Oberharmersbacher Rathaus wird saniert
Fünf Tage für den Umzug

Tausende Kisten aus dem Rathaus, fein säuberlich beschriftet, mussten in die ehemalige Schule Riersbach umgezogen werden.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Oberharmersbach (kal). Eine turbulente Woche steht den Rathausbediensteten und dem Bauhof der Gemeinde ins Haus. Die gesamte Rathaus-Verwaltung zieht für mindestens ein Jahr in die Räume der ehemaligen Schule Riersbach um. Wegen der grundlegenden Sanierung des 1902 fertig gestellten Rathauses muss das Rathaus in den kommenden Tagen bis auf die letzte Akte geräumt werden.

Schon vor Wochen hatten die umfangreichen Vorbereitungen für dieses nicht alltägliche Projekt begonnen. Zeitweilig schien es, als müsste man mit dem Aktenbestand der vergangenen 100 Jahre kämpfen. Kistenweise wurden bereits Verwaltungsliteratur und nicht personenbezogene Unterlagen entsorgt. Das zu schreddernde Material füllte etwa 20 Boxen mit jeweils 420 Liter Inhalt. Ferner wurden im neuen Archivraum der Brandenkopfschule bereits rund 300 laufende Meter Akten archiviert. Kartons stapelten sich in den vergangenen Tagen in den Gängen des Rathauses, rund 1.000 an der Zahl und fein säuberlich beschriftet mit „Wahlunterlagen“, „Standesamt“, „Sitzungsprotokolle“ oder vielsagend mit „Sammelsurium“. Rote Aufkleber für den Archivraum beziehungsweise grüne für die vorübergehenden Amtsräume zeigen den Helfern, für welches Ziel die Kartons bestimmt sind.

Hauptamtsleiterin Dominika Hättig, die den Umzug schon seit Monaten vorbereitet hatte und bei der auch jetzt während der Umzugstage die Fäden zusammenlaufen, wird wohl am Ende dieser Woche nicht nur drei Kreuze schlagen. „Sogar nachts machte ich die eine oder andere Notiz“, sagt sie.  

Während Mitarbeiter des Bauhofs palettenweise die benötigten Bestände verladen, Schränke demontieren und Schreibtische aus dem Rathaus tragen, macht sich das Rathauspersonal daran, die Räume der ehemaligen Schule Riersbach für die gewohnte Verwaltungsarbeit herzurichten, denn dort wird voraussichtlich bis in die zweite Hälfte 2019 das Rathaus mit seinen Ämtern vorübergehend untergebracht sein. Gemeinderatssitzungen werden hier ebenso abgehalten wie die Trauungen des Standesamtes.

Am Dienstag begann der Server-Umzug mit Installation und Aktualisierung der gesamten EDV-Anlage. Bis zum Wochenende soll alles in gewohnten Bahnen laufen, denn am Montag, 23. Juli, ist das Rathaus wieder für die Bürgerinnen und Bürger zu den üblichen Sprechzeiten geöffnet. Bis dahin bleibt das Rathaus geschlossen und ist nur in dringenden Fällen telefonisch zu erreichen.
Am Samstag, 28. Juli, hält die Gemeinde von 9 bis 13 Uhr einen Flohmarkt ab. Nicht mehr benötigtes Inventar wie Schreibtische, Stühle oder Aktenordner werden zum Schnäppchenpreis angeboten. Ob die Gemeinde damit auch einen Teil der aufwändigen Sanierungskosten bestreiten kann, bleibt abzuwarten, denn die letzte große Sanierung liegt immerhin fast 50 Jahre zurück. Ziel der jetzt anstehenden Sanierung für das 120 Jahre alte Gebäude ist neben einer energetischen Sanierung vor allem ein barrierefreier Zugang. Bei der Submission 1901 lag der Baupreis für das Rathaus mit seiner beeindruckenden Sandsteinfassade bei 51.000 Mark, den die Gemeinde mit einem außerordentlichen Holzhieb finanzierte. So leicht wird es heuer nicht werden, denn geplant sind minde
stens 1,3 Millionen Euro – vorerst.

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