Ruhestand für Jürgen Behringer und Matthias Laber
Nahverkehr geprägt
- Jürgen Behringer (l.) und Matthias Laber verabschieden sich in den Ruhestand.
- Foto: SWEG
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Lahr (st) Gleich zwei Prokuristen und Mitglieder der Geschäftsleitung gehen bei der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) laut einer Pressemitteilung am 31. Oktober 2025 in den Ruhestand: Jürgen Behringer aus Lahr und Matthias Laber aus Offenburg-Zunsweier. Beide haben den öffentlichen Nahverkehr über Jahrzehnte erfolgreich mitgeprägt – Behringer war 42 Jahre bei der SWEG und Laber 28 Jahre. Und beide waren zeitgleich Geschäftsführer der Ortenau-S-Bahn GmbH und der Breisgau-S-Bahn GmbH.
Herr der Zahlen
„Ein Stück Wehmut kommt da schon auf“, sagt Jürgen Behringer mit Blick auf den nahenden Ruhestand. Der 66-Jährige war zuletzt Leiter des Fachbereichs Vertriebscontrolling & Risikomanagement in der Lahrer Hauptverwaltung des Unternehmens an der Rheinstraße und zugleich Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung. Als Jürgen Behringer 1983 seine Arbeit als Werkstudent bei der SWEG in der Lahrer Friedrichstraße begann, waren Büros ohne Computer noch völlig normal. In seiner Anfangszeit führte er EDV-Projekte in verschiedenen Verwaltungsbereichen der SWEG ein. 1990 übernahm er die Leitung des Finanz- und Rechnungswesens und erhielt wenig später Prokura. Seit 2021 widmete sich der Lahrer speziell dem Bereich Controlling & Risikomanagement.
In der Zeit ihres Bestehens stand er zusätzlich den Tochtergesellschaften Ortenau-S-Bahn GmbH (1998 bis 2014) und Breisgau-S-Bahn GmbH (2013 bis 2017) als Kaufmännischer Geschäftsführer vor. Diese Zugverkehre in der Ortenau und im Raum Freiburg mit auf die Beine gestellt und mitverantwortet zu haben, erfüllt Behringer noch heute mit Freude. Und auch die Arbeit im Bereich Finanzen/Controlling ist für den gebürtigen Pforzheimer, der in Heilbronn Verkehrsbetriebswirtschaft studiert hat, alles andere als trocken. „Wenn man die Systematik dahinter versteht, dann gewinnt man viele spannende Erkenntnisse.“ Mit seiner gewissenhaften Arbeit lieferte Jürgen Behringer über Jahrzehnte Entscheidungsgrundlagen für Vorstand beziehungsweise Geschäftsführung der SWEG und sicherte so die Zukunft des Konzerns. Veränderte Marktstrukturen – Stichwort Ausschreibungen im Bahn- und Busverkehr –, zahlreiche Betriebsaufnahmen und den Wandel hin zu mehr Elektromobilität ging Behringer ebenso beherzt an wie die Herausforderungen der Corona-Zeit. „Die Nahverkehrsbranche hat ganz spezielle kaufmännische Herausforderungen“, so sein Fazit. Das sehe man gerade wieder bei den komplexen Geldströmen des Deutschlandtickets. Für den Ruhestand hat der verheiratete Vater zweier Kinder noch keine großen Pläne. Für Hobbys wie Lesen und Radfahren ist nun auf jeden Fall mehr Zeit. Und die Mobilitätsbranche wird ihn so schnell auch nicht loslassen – denn er steht der SWEG für bestimmte Tätigkeiten weiterhin zur Verfügung und sein Sohn studiert in Berlin Verkehrswissenschaften.
Ein Leben für die Eisenbahn
Sein gesamtes Berufsleben hat Matthias Laber der Eisenbahn gewidmet. Die ersten 21 Jahre bei der Deutschen Bundesbahn, die letzten 28 Jahre bei der SWEG. Kein Wunder, schließlich waren auch schon sein Vater (als Fahrdienstleiter) sowie sein Großvater und Onkel (beide im Alten Ausbesserungswerk) bei der Bahn in Offenburg tätig. Der Wechsel zur SWEG kam im Jahr 1997 zustande, als es nach der Bahnreform für andere Unternehmen möglich wurde, Verkehr auf DB-Strecken zu übernehmen und die SWEG einen Projektleiter für die neu geschaffene Ortenau-S-Bahn suchte. „Die Aufgabe war damals eine sehr große Herausforderung, denn dass Dritte auf DB-Strecken fahren, gab es zuvor so nicht“, erinnert sich der 64-Jährige. Nicht weniger aufwendig war es, den grenzüberschreitenden Zugverkehr von Offenburg nach Straßburg um zusätzliche Fahrten zu erweitern. „Daran haben wir fast fünf Jahre – nämlich bis 2003 – gearbeitet. Viele Gespräche und viel Überzeugungsarbeit waren dafür notwendig.“
Der Ortenau-S-Bahn GmbH stand Matthias Laber als Technischer Geschäftsführer vor, ebenso wie später der Breisgau-S-Bahn GmbH – jeweils so lange, bis beide Tochtergesellschaften in die SWEG-Muttergesellschaft integriert wurden. Daneben hatte er bei der SWEG diverse Leitungsfunktionen im Eisenbahnbereich inne, zuletzt als Leiter des Stabsbereichs Eisenbahnsicherheit. Im Jahr 2018 erhielt der verheiratete Vater eines Sohnes Prokura und war damit Mitglied der Geschäftsleitung. „Eintönig war es nie“, so Laber und denkt dabei auch an die im vergangenen Jahr eingeführten innovativen Batteriehybridzüge des Typs Mireo Plus B von Siemens Mobility bei der Regio S-Bahn Ortenau. „Mittlerweile läuft der Betrieb sehr stabil und die neuen Fahrzeuge sind ein Gewinn für alle.“ Die Eisenbahn hält er allgemein für ein sehr gutes System, weil es umweltfreundlich und energiesparend größere Menschenmengen von Ort zu Ort befördert. Allerdings: „Früher war nicht alles besser, aber manche Dinge ließen sich doch schneller regeln – heute ist vieles aufgrund komplexer Vertragsstrukturen und komplizierter Verantwortlichkeiten nicht mehr so einfach.“ Als „aktiver Rentner“ übernimmt auch Matthias Laber weiterhin bestimmte Tätigkeiten für die SWEG. Trotzdem wird ihm künftig mehr Zeit bleiben für alles rund um die Jagd: Er ist bei der Jägervereinigung Offenburg aktiv, musiziert dort in der Jagdhornbläsergruppe und bildet einen eigenen Jagdhund aus. Sein Geburtsort Zunsweier, dem er nahezu sein ganzes Leben als Wohnort treu blieb, ist dafür ideal: „Man ist dort ganz schnell in der Natur und im Wald.“






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