Den Spieltrieb nutzen
Wenn die Polizei im sechsbeinigen Gespann Dienst tut

Polizeihauptkommissarin Christiane Rexter mit ihrer dreijährigen Hündin Bounty  | Foto: mak
  • Polizeihauptkommissarin Christiane Rexter mit ihrer dreijährigen Hündin Bounty
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Offenburg In unserer Guller-Serie "Blickpunkt Polizei" geht es in der heutigen Ausgabe um die Arbeit der Polizeihundestaffel im Polizeipräsidium Offenburg, in der 19 aktive Hundeführer in Offenburg und Rheinmünster mit ihren Hunden im Dienst sind.

"Ich habe immer einen Streifenpartner an meiner Seite", sagt Christiane Rexter, die seit insgesamt neun Jahren Hundeführerin ist, mit einem Lächeln. Die dreijährige belgische Schäferhündin Bounty ist ihr ständiger Begleiter – im Dienst und auch zu Hause. Doch bevor Polizist und Hund ein eingespieltes Team werden, steht die Herstellung einer Bindung im Vordergrund. Christiane Rexter kann sich noch gut an die erste Begegnung mit ihrem ersten Hund erinnern. "Der hat mich kurz angerochen und ist dann ignorant vorbeigelaufen", erzählt sie mit einem Lachen. In der Regel kommen die Diensthunde im Alter von einem halben bis eineinhalb Jahren zur Polizei, nach dem sie im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren geprüft wurden.

Duale Ausbildung

Die Hunde werden dual ausgebildet – als Schutz- und Spürhund. "Für den Polizeidienst müssen die Hunde eine gewisse Grundaggression mitbringen", erklärt Christiane Rexter. Das bedeutet, dass sie ein starkes Wesen und Mut haben und einen ausgeprägteren Beute- und Wehrtrieb als andere Hunde haben sollten. Nach rund einem Jahr Grundausbildung, bei der der Hund in den Bereichen Fährte, Unterordnung und Schutzdienst trainiert wird, geht es für Tier und Hundeführer zum Schutzhundelehrgang nach Göppingen. Um die Hunde auszubilden, nutzen Rexter und ihre Kollegen den Spieltrieb der Tiere. Nach dem Lehrgang erfolgt in der Regel die Ausbildung als Spezialhund. Wichtig ist, dass die Hunde lernen, keine Drogen oder Sprengstoff bei der Suche aufzunehmen.

"Ich kann mir kaum eine spannendere und abwechslungsreichere Tätigkeit vorstellen", schwärmt Rexter, auch wenn jeder Tag sehr fordernd und arbeitsintensiv sei. "Der Polizeihund ist ein Lebewesen, das einen eigenen Charakter hat, dem Menschen nicht unähnlich. Denn auch der Hund hat mal keine Lust."

Richtig Lust hatte ihre alte Diensthündin Twix bei einem Fall, an den sie sich noch gut erinnert. Nach einer wilden Verfolgungsjagd ist der Fahrer weiter zu Fuß geflüchtet und hat sich in einer Hecke auf einem Friedhof versteckt. Für die Hundenase aber nicht gut genug. "Als Belohnung gibt es dann ganz viel Liebe und Zuneigung und natürlich ein Leckerli", so Rexter. Etwa 20 bis 30 Minuten am Stück können die Polizeihunde suchen. Dann benötigen sie rund eine halbe Stunde Pause.

Bounty und ihre vierbeinigen Kollegen müssen jedes Jahr eine Schutzhunde- und Spezialüberprüfung bestehen, um ihre Dienstfähigkeit nachzuweisen.

Unter anderem der Wechsel des Halsbandes signalisiert Bounty übrigens, dass auf den Arbeits-Modus umgestellt wird und ein Einsatz bevorsteht. Los geht es dann aber erst, nachdem der Hundeführer das Kommando gegeben hat.

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