammen mit Fußgängern unterwegs ist, kann sein Fahrrad gerne über die Brücke schieben. Pendler und Schnellfahrende haben die Möglichkeit, die ausgeschilderte Wegstrecke über die Kronenhofsiedlung zu nutzen.“ Hans-Jürgen Schneider fügt hinzu, dass der schmale Brückensteg auch im Falle der Sanierung nur mit einer maximalen Breite von 1,5 Meter für Fußgänger erneuert wird. Zusätzliche Markierungen und Piktogramme oder auch die Montage eines Verkehrsspiegels sollen diese Wegstrecke dann für die Radfahrende besser erkennbar und sicherer machen.

Auch die malerische Brücke über den Altrhein in Verlängerung der Großherzog-Friedrich-Straße ist inzwischen marode und soll daher durch einen breiteren Neubau ersetzt werden. Die neue Brücke ist derzeit für 2023 geplant und soll teilweise durch Fördergelder finanziert werden. Bénédicte Fröhlich vom ADFC gibt zu bedenken, dass diese Stelle im Stadtgebiet besonders wichtig und schön sei. Zudem befürchte sie, dass sich der Charakter des Altrheingebiets durch die neue Überquerung verändern könne. Hans-Jürgen Schneider kann derartige Befürchtungen zerstreuen: „Der Charakter der Brücke in der Großherzog-Friedrich-Straße wird sich nicht wesentlich verändern. Es handelt sich um eine schöne Holzkonstruktion mit vier Metern Breite.“

Eine zwölfköpfige Gruppe rund um den Ersten Beigeordneten Thomas Wuttke (r.) besichtigte bei einer Beradelung wichtige Stellen des städtischen Radwegenetz.
Abriss einer Verbindungsrampe vom Kinzigdamm auf die Graudenzer Straße
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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