Frische Ideen für den Offenburger Grüngürtel
Wettbewerbssieger gekürt

Die Grünanlagen entlang des Bahngrabens sollen ein neues Gesicht bekommen.
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  • Die Grünanlagen entlang des Bahngrabens sollen ein neues Gesicht bekommen.
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Offenburg (gro). Rund um die Offenburger Innenstadt zieht sich nicht nur die historische Stadtmauer, sondern auch ein Grüngürtel. Doch der wird kaum wahrgenommen. Deshalb wurde ein städtebaulich-freiraumgestalterisches Qualifizierungsverfahren ausgerufen. Fünf gesetzte Büros erarbeiteten in einem zweistufigen Verfahren Pläne: Die Grundplanung wurde im Juli auf der Beteiligungsplattform der Stadt "mitmachen.offenburg.de" in Form von Videos eingestellt. Die Anregungen und Kommentare der Bürger wurden in die Pläne eingearbeitet. Am Freitag, 9. Oktober, tagte das Sach- und Fachgericht und kürte die Gewinner.

"Es waren fünf unterschiedliche, aber sehr gute Beiträge", so Oberbürgermeister Marco Steffens in einer Pressekonferenz am Montag, 12. Oktober. Der Zwingerpark und die Grünanlage entlang des Bahngrabens zwischen Rée-Anlage und "Zauberflöte"-Brücke sollen zeitnah umgesetzt werden. "Ob wir es wie geplant bis zu den Heimattagen 2022 schaffen, steht noch nicht fest", so der OB. Durch Corona sei man bereits in Zeitverzug geraten.

Die drei wichtigsten Kriterien, die der Bewertung zu Grunde lagen: die städtebauliche und freiräumliche Qualität vor allem in Bezug auf die Stadteingänge, der Umgang mit der historischen Stadtmauer sowie die Qualität der Aktions- und Spielflächen. "Vom Preisgericht gibt es eine einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat", betonte Steffens.

Siegerentwurf von Karlsruher Büro

Baubürgermeister Oliver Martini stellte den Siegerentwurf von Helleckes Landschaftsarchitektur Karlsruhe vor. Es wurden vier Teilbereiche ausgemacht: Zwingerpark, Bürgerpark entlang der Grabenallee, Gleispromenade und die Rée-Anlagen. "Die Stadtmauer hält als verbindendes Element die Bereiche zusammen", erläuterte Martini. Es gibt ein durchgängiges Beleuchtungskonzept mit einem Lichtband entlang der Stadtmauer sowie punktueller Beleuchtung in den Anlagen. Außerdem verläuft entlang der Stadtmauer ein Stahlband, das auch über die Stadteingänge - Hauptstraße und Lange Straße - gezogen wird. Der Bereich entlang des Bahngrabens wird zur Gleispromenade umgebaut: Dort finden sich Spielzonen wie der Freiheitsspielplatz. Kritisch gesehen wird die Erschließung für den Radverkehr, die in Konflikt mit den spielenden Kinder geraten könne. "Durch die teilweise doppelten Erschließungswege für Radfahrer und Fußgänger werden die Grünflächen kleiner", so Martini. Die Anbindung an die Rée-Anlage erfolgt durch Baumpflanzungen.

Behutsam gehen die Planer mit dem Zwingerpark um, dessen Anlagen denkmalgeschützt sind. So wird vorgeschlagen, eine Lindenallee anzulegen, die es bereits in den historischen Plänen gab. Kritisch gesehen wird der existierende Spielplatz beim Parkhaus. "Der ist nicht optimal, wir müssen sehen, ob es nicht einen besseren Platz gibt", so Martini. Der heutige Rosengarten soll zum Bürgergarten umgestaltet werden. Dazu soll der Zugang mit einer Lichtinstallation deutlich gemacht werden. Er soll als Stadtraum anders wahrgenommen werden. 

Gut gelungene Bahnpromenade

Auf den zweiten Platz wurde der Entwurf von BBZL Berlin gewählt. Auch hier wurde die Leitidee, die Herausarbeitung des Grüngürtels, gut umgesetzt. Kritisch wird der Gestaltung des Stadtbuckels: "Mit einem neuen Belag wird nicht die gewünschte Wirkung der Durchgängigkeit erzeugt", so Daniel Ebneth, Fachbereichsleiter Fachbereich 3 Stadtplanung und Baurecht. In diesem Entwurf wurde das Parkhaus in der Wasserstraße abgerissen und durch eine Grünfläche ersetzt. Im Bahngraben wird der Fuß- und Radweg kombiniert und liegt außerhalb des Grünbereichs. So entstehen vier große Grünflächen: eine Spielfläche mit einem Hügel, ein Liegebereich, ein Kleinkinderspielplatz sowie ein Kletterparcour. Es wird vorgeschlagen, den Verkehr auf der "Zauberflöte"-Brücke in den Norden zu verlegen und im Süden so Flächen für Außengastronomie zu schaffen.

Der dritte Platz ging an W+P Landschaften aus Offenburg/Berlin. Neu zu pflanzende Kirschbäume sollen den durchgängigen Raum kennzeichen, die Stadteingänge werden mit Baumpflanzungen deutlich gemacht. Entlang der Gleise wird der Fuß- und Radweg kombiniert und wäre sogar für den schnellen Radverkehr geeignet.

11. November im Planungsausschuss

Das weitere Vorgehen wurde so beschrieben: Am 11. November wird sich der Planungsausschuss der Stadt mit den Vorschlägen beschäftigten. Der Zwingerpark soll als erstes angegangen werden, da dessen Umgestaltung über das Sanierungsgebiet abgerechnet werden soll. Die Frist läuft. Als nächstes steht die Gestaltung des nördlichen Bahngrabens an, idealerweise bis 2022. 

Positiv wurde die neue Onlineform der Bürgerbeteiligung gesehen. "Das ist ein hervorragendes Medium zur Ergänzung der bisherigen Angebote", so der OB. Rund 30 Nutzer hatten knapp 60 Kommentare zu den Entwürfen abgegeben. "Inhaltlich zeichneten sich die Rückmeldungen und Beiträge fast alle durch Qualität aus und waren zumeist ausführlicher als bei Präsenzveranstaltungen. Unserem Eindruck nach haben wir mit dem Online-Angebot auch andere Zielgruppen erreichen können", stellt Silke Moschitz, kommissarische Leiterin des Bereichs Stadtentwicklung, fest. Das Online-Format beziehungsweise die Videos hätten den Teilnehmenden ermöglicht, sich intensiv mit den Ideen des Planungsteams zu beschäftigen. "Mit zehn Tagen war der Zeitraum des Angebots etwas knapp gehalten – dies war dem Umstand geschuldet, dass die Ergebnisse für die Zwischensitzung des Preisgerichts Mitte Juli aufbereitet werden mussten. Grundsätzlich werden wir versuchen, zukünftige Angebote für längere Zeit offen zu halten", zieht Moschitz eine kurze Bilanz.

Die Grünanlagen entlang des Bahngrabens sollen ein neues Gesicht bekommen.
Behutsam gehen die Planer mit dem Zwingerpark um.
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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