Der Osten Frankreichs gilt jetzt als Risikogebiet
Neue Lage für Kehl in Sachen Corona

Kehl (st). Seit Mittwochmorgen, 10 Uhr, gilt Straßburg als Corona-Risikogebiet. Das Robert-Koch-Institut hat die gesamte Région Grand Est mit dem Elsass, Lothringen und Chamapgne-Ardenne mit ihren mehr als fünf Millionen Einwohnern in die Liste der internationalen Risikogebiete mit aufgenommen. Laut der regionalen Gesundheitsbehörde Grand Est sind im Département Bas-Rhin, zu dem Straßburg gehört, 104 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert (Stand: 10. März, 17 Uhr).

Starke Einschränkungen für Ein- und Auspendler

Für die Stadt Kehl hat es weitreichende Konsequenzen, dass der Großraum Straßburg nun Teil eines Risikogebietes ist; die Stadt Kehl schließt sich allen Empfehlungen an, die für Risikogebiete gelten und das bedeutet: Städtische Beschäftigte mit Wohnsitz in Straßburg müssen zu Hause bleiben, Arbeitnehmern, die in Kehl wohnen und in Straßburg arbeiten, wird ebenfalls empfohlen, zu Hause zu bleiben, Kehler Kinder, die in Straßburg zur Schule gehen, sollten ebenso vom Unterrichtsbesuch absehen wie Studierende der Universität Straßburg, die in Kehl wohnen. Kehler Kleinkinder können die deutsch-französische Krippe bis auf weiteres nicht besuchen.

Auch an Kehler Unternehmen muss die Stadt nun die Empfehlung weitergeben, die Präsenz von Beschäftigten aus dem Elsass möglichst zu vermeiden. Mit Einschränkungen im Stadtbusverkehr ist zu rechnen. Ostermarkt und Frühlingsfest sind abgesagt. Die Zahl der in Kehl unter häuslicher Quarantäne stehenden Mitbürger liegt noch immer im einstelligen Bereich.

OB: Nicht in Panik verfallen

Aufgrund der vielfältigen und engen Verflechtungen von Straßburg und Kehl sind die Auswirkungen der Entscheidung des Robert-Koch-Instituts für Kehl gravierend. Oberbürgermeister Toni Vetrano warnt jedoch davor, in Panik zu verfallen: „Es geht jetzt um Schadensbegrenzung“, sagte er am Mittwoch angesichts der neuen Lage. Ziel aller Maßnahmen, die nun ergriffen würden, sei es, die Ausbreitung des Coronavirus zeitlich zu verlangsamen. Zum einen müsse verhindert werden, dass zu viele Menschen gleichzeitig erkranken, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, zum anderen gelte es alte, chronisch Kranke sowie Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen. In diesem Zusammenhang bittet er um Verständnis für die Entscheidungen, die nun getroffen wurden.

Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte:

  • Beschäftigte der Stadt mit Wohnsitz im Großraum Straßburg müssen vom 12. März an zu Hause bleiben und – wenn möglich – von dort aus arbeiten.
  • Die bei der Stadt Kehl angestellten Erzieherinnen, die in der deutsch-französischen, grenzüberschreitenden Kinderkrippe arbeiten, müssen zu Hause bleiben.
  • Kehler Eltern, deren Kinder die deutsch-französische, grenzüberschreitende Krippe besuchen, müssen diese vom 12. März an zu Hause betreuen.
  • Da alle Einpendler aus dem Elsass jetzt aus einem Risikogebiet kommen, gibt die Stadt die damit zusammenhängenden Empfehlungen an die Unternehmen weiter.

Auspendler in den Großraum Straßburg:

  • Die Stadt empfiehlt Eltern von Kehler Kindern, die in Straßburg zur Schule gehen, diese nicht in die Schule zu schicken.
  • Studierenden der Universität Straßburg, die in Kehl wohnen, wird empfohlen, derzeit nicht an Unterrichtsveranstaltungen in Straßburg und dem Elsass teilzunehmen.

Einschränkungen bei der Stadtverwaltung:

  • Die Öffnungszeiten des Bürgerservices der Stadt müssen – aufgrund des zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlichen Krankenstandes – eingeschränkt werden: Der Bürgerservice schließt am Donnerstag (12. März) um 12 Uhr, bleibt am Freitag geschlossen und öffnet damit erst am Montag wieder. Die genauen Öffnungszeiten werden am Freitag (13. März) bekannt gegeben.
  • Kehler werden gebeten, alle mit der Stadtverwaltung zu regelnden Angelegenheiten möglichst zu verschieben und nur in dringenden Fällen die Rathäuser aufzusuchen.
  • Die Stadtverwaltung erreicht bereits eine Vielzahl von Mails und Anrufen zum Thema Corona-Virus. Oberbürgermeister Toni Vetrano bittet um Verständnis, dass es nicht möglich ist, diese Anfragen einzeln zu bearbeiten und verweist auf die städtische Homepage, die laufend aktualisiert wird.
  • Alle Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die Symptome einer Erkältungskrankheit zeigen, sollten von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich telefonisch vom Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen.
  • Die Verwaltung erweitert derzeit die Möglichkeiten, dass Beschäftigte auch von zu Hause aus arbeiten können.

Absage von städtischen Veranstaltungen

  • Das Frühlingsfest am 4. und 5. April, einschließlich des verkaufsoffenen Sonntags, wird abgesagt.
  • Der Ostermarkt wird in diesem Frühjahr nicht stattfinden.
  • Alle in geschlossenen Räumen stattfindenden städtischen Veranstaltungen, bei denen mehr als 200 Menschen zusammenkommen sollten, sind zunächst bis Ostern abgesagt, das gilt auch für die am 3. April geplante Theaterveranstaltung.
  • Einige externe Veranstalter, darunter auch Kehler Unternehmen, haben Termine in der Stadthalle ebenfalls storniert.
  • Nicht stattfinden können derzeit in der Stadthalle auch bereits geplante, große Hochzeitsfeiern.
  • Abgesagt ist auch das zur Feier des 25jährigen Bestehens der Gemeinwesenarbeit geplante Fest in der Kreuzmatt am Montag, 16. März.
  • Der Auftakt zur Puppenparade am Samstagvormittag, von 10 Uhr an, auf dem Vorplatz des Kulturhauses findet statt; die für 12.30 Uhr geplante offizielle Eröffnung der Puppenparade mit Marionettentheater in der Sparkasse fällt indes aus.
  • Im Frauen- und Mütterzentrum finden in den kommenden zwei Wochen keine Veranstaltungen und Kurse statt.

Personen in Quarantäne

In Kehl befinden sich derzeit 24 Schüler in häuslicher Quarantäne: Es handelt sich um Schüler aus Kehl, welche die Moscherosch-Schule in Willstätt besuchen.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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