Exkursion zum Flugplatz Offenburg
Luftfahrt-AG der Hochschule zu Besuch am Flugplatz
- hochgeladen von Martin Kiefer
Initiator des Besuchs war Florian Ebert, Jugendleiter der FG Renchtal e.V., im Besitz der Segelfluglizenz und in Motorsegler-Ausbildung, der an der Hochschule Offenburg in der Fachrichtung Medien studiert. Zusätzlich führt Florian Ebert als Tutor an der Hochschule ein ganzes Semester lang eine Luftfahrt AG für fluginteressierte Studierende durch. Jeden Dienstagnachmittag beschäftigen sich die Studierenden mit den bekannten Themen der Flugausbildung wie Grundlagen des Fliegens, Aerodynamik, Flugzeugkunde, Meteorologie, Navigation, Kommunikation, sowie menschliches Leistungsvermögen. Aber auch Luftrecht, was ja gerade für unbemannte Luftfahrtgeräte wie Drohnen zunehmend an Bedeutung gewinnt, steht auf dem Lehrplan.
In diesem Rahmen luden Florian Ebert und sein Vater Martin Kiefer, selbst auch Fluglehrer, die Luftfahrt AG nun zu einer Exkursion an den Flugplatz Offenburg EDTO ein. 16 fluginteressierte Studierende aus verschiedenen Fakultäten der Hochschule, die Professorin und Leiterin des Institute for Unmanned Aerial Systems sowie ein Professor für Nachrichtentechnik inspizierten den Flugplatz Offenburg bei bestem Wetter.
Dabei konnten sie ergänzend zur Theorie auch in Flugpraxis, Abläufe am Flugplatz und in die Hallen reinschnuppern. Herbert Patsch, der erste Vorsitzende der FG Offenburg, hat dankenswerter Weise einige Vereinskameraden gewinnen können, welche diese Exkursion am Flugplatz mit viel Engagement und sehr informativ unterstützten.
Hubschrauber
Der alte Hase Christian Haiml, kompetenter Fachmann, Hubschrauberpilot und auch Prüfer, erklärte den historischen Hubschrauber Bell 47 mit dem offenen Gitterrohr-Rahm und der markanten Cockpit-Bubble. Diverse Varianten des seltenen Hubschraubers sind am Flugplatz und in den Hallen flugfertig - aber auch fein zerlegt in Wartung oder im Wiederaufbau zu sehen.
Motorflugzeug
Sein Experimental Eigenbau-Motorflugzeug, einer ASSO V mit ROTAX 912 Motor präsentierte Heribert Orlik aus Hohberg im Ortenaukreis. Der elegante Tiefdecker in Holzbauweise, GFK-laminiert verfügt über ein Einziehfahrwerk und wurde auf 750Kg Höchstabfluggewicht dimensioniert. Heribert hat nach vielen Baujahren, Erprobungen, Prüfungen und formellen Hürden die Echo-Zulassung vom Luftfahrtbundesamt LBA erhalten.
Ortenauer Hagelflieger
Die zwei stationierten Hagelflieger der Hagelabwehr Ortenau gab es ebenfalls zu sehen. Diese erhalten über die Flugsicherung Stuttgart die aktuellen Wettermeldungen zu den nahenden Gewitterzellen und führen in enger Abstimmung insbesondere im badischen Raum entsprechende Impfungen der bedrohlichen Wolken durch. Bei heranziehenden Gewittern steigen ein oder zwei Kleinflugzeuge auf und verbrennen in speziellen Rauchgasgeneratoren eine unbedenkliche Silberjodid-Verbindung im Bereich der Aufwinde von hagelträchtigen Wolken. An den dabei freigesetzten Kondensationskernen lagert sich Wasserdampf an. Dadurch bilden sich in der Wolke viele kleine, anstatt großer Hagelkörner.
Ziel ist die zahlreichen Wein- und Obstanlagen in der Ortenau vor grobem Hagelschlag zu schützen.
Segelflugzeuge
Die verschiedenen Segelflugzeuge am Platz, Ein- Doppelsitzer sowie Eigenstarter erläuterte anschaulich Segelflugreferent Tobias Braun. Die schnittigen Segler sind in hochmoderner Bauweise aus Faserverbundkunststoffen gefertigt. Auch hier entwickeln gerade die akademischen Fliegergruppen der Hochschulen und Universitäten immer wieder neue technische Innovationen, welche dann von den Kleinflugzeugbauern umgesetzt werden können. Von großem Interesse waren auch die UL-Flugzeuge und Motordrachen.
Grüne Oase
Michael Joachim erklärte die „grüne Oase Flugplatz“ mit der vielfältigen Flora und Fauna des EDTO. Auch die Wechselwirkungen des benachbarten großen Waldstückes und des angrenzenden Königswaldsee mit der naturbelassen Wiesengelände des Fluggeländes konnte Michael Joachim verdeutlichen. Beindruckt zeigten sich die Studenten auch über das sehr hochwertige Heu, der langjährig ungedüngten und nicht gespritzten Wiesen, welches gerade von Pferdehaltern sehr geschätzt wird.
Konstruktive Zusammenarbeit
Verschiedenste Themen der Fliegerei sowie auch Autonomes Fliegen boten Gesprächsstoff und Anregung für Studienprojekte bis in den späten Abend. Bei Softdrinks und Knapperzeug gab es einen schönen Ausklang in der Gartenlaube vor den Hallen – während noch einige Segler aus ihren Thermikflügen im Schwarzwald landeten und zu den Hallen ausrollten.
Auch das Flugplatzgelände als Location für Medienschaffende der Hochschule war von Interesse. Hier bieten sich Möglichkeiten der konstruktiven Zusammenarbeit. Die Fakultät E-Mobilität führt öfters Testfahrten mit dem hochentwickelten und erfolgreichen E-Auto „Schluckspecht“ auf den dafür gesperrten Rollwegen des Flugplatzes durch. Denn schon seit 1998 entwickelt sich das Projekt „Schluckspecht“ der Hochschule stetig weiter, um aktuellen Herausforderungen wie der Energie- und der Verkehrswende standzuhalten. Innovative Antriebskonzepte und Bauweisen sollen Zeichen setzen, für die Zukunft der Mobilität. Verschiedene Modelle bieten verschiedene Lösungen: Verbrenner und Elektro, gesteuert und autonom.
Gleich mehrere Studierende interessierten sich zudem für eine Ausbildung zur Privatpilotenlizenz.
Die Fliegergruppen Offenburg und Renchtal freuen sich auf die Positiv-PR für den Erhalt des Flugplatzes, eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Hochschule und die Umsetzung innovativer Ideen.






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