Indi hört zu – ohne zu kritisieren
Lesehund zu Besuch am Scheffel-Gymnasium

Lesehund Indi ist völlig entspannt und hört ihrer immer sicherer werdenden Vorleserin geduldig zu.
  • Lesehund Indi ist völlig entspannt und hört ihrer immer sicherer werdenden Vorleserin geduldig zu.
  • Foto: Scheffel-Gymnasium
  • hochgeladen von Daniela Santo

Lahr (st). „Wie - wir bekommen Besuch von einem Lesehund? Liest der uns dann vor?“ Ungläubiges Staunen bei den Schülern der 7c des Scheffel-Gymnasiums folgte auf die Ankündigung, ein Lesehund werde in der nächsten Deutschstunde in ihre Klasse kommen. Ganz so war es dann natürlich nicht: Nicht der Hund las den Kindern vor, sondern die Kinder dem Hund. Die Hovawart-Hündin Indi, die mit ihrem dänischen Frauchen Jette Detlevsen nun zu Gast am Scheffel-Gymnasium war, ist ein ausgebildeter Lesehund. In Dänemark gibt es das Lesehundprojekt bereits über 90 Mal und auch hier in Deutschland etabliert sich das Begleithundeprogramm für die Leseförderung immer mehr.
Was macht so ein Lesehund? Ein Lesehund hört in erster Linie zu – ohne zu kritisieren, ohne zu korrigieren. Dadurch hilft er besonders Kindern, die sich beim lauten Lesen schwer tun, die Angst vor dem Vorlesen zu verlieren, den Lesefluss auch bei Fehlern nicht zu unterbrechen, ihre Lesefähigkeit allgemein zu verbessern und dadurch ihre Freude an Büchern zu wecken. Nebenbei wird das Kind selbstsicherer im Umgang mit Hunden, aber auch mit Mitmenschen.
Indi besucht einmal pro Woche eine Schule und zweimal pro Woche eine öffentliche Bibliothek und sitzt dort jeweils eine halbe Stunde mit einem bestimmten Kind zusammen, das ihr dann aus einem Buch seiner Wahl vorliest. Sechs Mal darf das Kind mit dem Lesehund arbeiten, dann erhält es ein Hundelesediplom. „Gerade die soziale Komponente spielt eine große Rolle bei den Lesehunden“, betont Jette Delevsen. Die Kinder würden von ihren Mitschülern um das Hundelesediplom beneidet und erführen so plötzlich eine Anerkennung in einem Bereich, der ihnen bisher immer eher Probleme bereitet habe. Ängste und Hemmungen, die durch Misserfolge beim Vorlesen in der Schule entstehen, würden abgebaut.
Auch in der 7c sitzen zuerst Josie und dann Emely auf dem Boden, umringt von den mucksmäuschenstillen Klassenkameraden, die Hand auf die Hündin gelegt, und lesen konzentriert und völlig versunken laut aus ihrem Lieblingsbuch beziehungsweise ihrem selbstverfassten Roman vor – und Indi hört geduldig zu.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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