China-Start-up-Center
Spezielles Interesse an Wirtschaftskraft

Die beiden Geschäftsführer des Lahrer CSC Jingwen Lin und Hongtao Song (v.l.)
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Lahr (mam). Es ist kein Wunder, dass die Stadt am Storchenturm ihren Blick vermehrt nach China richtet. Die Volksrepublik ist mit 1,4 Milliarden Einwohnern nicht nur das bevölkerungsreichste Land der Erde, sondern mit seiner Kaufkraft mittlerweile sogar vor den USA globaler Spitzenreiter als größte Volkswirtschaft geworden. Seit 2016 werden von Lahr aus seitens Firmen und Rathaus verstärkt Fühler speziell Richtung China ausgestreckt. Dazu ist die Stadt auch Mitglied der Chinesisch-Deutschen Industriestädte- Allianz geworden, gemeinsam mit Freiburg. Nicht zuletzt deshalb hat sich im Lahrer Zeitareal ein China Start-up-Center (CSC) niedergelassen. Eröffnet wurde es im Juni vergangenen Jahres von Jingwen Lin und Hongtao Song. Anspruchsvolle Ziele der beiden Geschäftsführer sind, eine Spezialbrücke zwischen Lahr und China zu bilden, in China um kapitalkräftige Investoren zu werben, die in Lahr Unternehmen auf- oder ausbauen wollen, zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen – und umgekehrt.

Ansiedlung in Lahr

Das CSC hat begonnen, interessierte Investoren und Produzenten zu kontaktieren, ob mit Chartergeschäften oder im elektronischen Fortschritt. Auch bei neuen Energien, Elektrofahrzeugen und Biotechnologie könnte ein Kooperations-Weg gefunden werden, um eine gemeinsame industrielle Modernisierung zu schaffen. Lin und Song denken da an führende Unternehmen der Branche, die sich samt künftigen Zulieferern in Lahr niederlassen könnten, um hier ein „industrielles Cluster“ zu bilden. Auch mittelständische Unternehmen sollen für eine Ansiedlung in Lahr gewonnen werden, um von hier aus ihre Produkte auch nach China zu verkaufen. Zudem wollen die beiden CSC-Geschäftsführer nebenher vermitteln, was chinesische Geschäftskultur heißt und überdies in Richtung Kultur und Bildung den Austausch zwischen Menschen beider Länder fördern. So etwa auch mit Besuchern des Chrysanthemenfestes aus der Stadt Kaifeng am Gelben Fluss. 

Lins und Songs Familien sind zwar befreundet, doch selbst kennen gelernt hatten sie sich nicht während ihres Studiums der Betriebswirtschaft und Technologiemanagements in Deutschland. Doch nach ihrer Rückkehr 2009 tauschten sie ihre deutschen Erfahrungen aus, gründeten später in Frankfurt ihre Beratungsfirma. Die fand dann voriges Jahr ihren zweiten Sitz in Lahr. Schon mehrfach begleiteten Jingwen Lin und Hongtao Song Lahrs Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller auf seinen China-Reisen. 

Mittelständische Unternehmen

„Auch wenn Chinas Volkswirtschaft nicht ständig rasant weiter wächst, wird sie auch in 30 Jahren noch gut laufen“, sind Lin und Song optimistisch. Das auch wegen dort immer stärker werdenden privaten mittelständischen Unternehmen. Also: Sowohl hoch geschätzte deutsche Spitzentechnologie als auch „Made in China“ dürften Zukunft haben.

Kontakte knüpfen

Und wie steht es mit Ideenklau? Den Schwanauer „Tunnelbohrer“ Martin Herrenknecht beängstigt das nicht. Schon seit 1995 hat er sich auch in China engagiert, mittlerweile mit sechs dortigen Standorten und 750 Mitarbeitern. Bislang wurde in Shanghai, Hongkong und Peking längst gebohrt, in weiteren 125 chinesischen Städten 700 Kilometer U-Bahntunnel in Tiefen getrieben. Die ZAK – Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg der Landkreise Emmendingen und Ortenau – erfreut sich aktuell ebenfalls großen chinesischen Interesses an ihrer patentierten Müllverwertungstechnologie. Eine Demonstrationsanlage steht schon in der Provinzhauptstadt Hangzhou. Die CSC ist damit beschäftigt, andere Kontakte zu knüpfen. Da geht es etwa um Export von deutschen medizinischen Geräten und Maschinen, aber auch umgekehrt Biotechnik. Das, so denken Lin und Song, hat besondere Zukunft.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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