Jede Rasse hat ihre Eigenheiten
Worauf es bei der Hundezucht ankommt

Dolly, Kira und Sammy setzen sich in Pose.
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Offenburg (tf). Brav läuft Westgate neben seinem Frauchen Susanne Kappel, bleibt auf Ansage stehen, trabt wieder an. Der 17 Wochen alte Welpe lernt jetzt schon spielerisch, worauf es später bei einer Ausstellung ankommt. „Viel Lob ist dabei ganz wichtig“, so die Besitzerin. Westgate lernt die Ruhe zu bewahren, wenn eine fremde Person ihn anfasst: „Das hilft ihm auch später, wenn der Preisrichter ihn berührt." Im Moment hat die 35-Jährige zwei Deckrüden und einen Welpen. Dieser wurde 2018 Bundessieger.

"Um Züchten zu dürfen, muss der Rüde bei drei Ausstellungen mindestens ein sehr gut bekommen haben“, erklärt Kappel. „Dazu kommen noch ein Westenstest, Gentests und das HD/ED/OCD-Gutachten.“ Gerade auf die Papiere komme es an. „Papiere sind nicht gleich Papiere – das ist immens wichtig beim Hundekauf“, betont sie. Ihre Rüden haben mittlerweile 44 Nachkommen. "Ein Ridgeback ist ein sehr verschmuster Hund, der aber innerhalb Sekunden seine Kraft eigenständig entfaltet und seiner Berufung – dem Jagd- und Wachtrieb – nachkommt“, so Kappel.

Drei Hunde auf einer Etage

Bei Familie Ehret bewohnen die drei Cockerspaniel eine eigene Etage im Haus. „Der Hund gehört nicht ins Bett, zum einen wegen der Sauberkeit, zum anderen sieht er sich höher gestellt im Rudel“, erklärt Axel Ehret. Bereits 1986 gründete sein Vater die Zucht vom Großen Deich. Der acht Jahre alte Sammy ist der Sportler im Trio und hessischer Meister im Mantrailing. Die fünfjährige Kira hatte schon mehrere Würfe und ist bereits ein Profi in Sachen Ausstellungen. Die einjährige Dolly geht dieses Jahr erstmals auf die Rasseschau – dafür war sie extra beim Frisör und auch der Groomer, ein Spezialist für das Zupfen von Cockerhaaren, steht auf dem Programm.

„Cocker sind freundliche Hunde mit einem eigenen Kopf“, erklärt Diane Ehret. Wenn Kira im Spätjahr wirft, werden die beiden ein Mädchen behalten, um die Blutlinie der Zucht vom Großen Deich wiederzubeleben. "Natürlich machen Welpen viel Arbeit, doch wenn so ein Kleiner da ist – es gibt nichts Schöneres", sagt Ehret. So fällt auch die spätere Abgabe nie leicht. Der Tag in der Welpensaison beginnt bereits um 4 Uhr. Die Kleinen müssen versorgt werden, die Wurfkiste gereinigt und dann stehen noch Fütterung und der Spaziergang mit den Althunden an. „Vor dem Kauf sollte man sich über die Rassen informieren, Züchter ansprechen und gut darüber nachdenken, ob man genug Zeit für einen Hund hat“, rät Ehret.

Potentielle Käufer werden geprüft

Auch Haribert Freitag prüft genau, welcher Interessent einen seiner Weißen Schäferhundwelpen erhält. „Wir schauen uns die potentiellen Käufer gut an, sie müssen sogar zu uns kommen“, sagt er. Die Hunde von Familie Freitag leben im großen Rudel, haben ein eigenes großes Freigelände. Dort toben sie gemeinsam bei jedem Wetter. „So lernen die Welpen von den Althunden“, erklärt Freitag. Im Moment leben neun Hunde im Rudel. „Unsere Hunde haben ein sanftes Wesen, darauf legen wir bei der Zucht großen Wert“, erklärt der Pensionär. Denn es sollen ja gute Familienhunde sein: „Alle Hunde wollen beschäftigt werden. Sie brauchen eine artgerechte Haltung und eine gute Erziehung. Einem Welpen darf man die Jugend nicht nehmen, sondern muss ihn liebevoll erziehen. Wenn ein Problem auftritt, liegt es meistens am anderen Ende der Leine."

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