Ergebnisse des Forschungsprojektes „e-RegioWerk"
Handwerk setzt auf Gesundheitsförderung

Stilvoller Abschluss des e-RegioWerk-Projekts im Hotel Santa Isabel im Europa-Park Rust: Die Teilnehmer wurden mit einem Zertifikat ausgezeichnet.
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Offenburg. Will ein Kleinbetrieb Projekte zur Gesundheitsförderung oder Prävention für die Mitarbeiter durchführen, steht er vor ganz anderen Herausforderungen als ein großes Unternehmen. Doch wie können „handwerkstaugliche“ Angebote aussehen? Das untersuchte das Projekt „e-Regio Werk“: In dem mehr als dreijährigen Forschungsprojekt erprobten die Universität Hamburg, die Hochschule Lübeck, die IKK classic, vier Kreishandwerkerschaften – zwei in der Region Süd – gemeinsam mit Handwerksbetrieben Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit in Betrieben. Im Bereich der Kreishandwerkerschaften Ortenau und Freiburg nahmen 25 Betriebe teil – von der Glaserei bis zum Friseursalon. Vor kurzem fand die Abschlussfeier im Europa-Park Rust statt. Über Ergebnisse und Maßnahmen sprach Gabriele Ritter mit Susanne Drotleff, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Ortenau.

Frau Drotleff, warum stehen gerade im Handwerk Präventionsmaßnahmen so im Fokus?
Dem Handwerk machen fehlende Nachwuchskräfte, der erhöhte Krankenstand durch körperliche Belastung und älter werdende Belegschaften zu schaffen. Gleichzeitig verursachen die ständige Erreichbarkeit und zunehmende Digitalisierung einen erheblichen Druck im Arbeitsalltag. Das Handwerk steht daher vor der Herausforderung, durch gesundheitsfördernde Arbeitsprozesse die Attraktivität zu steigern.

Was im Ortenaukreis fehlt

Welches sind die wichtigsten Ergebnisse, die bei der Untersuchung ermittelt wurden bei uns im Ortenaukreis?
Im Ortenaukreis haben wir vorwiegend an der Optimierung von Arbeits- und Prozessabläufen gearbeitet. Wie im Vorfeld durch viele Gespräche und spezielle Fragebögen klar wurde, fehlte es in vielen Betrieben oftmals am gegenseitigen Verständnis und an der Rücksichtnahme. Dies führt oft innerhalb des Betriebes zu Spannungen – ganz klassisch sind zum Beispiel die Spannungen zwischen Büro und Montage. Dabei genügt es manchmal, nur an kleinen Stellschrauben zu drehen. Ein weiterer Ansatzpunkt: Die Inhaber der Handwerksbetriebe äußerten vielfach den Wunsch, mehr Zeit für das Private zu haben, um ihre Lebensqualität wieder zu steigern. Fazit: In den vergangenen Monaten konnten wir beobachten, dass sich die Situation in allen beteiligten Betrieben deutlich verbessert hat. Durch die Trainer, die in den Betrieben die Prozess- und Teamentwicklung mit den Mitarbeiter und den Inhabern durchgeführt haben, entstand ein sehr hoher Zusammenhalt, mehr gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung. Toller Nebeneffekt: Die Kunden haben von der Zufriedenheit der Mitarbeiter profitiert und ein entsprechend positives Feedback gegeben.

Welche zielgruppengerechte Angebote resultieren aus dem Projekt?
Die IKK classic wird im Jahr 2020 verschiedene Module des Forschungsprojektes „eRegio Werk“ in ihr Portfolio aufnehmen. Insbesondere wird das Inhaber-Partnercoaching und Teile der Prozess- und Teamentwicklung für die Inhaber und die Mitarbeiter ein fester Bestandteil sein. Funktionieren wird dies so: Ein Trainer kommt in den Betrieb und hilft dabei, dass die Arbeitsabläufe optimiert werden und auch die Ideen der Mitarbeiter in diese Prozesse mit einfließen. Das erleichtert nicht nur die Arbeit an sich, sondern stärkt auch den Teamgeist und den Zusammenhalt. Gleichzeitig sollen die Inhaber entlastet werden. Diese Maßnahme wird von den zuständigen Berufsgenossenschaften als "Gefährdungsbeurteilung physischer Belastung" anerkannt. Hier geben wir als Kreishandwerkerschaft selbstverständlich gerne den Betriebsinhabern Hilfestellung.

Rolle der Online Tools

Welche Rolle spielen dabei die Online Tools?
Sie sind ideal, um sich Anregungen zu holen! Im Rahmen des Forschungsprojektes zu den Modulen des Partner-Coachings oder der Prozess- und Teamentwicklung stehen Online-Kurse mit hilfreichen Informationen und Übungen zur Verfügung. Für alle Interessierten gibt es einen Demo-Zugang. Unter www.e-regiowerk.de unter „Online Kurse“ die Online Tools für „Teamsitzungen“, „Gesundes Führen“ und „Mein Leben in Balance“.

Stilvoller Abschluss des e-RegioWerk-Projekts im Hotel Santa Isabel im Europa-Park Rust: Die Teilnehmer wurden mit einem Zertifikat ausgezeichnet.
Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Susanne Drotleff
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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