Kandidatenvorstellung in Offenburg
Sieben Bewerber wollen OB werden
- Die sieben Bewerber in Offenburg: Dr. Fritz Düker (v. l.), Okan Altun, Dr. Tobias Benz, Yasemin Tondo, Julian Christ, Ulrich Albicker und Emanuel Rohr
- Foto: Stadt Offenburg
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Offenburg Am 11. Oktober wird in Offenburg ein neuer Oberbürgermeister gewählt. 1.200 Offenburger nutzten am vergangenen Dienstag bei der offiziellen Kandidatenvorstellung in der Oberrheinhalle die Chance, die sieben Bewerber näher kennenzulernen. 20 Minuten hatte jeder von ihnen Zeit für seine Rede und Fragen aus dem Publikum. Die Zeiteinteilung blieb den Kandidaten selbst überlassen. Im Anschluss an den offiziellen Teil bestand die Möglichkeit, im Foyer mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen.
"Dass wir die Wahl haben, ist ein Geschenk", so Oberbürgermeister Marco Steffens, der nicht wieder antritt. "Demokratie braucht Freiheit, Freiheit braucht Demokratie und sie braucht die freie Wahl", stellte er in Erinnerung an den neuen Namenszusatz "Freiheitsstadt 1847" fest. "Nutzen Sie das Privileg der freien Wahl, das wir in diesem Land haben", forderte er die Zuhörer auf. Die Reihenfolge der Redner entsprach der auf dem Stimmzettel. Sicherheit und Parken wurden von allen angesprochen.
Prioritäten setzen
Julian Christ eröffnete den Abend. Der 1987 geborene Bürgermeister von Gernsbach betonte, er bringe die vier Eigenschaften mit, die ein Oberbürgermeister von Offenburg brauche: Er habe Verwaltungssachverstand und als einziger Kandidat bereits auf Landesebene gearbeitet. Er habe den Mut, in Zeiten knapper werdender Mittel, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen. Er bringe neue Ideen mit: Als seine Themen nannte er Hitzeschutz, die Schaffung von Wohnraum und Sicherheit. Er bringe den Blick von außen mit, da er aus Hessen stamme.
Der 44-jährige Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen, Dr. Tobias Benz, präsentierte sich als bodenständig. "Offenburg und die Ortenau sind für mich Heimat", so der gebürtige Ohlsbacher. Sein Wahlprogramm sei im Gespräch mit den Menschen entstanden. Den angedachten Aussichtsturm auf dem Landesgartenschaugelände lehnt er wegen der Folgekosten ab. Das Parkkonzept will er überdenken – mit Augenmerk auf Anwohner und Mitarbeiter. Er will sowohl die Innenstadt als auch die Ortsteile stärken. Er möchte große Projekte vorantreiben, aber auch die kleinen Dinge nicht aus dem Blick verlieren.
Der Offenburger Ulrich Albicker, Jahrgang 1969, legt seine Schwerpunkte auf eine bessere Kommunikation mit den Bürgern, aber auch auf den Verkehr. Er will die Bürger nicht erst einbinden, wenn die Entscheidungen im Gemeinderat gefallen sind. Offenburg soll für alle Verkehrsteilnehmer, so der Wirtschaftspsychologe, eine Stadt der kurzen Wege werden. Wirtschaft und Umwelt sollten zusammengedacht werden. Bezahlbaren Wohnraum sieht er als eine weitere Herausforderung an. "Ich kann nicht versprechen, dass ich bis 2030 alle Probleme gelöst habe", so Albicker.
Dr. Fritz Düker, 57 Jahre, sieht Offenburg als "Herzkammer der Ortenau" mit engagierten Menschen. Er sei kein einsamer Entscheider im Elfenbeinturm, sondern wolle mit Spezialisten nach breiten Lösungen für die Probleme suchen. Dazu zählt er den Leerstand und die mangelnde Sauberkeit in der Innenstadt. Die Verwaltung soll effizienter und digitaler werden, mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen und das Ehrenamt gestärkt werden. "Transparenz ist die wichtigste Währung der Demokraten", so Düker. Die anstehenden Großprojekte will er mit einem Kostendeckel versehen.
Der 21-jährige Politologiestudent Okan Altun verspricht, ein Oberbürgermeister zu sein, der zuhört. Die größte Herausforderung sieht er im Klimawandel, deshalb fordert er Bäume und eine Entsiegelung der Stadt. Erneuerbare Energien und der ÖPNV sollen ausgebaut werden. Die Innenstadt soll lebendiger werden, auch dank flexibler Sperrzeiten. "Mehr Menschen können das Sicherheitsgefühl nur stärken", so Altun. Er wolle bürgernah und bodenständig bleiben. "Zur Demokratie gehört auch, dass Kompromisse eingegangen werden müssen." Er verspricht, einen Teil seines Gehaltes zu spenden.
Videoüberwachung geplant
Der 1977 in Offenburg geborene Emanuel Rohr ist Projektleiter bei Burda Medien. Sein Engagement im Betriebsrat habe ihm gezeigt, dass unterschiedliche Interessen nicht zwangsläufig zu unüberwindbaren Hindernissen führen müssten. Ganz oben auf seiner Liste stehen Sicherheit, Sauberkeit und Parken. Neben mehr Präsenz des kommunalen Ordnungsdienstes will er Videoüberwachung an den Hotspots einsetzen. Eines seiner weiteren Ziele ist, bis 2034 3.000 zusätzliche Wohnungen zu schaffen. Er verspricht ein kundenfreundliches Parkkonzept und kostenfreie Anwohnerparkplätze.
"Was ist aus unserem Offenburg geworden?", fragt Yasemin Tondo, 39-jährige Gastronomin aus Hohberg. Es sei nicht mehr das Offenburg, das die Menschen kennen. Sie möchte in Zukunft das Gute bewahren und das Notwendige verändern. Für Familien will sie für mehr Verlässlichkeit bei den Betreuungsangeboten sorgen. Das Thema Sicherheit betrachtet sie nicht nur unter dem Aspekt der Kontrolle, sondern auch unter dem der Prävention. Kontrolle darüber, wofür die städtischen Mittel ausgegeben werden, ist ihr wichtig. Bei großen Baustellen sollen die Anwohner und die Unternehmen gehört werden.





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