Anne Obrecht
Botschafterin einer beliebten Frucht

Anne Obrecht ist Erdbeerkönigin aus Leidenschaft. Das Wissen über die Frucht hat sie vor allem ihrem Vater Wendelin und ihrem Bruder Andreas zu verdanken.
  • Anne Obrecht ist Erdbeerkönigin aus Leidenschaft. Das Wissen über die Frucht hat sie vor allem ihrem Vater Wendelin und ihrem Bruder Andreas zu verdanken.
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Oberkirch-Bottenau. Oberkirch hat gewählt. Gemeint sind nicht etwa die Europa- oder Kommunalwahl, denn diese erfolgen erst am nächsten Sonntag. Es ging bei dieser besonderen Wahl eher um ein 20-jähriges zierliches Mädchen aus Bottenau.

Erste baden-württembergische Erdbeerkönigin

Ihr Name ist Anne Obrecht, der eine große Ehre zuteil wurde: Sie setzte sich in der Erwin-Braun-Halle in Oberkirch in der Wahl zur ersten baden-württembergischen Erdbeerkönigin gegen Leonie Fischer aus Neuenstadt an der Kocher durch.

"Es ist für mich eine sehr große Ehre", sagt die 20-Jährige. Sie freut sich sehr, dass die Leute ihr dieses besondere Amt zutrauen.  Außerdem ist sie sehr glücklich, diese Erfahrung machen zu können.

Fachwissen von Vater und Bruder

Bis zu ihrem Adelstitel war es ein langer Weg. Anne Obrecht ist das zweite Kind von Wendelin und Johanna Obrecht. Ihr Bruder Andreas ist 23 Jahre alt. Ihre Eltern besitzen in Bottenau einen landwirtschaftlichen Betrieb und bauen auf umliegenden Feldern Wein, Äpfel, Johannisbeeren, Kirschen und Erdbeeren an.

"Mein Papa und mein Bruder sind ständig auf dem Feld unterwegs", erklärt sie. Nun liegt es nahe, dass Anne Obrecht genau diese beiden Familienmitglieder mit Fragen rund um die Erdbeere in Vorbereitung auf die kommende Wahl löcherte.

Ein anderer beruflicher Weg

Auf die Frage, wie sich der Betrachter nun genau diese Situation vorstellen muss, lacht sie und antwortet: "Ich bin während den Arbeiten auf dem Feld mit gelaufen und habe zahlreiche Fragen gestellt."

Anne Obrecht muss das tun, denn im Gegensatz zu ihrem Bruder Andreas, der selbst Landwirt ist, hat sie einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen. Ihre Ausbildung zur Industriekauffrau mit der Zusatzqualifikation Fremdsprachen schloss sie im Februar dieses Jahres ab.

Sie ist heimatverbunden

Seither arbeitet sie bei einem Unternehmen in der Ortenau. Ihr Abitur am Hans-Furler-Gymnasium in Oberkirch schloss sie 2016 erfolgreich ab und besuchte im Anschluss zweieinhalb Jahre die Berufsschule in Lahr. "Ich wusste zu Anfang nicht genau, was ich nach dem Abitur machen will", sagt sie ehrlich. Zuhause rumzuhocken, sei dabei aber keine Option gewesen.

Anne Obrecht stellte sich zu dieser Zeit eine grundlegende Frage: Was kann ich gut? "Studieren in einer fernen Stadt wollte ich nicht", sagt sie. "Ich wollte hierbleiben, weil ich sehr heimatverbunden bin." Etwas Handfestes als Beruf zu wählen, empfand sie schließlich als gute Wahl.

Auslandspraktikum

Auf dem Gymnasium hatte sie außerdem drei Fremdsprachen: Englisch, Französisch und Italienisch. So fing sie im September 2016 eine Lehre an. "Während meiner Ausbildung habe ich im Sommer 2017 für zwei Monate ein Auslandspraktikum in der französischen Stadt Lyon absolviert", erzählt die frisch gebackene Erdbeerkönigin.

Sie entdeckte eine neue Seite an sich: "Ich war vor diesem Praktikum gar nicht so sehr von Französisch begeistert." Das änderte sich: "Italiensch habe ich davor lieber gemocht. Jetzt favorisiere ich Frankreich und die Sprache", erklärt die 20-Jährige. Warum sie denn genau Italienisch vorher lieber mochte? Anne Obrecht wird leicht rot: "Ich hatte ein halbes Jahr einen Freund aus Italien", verrät sie und lacht wieder.

Eltern und Kollegen ermutigen sie

Nachdem Anne Obrecht im Frühjahr ihre Lehre erfolgreich abgeschlossen hatte, verbreiten sich die ersten Medienberichte über die Wahl der Erdbeerkönigin. "Meine Eltern und meine Arbeitskollegen haben mich ermutigt, eine Bewerbung einzureichen."

Was sie schließlich auch tat. Die Stadt hat ihr vor der Wahl eine grobe Richtung vorgegeben, wie der Abend in der Erwin-Braun-Halle abläuft. Schließlich fiel die Wahl auf sie. Wie ihre Pläne für die Zukunft aussehen? Bei dieser Frage schweift ihr Blick kurz ab.

Eine spannende Zeit

"Noch nichts Konkretes", antwortet Anne Obrecht. Sie hat die Planung davon abhängig gemacht, ob sie Erdbeerkönigin wird oder nicht. Jetzt, da sie die Repräsentantin dieser Frucht geworden ist, ist für sie klar: Es ist eine große Aufgabe.

"Ich möchte die Menschen nicht nur für die Erdbeere begeistern, sondern auch für die regionale Landwirtschaft sensibilisieren." Eine Sache ist ihr dabei sehr angenehm: "Ich bin die erste Erdbeerkönigin und muss niemanden übertreffen, sondern lege selber die Messlatte fest." Es wird eine spannende Zeit. "Ich freue mich unheimlich auf das, was kommt."

Sebastian Thomas

Autor:

Sebastian Thomas aus Achern

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