Spende des Lions Club Offenburg
Unterstützung für Rettungshunde
- Bei der Spendenübergabe (v. l.): Sarah Hoferer mit Hund „Faro“, Jessica Wolski, Andreas Heck, Bürgermeister von Hofweier und Lions Club-Pate der Spendenaktion, Toni Vetrano, Past Präsident Lions Club Offenburg, Frank Mildenberger, Präsident Lions Club Offenburg, Ingrid Bayer, Staffelleiterin Hundestaffel mit Hund „Baldouin“, Martha Hoferer, Staffelleiterin Hundestaffel, Andreas Huber, Stellvertretender Leiter Rettungshundestaffel, mit „Zoe“, Marina Asmussen, Stephanie Hirschberg mit „Cassy“ und Martin Kohnle, Activity-Beauftragter Lions Club Offenburg.
- Foto: Lions Club Offenburg
- hochgeladen von Christina Großheim
Offenburg (st) Wenn ein Mensch vermisst wird, wird mit der Suche nicht bis zum nächsten Morgen gewartet. Die ehrenamtlichen Helfer der DRK-Rettungshundestaffel Ortenau stehen mit ihren Hunden auch nachts bereit. Damit sie sich auf diese anspruchsvolle Aufgabe unter guten Bedingungen vorbereiten können, hat der Lions Club Offenburg 9.572 Euro für eine Beleuchtungsanlage auf ihrem Trainingsgelände gespendet. Die Unterstützung bringt Licht auf den Platz – und lenkt zugleich den Blick auf eine Arbeit, die häufig im Verborgenen geleistet wird, heißt es in einer Pressemitteilung.
Wie viel Engagement dahintersteckt, wurde bei der Spendenübergabe deutlich. Die Staffel hat nach eigenen Angaben 49 Mitglieder, davon sind 43 Hundeführer, zehn Helfer und drei Ausbilder. 15 geprüfte Hunde stehen für Sucheinsätze bereit: zwei Mantrailer, zehn Flächensuchhunde und drei Trümmerhunde. 2026 rückte die Staffel bisher zu 15 Sucheinsätzen aus. Hinter jedem dieser Einsätze stehen Menschen, die ihre Freizeit einsetzen, um anderen zu helfen – und viele Stunden gemeinsamer Vorbereitung mit ihren vierbeinigen Partnern. In der Summe kamen so im laufen Jahr 2026 schon insgesamt fast 8000 ehrenamtliche Stunden der Mitglieder zusammen.
Vielseitig
Dabei ist Suchhund nicht gleich Suchhund. Flächensuchhunde durchstöbern weitläufige Wälder und unübersichtliches Gelände nach menschlicher Witterung. Sie benötigen dafür keinen persönlichen Gegenstand eines Vermissten. Anders die sogenannten Mantrailer: Sie orientieren sich am individuellen Geruch eines bestimmten Menschen, den sie beispielsweise über ein Kleidungsstück aufnehmen, und verfolgen dessen Spur. Trümmersuchhunde wiederum sind darauf spezialisiert, verschüttete Menschen zu finden, etwa nach einem Gebäudeeinsturz. Jede dieser Aufgaben stellt besondere Anforderungen an Hund und Hundeführer.
Was im Einsatz selbstverständlich funktionieren muss, wird über lange Zeit sorgfältig aufgebaut. Nicht nur die Hunde lernen: Auch ihre menschlichen Partner benötigen eine fundierte Ausbildung. Dazu gehören unter anderem Erste Hilfe, Orientierung im Gelände, Sprechfunk und Einsatztaktik. Denn eine vermisste Person zu finden, ist nur ein Teil der Aufgabe. Sie muss gegebenenfalls auch versorgt werden, bis weitere Rettungskräfte eintreffen.
Regelmäßiges Training
Mit einer einmal bestandenen Prüfung ist es deshalb nicht getan. Hund und Mensch müssen ihre Fähigkeiten regelmäßig erneut unter Beweis stellen: Alle zwei Jahre steht für die Rettungshundeteams eine Wiederholungsprüfung an. Dazwischen wird kontinuierlich weitertrainiert. Verlässlichkeit entsteht durch Übung – und durch das Vertrauen zwischen Mensch und Tier.
Die Staffel beginnt nach eigenen Angaben möglichst früh damit, die Hunde spielerisch an ihre späteren Aufgaben heranzuführen. Grundlage des Trainings ist die Belohnung. Eine erfolgreich gelöste Aufgabe soll für den Hund mit einem positiven Erlebnis verbunden sein. So wächst die Freude an der Suche, aus der mit zunehmender Erfahrung eine zuverlässige Zusammenarbeit wird. Auch die Ausbildungsbeschreibung des DRK betont das spielerische, motivierende Lernen und die positive Verstärkung als Grundlage der Ausbildung und als Antrieb für die stetige Motivation.
Wie eng diese Zusammenarbeit werden kann, schilderten die Ehrenamtlichen bei der Übergabe an einem anschaulichen Beispiel: Schon das Anlegen des Suchgeschirrs ist für die Hunde ein vertrautes Signal. Jetzt ist nicht der gewöhnliche Spaziergang angesagt, sondern eine gemeinsame Aufgabe. Aufmerksamkeit und Verhalten verändern sich – aus dem Familienhund wird ein konzentrierter Suchpartner.
Kontakt mit dem Tier
Doch nicht jeder Einsatz der Vierbeiner führt in den Wald oder auf ein Trümmergelände. Zur Staffel gehören auch Besuchshunde, die in Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten für Begegnungen und Abwechslung sorgen. Gerade in Seniorenheimen steht dabei etwas anderes im Mittelpunkt als das Aufspüren einer vermissten Person: die Freude am Kontakt mit einem Tier, an seiner Nähe und an einer willkommenen Unterbrechung des Alltags.
Dass dieses Ehrenamt weit über Training und Einsätze hinausgeht, zeigt sich auch auf dem Übungsgelände. Die Mitglieder richten den Platz in Eigenarbeit her. Neben dem normalen Alltag mit Beruf und Familie wird hier stundenlang gebaggert, gegraben betoniert und gebaut, – zusätzlich zu ihrem übrigen Engagement. Die vom Lions Club finanzierte Beleuchtung ergänzt diese Eigenleistung und soll insbesondere in der dunklen Jahreszeit bessere und sichere Bedingungen für die Ausbildung am Abend schaffen.
Mit seiner Spende unterstützt der Lions Club Offenburg damit nicht einfach nur die Ausstattung eines Platzes. Er hilft Menschen, die bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Die Nacht zum Tage zu machen, bekommt hier einen ganz praktischen Sinn: gute Trainingsbedingungen für Teams, auf die es im entscheidenden Moment ankommen kann.






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