Pfarrer Matthias Ibach verabschiedet
Letzter Gottesdienst voller Dank
- Pfarrer Ibach war emotional sehr berührt, wie viele Menschen zu seinem Abschied gekommen waren.
- Foto: Fotostudio Wernert Lahr
- hochgeladen von Matthias Kerber
Kippenheim (st) Mit einem festlichen Patrozinium, einer bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche und vielen persönlichen Worten hat die Kirchengemeinde Pfarrer Matthias Ibach verabschiedet. Nach fast 13 Jahren in Kippenheim feierte er dort am Samstag, 19. September, seinen letzten offiziellen Gottesdienst – gemeinsam mit Pfarrer Nelson Ribeiro und vielen Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.
„Danke“ – dieses Wort hätte wohl kaum besser über diesem Abend stehen können. Während es groß an die Rückwand der Kippenheimer Pfarrkirche St. Mauritius projiziert wurde, fiel durch die bunten Kirchenfenster das Licht der spätsommerlichen Sonne in den Kirchenraum. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, zusätzliche Stühle mussten aufgestellt werden. Mehr als 50 Ministranten zogen zu Beginn gemeinsam mit Pfarrer Matthias Ibach und Pfarrer Nelson Ribeiro ein – ein eindrucksvolles Bild zum Auftakt eines besonderen Gottesdienstes.
Für Matthias Ibach war es ein Abschied in mehrfacher Hinsicht. Fast 13 Jahre lang war Kippenheim Mittelpunkt seines Wirkens als Pfarrer und Seelsorger. Nun feierte er dort seinen letzten offiziellen Gottesdienst – zugleich seinen letzten in der Kirchengemeinde Südliche Ortenau. Offizieller Zelebrant war der leitende Pfarrer Nelson Ribeiro, doch natürlich gehörte dieser Gottesdienst noch einmal in besonderer Weise Matthias Ibach selbst: mit seiner Stimme, seinen Erinnerungen und seinem Blick zurück auf viele Jahre gelebter Seelsorge.
Dass der Abschied mit dem Patrozinium des heiligen Mauritius verbunden wurde, ließ gleichzeitig den Blick nach vorne offen. So wurden im Gottesdienst auch 14 neue Ministranten aus den Gemeinden der früheren Seelsorgeeinheit aufgenommen. Ihre Plaketten wurden gesegnet und ihnen anschließend überreicht – ein schöner Kontrast an diesem Abend: Während für einen langjährigen Pfarrer ein Kapitel zu Ende ging, begannen junge Menschen ihren Dienst in den Gemeinden.
Es ging immer um Menschen
In seiner Predigt blickte Matthias Ibach auf Stationen und Begegnungen seines priesterlichen Lebens zurück. Immer wieder ging es dabei um Menschen: um Kinder und Jugendliche, um Erstkommunionen und Ministrantenwallfahrten, um Familien aber auch um Begegnungen am Krankenbett. Seelsorge von der Wiege bis zur Bahre – und dazwischen unzählige kleine und große Momente, in denen Beziehungen entstanden sind. Das biblische Bild vom Schatz im Acker wurde dabei zu einem Bild für solche Erfahrungen: für Begegnungen, in denen etwas Kostbares aufscheint und bleibt.
Auch in den Grußworten am Ende des Gottesdienstes wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Verbindungen in diesen Jahren gewachsen sind. Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod sprach stellvertretend für die politischen Gemeinden und brachte es mit einem einfachen Satz auf den Punkt: „Beruf kommt von Berufung.“ Ibach habe Verantwortung übernommen und dabei stets auch das Wohl der Gemeinschaft im Blick gehabt.
Für die evangelischen Gemeinden verabschiedete sich Pfarrer Jörg Herbert aus Mahlberg. Er brachte ein Brot mit – in Erinnerung an seine erste Begegnung mit Matthias Ibach, bei der dieser ihm ebenfalls Brot geschenkt hatte. Aus der kleinen Geste wurde an diesem Abend ein starkes Bild für Gemeinschaft, Teilen und für das, was über viele Jahre wachsen durfte.
Katja Fäßler, Vorsitzende des Pfarreirats und selbst aus der früheren Seelsorgeeinheit Kippenheim, dankte im Namen der vielen Gruppen und Engagierten. Sie erinnerte an einen Pfarrer, für den Menschen wichtiger waren als starre Regeln und der über viele Jahre begleitet, unterstützt und miteinander verbunden hat. Als persönliches Abschiedsgeschenk erhielt Matthias Ibach ein Rezeptbuch – passend zu einem Pfarrer, der nicht nur gerne Brot backt.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von drei Kirchenchören und der Musikgruppe Spirit Voice gestaltet. Besonders persönlich wurde es mit einem eigens für den Abschied getexteten Lied. Sein Refrain brachte vieles von dem auf den Punkt, was an diesem Abend zu spüren war: Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit – und auch ein wenig Wehmut darüber, dass sie nun zu Ende geht.
Nach gut zwei Stunden verlagerte sich der Abschied aus der Kirche in den Pfarrsaal und auf den Hof. Die Gemeindeteams der ehemalischen Seelsorgeeinheit hatten gemeinsam für Essen und Getränke gesorgt, und noch bis weit in den Abend hinein wurde erzählt, gelacht, zurückgeblickt, Hände geschüttelt und manches persönliche Wort gewechselt. Auch hierbei war der Andrang groß – und vielleicht lag gerade darin das passendste Abschiedsgeschenk: noch einmal viele der Menschen zusammenzubringen, deren Wege sich in den vergangenen Jahren mit dem von Matthias Ibach gekreuzt hatten. Auf persönliche Geschenke hatte er im Vorfeld ausdrücklich verzichten wollen. Stattdessen bat er um Spenden für das Frauenhaus Ortenau.
Nach fast 13 Jahren endet damit ein langer gemeinsamer Weg in Kippenheim. Was bleibt, sind Erinnerungen an Gottesdienste, Gespräche, gemeinsame Projekte, schwierige und schöne Momente – und vor allem an viele Begegnungen. Oder, passend zu diesem Abend gesagt: viel Grund, Danke zu sagen.





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