Sonntagsporträt
Jürgen Nowak kehrt nach zehn Jahren ins Rathaus zurück
- Einen Platz in der Ahnengalerie der Oberwolfacher Rathauschefs hat Jürgen Nowak bereits. Trotzdem springt er für seine Gemeinde noch einmal als Bürgermeister ein. Das Amt hat er bereits 32 Jahre, von 1983 bis 2015, ausgeübt.
- Foto: Michael Bode
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Oberwolfach "Seit ich 2015 in den Ruhestand gegangen bin, habe ich schon sehr gut Abstand von meinem Amt gewonnen", sagt Jürgen Nowak. Am 9. November wird er allerdings erneut zum Bürgermeister von Oberwolfach gewählt. Das Amt hatte er bereits 32 Jahre von 1983 bis 2015 inne.
Geplant war dieser Schritt nicht. "Mich haben zwar einige Oberwolfacher gefragt, ob ich das Amt nicht wieder übernehmen wolle, nachdem mein Nachfolger Matthias Bauernfeind angekündigt hatte, nach Bühl wechseln zu wollen", erzählt Nowak mit einem Lächeln. Dass es dann aber doch so kommen würde, war für alle Beteiligten eine Überraschung.
Denn der einzige Bewerber für die Nachfolge von Bauernfeind zog kurz vor der Wahl seine Kandidatur zurück. "Am Tag der Kandidatenvorstellung saßen wir mit dem Gewerbeverein zusammen und haben uns schon einen Plan für ein Gespräch mit dem neuen Bürgermeister gemacht", erklärt Nowak. Der gibt bei der Kandidatenvorstellung allerdings seinen Rückzug bekannt.
Oberwolfacher wollen alten Bürgermeister zurück
Nowak wird von vielen Bürgern gefragt, ob er nicht einspringen könne. Seine Frau ermuntert ihn zu diesem Schritt, auch bei den Bürgermeisterstellvertretern und den Amtsleitern rennt er offene Türen ein. Am 9. November wird er dann schließlich über die freie Zeile auf dem Stimmzettel mit 64 Prozent erneut zum Bürgermeister gewählt. "Ich bin schon jemand, der einspringt, wenn es irgendwo brennt. Da kann ich schlecht nein sagen", erklärt er seine Beweggründe. Seine Amtszeit sei allerdings auf zwei Jahre begrenzt, betont der 68-Jährige. "Mit 70 ist dann aber endgültig Schluss."
In den vergangenen zehn Jahren hat sich der gebürtige Sauerländer vor allem ehrenamtlich unter anderem beim Roten Kreuz, beim VdK, Gewerbeverein und dem Verband der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württemberg, der sich um Flurbereinigungen kümmert, engagiert. "Soziale Themen und Engagement waren mir immer sehr wichtig. Und natürlich die Betreuung meines Enkels, der 2015 mit dem Ende meiner letzten Amtszeit geboren wurde", so Nowak.
Den Schritt, Iserlohn zu verlassen und sich 1983 in Oberwolfach als Bürgermeistern zu bewerben, hat der gelernten Verwaltungsfachmann nie bereut. "Wir fühlen uns sehr wohl und sind hier heimisch geworden. Auch meine Kinder wurden hier geboren", erzählt Nowak, der sich noch gut an die Anfänge in Oberwolfach erinnern kann. Nach der gewonnen Wahl zieht er mit seiner Frau zunächst ins Rathaus. "Dort wo heute das Büro des Bürgermeisters und andere Amtszimmer sind, gab es früher eine Wohnung."
Von den Menschen gut aufgenommen worden
Von den Menschen in Oberwolfach wird er gut aufgenommen. "Am Anfang hatte ich allerdings Schwierigkeiten, die Sprache zu verstehen", gesteht er mit einem Lachen. Das gibt sich aber schnell. Nowak ist viel unterwegs im Ort und besucht die Vereine. "Am Anfang war ich ein Stück weit ein Azubi, aber der Umgang mit den Menschen hat mir immer sehr viel Spaß gemacht."
Wenn er morgen nach zehn Jahren zu seinem ersten Arbeitstag ins Rathaus zurückkehrt, ist er alles andere als ein Azubi: "Auch wenn ich zwar noch viele ehemalige Kollegen im Rathaus kenne, wird der Dezember Kennenlernzeit. Ich muss mir erst einmal einen Überblick verschaffen." Seinem Führungsstil will er treu bleiben. "Ich stehe für klare Strukturen und bin immer ansprechbar. Ein gutes Arbeitsverhältnis und der Austausch mit den Mitarbeitern ist mir sehr wichtig", betont Jürgen Nowak abschließend.




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