Umbau Huftiergehege im Stadtpark
Barrierefreie Sicht aufs Damwild

Das Huftiergehege im Lahrer Stadtpark bekommt ein neues Gesicht.
  • Das Huftiergehege im Lahrer Stadtpark bekommt ein neues Gesicht.
  • Foto: Stadt Lahr
  • hochgeladen von Christina Großheim

Lahr (st). Mit dem Neubau der Anlage für die Erdmännchen und die Saimiri, auch als Totenkopfäffchen bekannt, wurden 2016 im Stadtpark Lahr neue Maßstäbe gesetzt. „Kein Wunder, dass die Besucher daraufhin Defizite beim Erscheinungsbild des Huftiergeheges ausmachten“, sagt Richard Sottru, Leiter der Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt der Stadt Lahr, „Die längste Tradition hat tatsächlich die Haltung von Damwild im Park.“

Schon wenige Jahre nach dem Tod des Parkstifters wurden die beiden Grundstücke, die seither als Huftiergehege dienen, von der Stadt gekauft. An dem knapp 2.000 Quadratmeter großen Gehege wurden im Laufe der Zeit immer wieder Veränderungen vorgenommen. „Die Vielzahl der dort untergebrachten Tiere hat dazu geführt, dass die Anlage heute sehr kleinteilig und unübersichtlich wirkt. Eine Verbesserung ist also unbedingt angebracht“, so Sottru.

Zunächst hatte man überlegt, die neu gewonnenen Flächen der Landesgartenschau im Seepark zu nutzen und die Tiere dorthin umzusiedeln. Allerdings wäre dort eine extensive Haltung auf grüner Wiese nicht möglich gewesen, ohne die gestalterische Qualität und freie Nutzbarkeit des Seeparks einzuschränken. „Die öffentliche Diskussion zu diesem Thema ließ auch erahnen, dass die Besucher nicht auf das Damwild als Bestandteil des Lahrer Stadtparks verzichten wollen und eine Verbesserung der Bestandssituation direkt im Park gewünscht ist“, weiß Richard Sottru.

Daher wurden verschiedene Vorschläge erarbeitet, die jetzt umgesetzt werden:

  • Die abgenutzten Schotter- und Pflasterflächen werden für eine gute Begehbarkeit durch die Tiere als wassergebundene Flächen erneuert. Für ein naturnahes Bild werden neue Pflanzbereiche in das Gehege integriert.
  • Das Niederschlagswasser der Gebäude und die Flächenentwässerung werden neu gefasst. Es entstehen temporäre Wasserflächen.
  • Die aus unterschiedlichsten Materialien hergestellten Gehege und Unterteilungen werden entfernt.
  • Eine barrierefreie Beobachtungsmöglichkeit wird hergestellt, indem das vorhandene Gefälle von mehr als zwei Metern innerhalb des Geheges neu modelliert wird. Die Besucher können die Tiere von Norden her über ein niedriges Geländer sehen, ohne dass diese ausbrechen oder die Besucher gefährden könnten. (siehe Bild 1)
  • Durch dauerhafte und wechselnde Strukturen innerhalb der Gehege wird den Tieren Abwechslung und Deckung geboten. Für die Beobachter entsteht ein freundliches naturnahes Bild.
  • Die Tierarten und die Anzahl der Tiere werden reduziert. So erhalten die beiden Ponys und das Lama, die es neben dem Damwild noch im Park gibt, ihr Gnadenbrot aber zugunsten besserer Platzbedingungen wird es für sie keine Nachfolger geben.

Die Maßnahme trägt die Stadt gemeinsam mit dem Freundeskreis Lahrer Stadtpark. Außerdem wird damit gleichzeitig ein Projekt aus dem Bürgerbudget Stadtgulden Lahr aus dem Jahr 2019 umgesetzt, das in der Abstimmung den zweiten Platz erreichte. Der damalige Vorschlag 35 lautete: Tierhaltung im Stadtpark verbessern - Unterbringung der Tiere aus dem Stadtpark in artgerechteren Gehegen.

Die Abteilung für Öffentliches Grün und Umwelt hatte bereits im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 einen Vorschlag zur Verbesserung der Situation erarbeitet, der im Sommer 2020 im Gemeinderat beraten und beschlossen wurde. Dadurch sind umfassendere Maßnahmen möglich, als die 10.000 Euro Stadtgulden-Mittel erlauben würden. Nun kann der Vorschlag im Rahmen der Gesamtmaßnahme umgesetzt werden.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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