Windenergieanlage auf dem "Detschel"
Landratsamt übergibt Genehmigung
- Im Landratsamt wurde die Genehmigung für den Bau und Betrieb einer Windenergieanlage auf dem „Detschel“ in Lahr übergeben Markus Ibert (v. l.), Oberbürgermeister Stadt Lahr; Katharina Tränkle, Amt für Gewerbeaufsicht und Immissionsschutz; Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter; Teresa Frenssen, Projektleiterin E-Werk Mittelbaden; Bernhard Palm, Vorstandsvorsitzender E-Werk Mittelbaden
- Foto: Florian Würth/Landratsamt Ortenaukreis
- hochgeladen von Matthias Kerber
Lahr (st) Das Landratsamt Ortenaukreis hat am Montag, 20. Juli, die Genehmigung für den Bau und Betrieb einer Windenergieanlage in der Stadt Lahr offiziell an das E-Werk Mittelbaden übergeben.
Auf dem „Detschel“ in Kippenheimweiler soll die Anlage vom Typ ENERCON E-175 EP5 mit einer Gesamthöhe von 249,50 Metern und einem Rotordurchmesser von 175 Metern errichtet werden. Mit einer Nennleistung von 6,0 Megawatt wird sie einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende leisten. Rechnerisch können damit etwa 4.000 Haushalte pro Jahr mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgt werden.
Zügiges Verfahren
Der Genehmigung ging ein vergleichsweise zügiges Verfahren voraus. Erstmals vorgestellt wurde das Vorhaben dem Landratsamt im März 2025, der vollständige Genehmigungsantrag wurde im Januar 2026 eingereicht. Bereits wenige Monate später konnte das Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden.
Im Mittelpunkt der Prüfung standen dabei besonders die Belange des Luftverkehrs. Gemeinsam mit den Betreibern des Sonderflugplatzes Altdorf-Wallburg und dem Vorhabenträger konnten Lösungen erarbeitet werden, die sowohl den sicheren Flugbetrieb als auch die Errichtung der Windenergieanlage ermöglichen. Die Anpassung der sogenannten Platzrunde schafft hierfür die notwendigen Voraussetzungen.
„Die enge Abstimmung aller Beteiligten hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Verfahren in vergleichsweise kurzer Zeit abgeschlossen werden konnte. Gerade bei den luftverkehrsrechtlichen Fragestellungen konnten frühzeitig tragfähige Lösungen gefunden werden“, sagt Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter des Ortenaukreises.
Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen. Die Inbetriebnahme soll laut aktuellen Planungen im Oktober 2028 erfolgen.
„Windkraftanlagen sind ein zentraler Baustein der Energiewende“, betont Oberbürgermeister Markus Ibert. „Die Stadt Lahr begrüßt das Vorhaben des E-Werk Mittelbaden, die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien auch auf Lahrer Gemarkung weiter voranzutreiben. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu unserem Ziel, bis zum Jahr 2040 klimaneutrale Kommune zu werden.“
Aktuell sind die Erfolgschancen für Windkraftanlagen in Mittelgebirgen Süddeutschlands – wie die geplante Anlage auf dem "Detschel" – sehr gering. Sie konkurrieren in der Ausschreibung mit großflächigen Windparks im nord- oder ostdeutschen Flachland, die klare Kostenvorteile aufweisen. Gleichzeitig fehlt aber ein leistungsfähiges Übertragungsnetz, das den Windstrom von Nord nach Süd transportiert.
„Die Energiewende kann bundesweit nur gelingen, wenn wir regenerativen Strom dort erzeugen, wo er benötigt wird“, unterstreicht Bernhard Palm, Vorstandsvorsitzender E-Werk Mittelbaden. „Wir sind mit unseren Planungen in Vorleistung gegangen. Jetzt brauchen wir eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und eine Anpassung der Förderkulisse für Windanlagen im Süden, damit wir unsere Vorhaben umsetzen und den Ausbau der Windenergie in Süddeutschland weiter voranbringen können.“
Die Windkraftanlage soll nach den Planungen des E-Werk Mittelbaden Teil eines größeren Verbunds mit weiteren neuen Anlagen auf dem Langenhard sowie auf Ettenheimer Gemarkung werden. Die bislang einzige Windenergieanlage auf Lahrer Gemarkung ist Teil des Windparks auf dem Langenhard – gemeinsam mit zwei weiteren Anlagen, die sich jedoch auf Seelbacher Gemarkung befinden.




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