Nachnutzungsplan für Oberkirch
Kommt ein Pflegeheim an Klinikstandort?

Wird aus dem Klinikstandort Oberkirch ein Pflegeheim?
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Oberkirch (mak). Was wird aus dem Klinikstandort in Oberkirch? Das Ortenau Klinikum legt dem Ausschuss für Gesundheit und Klinken für die kommende Sitzung am Dienstag, 20. Oktober, ein Konzept zur Weiterentwicklung für das Standort in Oberkirch vor.

Das darin beschriebene „Zentrum für Gesundheit Oberkirch“ (ZfG) soll ambulante und stationäre Leistungselemente aus folgenden Bereichen umfassen: stationäre Pflege, Kurzeitpflege, Genesungsbetten, Orthopädie und rehabilitative Medizin, Notfallpraxis, Hebammenstützpunkt, Notfallstandort und Module aus der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK). Insgesamt sollen für die bauliche Realisierung des ZfG Investitionen von rund 9,2 Millionen Euro erforderlich sein.
Mit der Weiterentwicklung der Klinik in eine stationäre Pflegeeinrichtung sei die wohnortnahe Versorgung der Renchtäler Bevölkerung mit stationären Pflegebetten sichergestellt, heißt es in der Vorlage. Und weiter: „Über beide Geschosse kann eine Einheit mit insgesamt 44 Plätzen verwirklicht werden. Dies entspricht einer Hausgröße, in der ein Pflegeheim wirtschaftlich betrieben werden kann. Im Rahmen der 44 Plätze sollen bedarfsorientiert Kurzzeitpflegeplätze sowie Genesungsbetten eingestreut werden.“

Pilotcharakter

Gerade das Modell der Genesungsbetten habe Pilotcharakter, heißt es in der Vorlage weiter. Damit werde eine Versorgungslücke für Patienten geschlossen, „etwa nach Klinikaufenthalten oder für Kurzzeitpflege, auch ohne ausgewiesenen Pflegegrad.“

Wesentlich in dem ausgearbeiteten Konzept zur Nachnutzung ist der Auf- und Ausbau ambulanter Versorgung. Dafür soll die Praxis für Orthopädie und rehabilitative Medizin aus einem Ärztehaus in Oberkirch in das ZfG umziehen und als Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) des Ortenau Klinikums die fachärztliche orthopädisch-chirurgische Versorgung stärken. In der Praxis seien momentan zwölf Mitarbeiter beschäftigt, davon drei Ärzte. Behandelt werden rund 13.700 Fälle im Jahr. „Mit dem Umzug der Praxis in das ZfG ist auch eine Erweiterung des Spektrums vorgesehen, so soll perspektivisch auch Akupunktur angeboten werden“, heißt es in der Vorlage weiter.

Ob an dem neuen ZfG auch eine Notfallpraxis eingerichtet wird, ist noch nicht entschieden. In der Vorlage heißt es dazu, dass für „den Ortenaukreis ein Anstieg der Anzahl an Notfallpraxen nicht zu erwarten ist.“ Die Kassenärztliche Vereinigung unterhält zur Zeit Notfallpraxen an den Klinik-Standorten in Achern, Lahr, Offenburg und Wolfach.

OP-Säle sollen vermietet werden

Die beiden voll ausgestatteten Operationssäle sollen nach dem Nachsorgekonzept an externe Interessenten für ambulante Operationen vermietet werden. Eine Augenarztpraxis und eine Praxis für Anästhesiologie sollen bereits Interesse signalisiert haben.

Seit August dieses Jahres ist bereits ein freiberuflicher Hebammenstützpunkt in Betrieb, um die geburtshilfliche Vor- und Nachbetreuung von Frauen zu gewährleisten.

Prüfen will das Ortenau-Klinikum darüber hinaus, ob weitere Mieter für das ZfG gewonnen werden können – beispielsweise weitere Haus- oder Fachärzte, Psychotherapeuten und auch nicht-ärztliche Heilberufe wie Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie oder auch Sozialdienste.

Keine betriebsbedingte Kündigungen

Am Standort in Oberkirch arbeiten zur Zeit rund 100 Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit. Sämtlichen Angestellten soll ein Arbeitsplatz an einem anderen Standort des Ortenau-Klinikums angeboten werden. „Betriebsbedingte Kündigungen sind somit ausgeschlossen“, heißt es in dem Beschlussvorschlag. Das Ortenau-Klinikum geht zudem davon aus, „dass das ZfG Oberkirch mit allen Leistungsumfängen schrittweise bis zu 100 Mitarbeiter umfasst.“

Wermutstropfen bei einer erfolgten Beschlussfassung: In einer Umbauphase von ein bis drei Jahren bis zu einer Inbetriebnahme des ZfG sei kein Krankenhausbetrieb möglich.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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