Heike Hartmann ist Obermeisterin der Friseurinnung
Schon ihren Puppen die Haare geschnitten

Heike Hartmann stammt aus einer Handwerkerfamilie – ihr Vater war Schlossermeister – und weiß, dass sie heute nur durch ihre Familie und ihr Team da ist, wo sie ist.
  • Heike Hartmann stammt aus einer Handwerkerfamilie – ihr Vater war Schlossermeister – und weiß, dass sie heute nur durch ihre Familie und ihr Team da ist, wo sie ist.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Appenweier. Schon als Kind hat Heike Hartmann ihren Puppen die Haare geschnitten, auch ihre Geschwister – oder besser gesagt, deren Ponys – blieben von der heutigen Friseurin und Innungsobermeisterin nicht verschont. "Alle haben aber immer schön still gehalten und meine Freundinnen haben sich gefreut, wenn ich ihnen wieder eine tolle Flechtfrisur gemacht habe", erinnert sie sich. Schon ihre Mutter wollte Friseurin werden. "Meine Großeltern wollten das aber nicht, weil meine Mutter die Fahrschule übernehmen sollte", berichtet die 48-Jährige.
Heike Hartmann, die aus dem Emsland stammt, durfte sich ihren Traum aber erfüllen und begann 1984 mit der Ausbildung zur Friseurin. Der Liebe wegen zog sie vier Jahre später nach Freiburg. Wenig später ging es nach Gengenbach, wo ihr Freund studiert hat. "Dort habe ich als Friseurin gearbeitet und bin dann in die Filiale nach Ohlsbach gewechselt", erzählt sie. 1994 legte Hartmann die Meisterprüfung ab. "Die Selbstständigkeit war schon immer mein Ziel", betont sie, "darauf habe ich auch eisern gespart." Kurz darauf übernahm Heike Hartmann die Salonleitung in einem neuen Geschäft in Offenburg. "Dort konnte ich alles Gelernte umsetzen", sagt sie. Schön sei es gewesen, zu sehen, wie alles gewachsen sei, das Team stärker und stärker wurde und der Umsatz stetig stieg. "Mein Ehrgeiz machte sich bezahlt", betont Hartmann. Die 50- bis 60-Stunden-Woche machte ihr nichts aus. "Diese Zeit hat mich sehr geprägt, man kann sagen, dass ich erwachsen wurde", sagt sie. Ihre Schwangerschaft und die dreijährige Elternzeit von 1997 bis 2000 sorgten dann für Ruhe, die Heike Hartmann auch "in vollen Zügen genossen hat".

Beruf und Muttersein

"Ich wollte dann aber unbedingt wieder arbeiten, weil mir einfach was gefehlt hat und bin zurück in die Firma", berichtet sie. Natürlich habe sie hin und wieder ein schlechtes Gewissen gehabt: "Man kann ja nicht einfach um halb fünf die Schere fallen lassen. Ich habe oft in der Kita angerufen und gesagt, dass es zehn Minuten später wird", erinnert sie sich. 2002 bekam sie die Möglichkeit, eine Halbtagesstelle anzutreten, beim damaligen Innungsobermeister Andreas Drotleff in Elgersweier. "Damit konnte ich Beruf und Muttersein unter einen Hut bringen", stellt sie fest. Schließlich baute die Familie in Appenweier und Heike Hartmann konnten sich Ende 2005 endlich ihren Traum erfüllen und eröffnete im Keller des Hauses ihren ersten eigenen Salon. Sie sei damals schon quasi alleinerziehend gewesen, weil ihr Mann in der Schweiz gearbeitet habe und nur am Wochenende zu Hause gewesen sei. Daher änderte sich nicht viel im Alltag für Heike Hartmann, als die Ehe in die Brüche ging. "Ich habe allerdings Zeit gebraucht, mich wieder selbst zu finden", erinnert sie sich. 2009 bekam sie dann das Angebot, den Salon, in dem sie in der Appenweierer Ortsmitte schon als Salonleiterin arbeitete, zu übernehmen. "Ich habe damals gewusst, dass es genau das ist, was ich schon immer wollte", betont sie. Am 1. Februar 2010 eröffnete sie dann den großen Salon, den sie auch selbst innerhalb kürzester Zeit renoviert hat. "Ich habe fast Tag und Nacht gearbeitet", berichtet #+Hartmann. Angefangen hat sie damals mit einer Halbtageskraft und einer Aushilfe, heute sind es mit ihr zusammen drei Vollzeitkräfte, eine Teilzeitkraft und hoffentlich bald auch ein Azubi.
Mit der Selbstständigkeit ist Heike Hartmann der Innung beigetreten und auch gleich in die Vorstandschaft gewählt worden. Sie sei schon immer wissbegierig und gern bei Veranstaltungen mit dabei gewesen. So kam es wohl, dass ihr ehemaliger Chef und Innungsobermeister Andreas Drotleff sie Ende Mai 2016 als seine Nachfolgerin vorschlug. "Weil ich sehr gewissenhaft bin, habe ich mir das sehr gut überlegt. Zu verlieren hatte ich ja nichts, nur zu gewinnen", betont Hartmann. Sie habe von Anfang an einen engen Kontakt zur Kreishandwerkerschaft gehabt, auch Andreas Drotleff stünde ihr bei Bedarf noch mit Rat und Tat zur Seite. "Es gibt leider kein Handbuch für diese Aufgabe, sonst hätte ich es sicher auswendig gelernt", sagt sie schmunzelnd. Besonderen Fokus legt sie als Innungsobermeisterin darauf, den Nachwuchs zu fördern und zu stärken und den Beruf des Friseurs somit weiter voran zu bringen. Daniela Santo

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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