Fall von Cybertrade-Fraud
Offenburger wurde von Betrügern reingelegt

Foto: gro

Offenburg (st) Im Zeitraum von Oktober 2023 bis Oktober 2024 wurde ein inzwischen 59-Jähriger aus Offenburg Opfer eines mutmaßlichen Geldanlagebetrugs. Das Opfer meldete den Vorfall inzwischen den Beamten der Kriminalpolizei. Die getätigten Investitionen von 35.000 bis 40.000 Euro dürften unwiederbringlich in betrügerische Hände gelangt sein. Laut bisherigen Ermittlungen der Polizei wurde der Geschädigte über eine Internet-Plattform auf eine vermeintlich lukrative Krypto-Investitionsmöglichkeit aufmerksam. Durch das Versprechen hoher Renditen ließ er sich zur Investition verleiten. Eine Auszahlung blieb bis zuletzt aus.
Um den Schaden zu beheben, beauftragte der Geschädigte im Juli dieses Jahres eine vermeintliche Anwaltskanzlei aus Großbritannien. Die über das Internet recherchierte Kanzlei versprach Hilfe, im Gegenzug wurde eine Zahlung von insgesamt 1.500 Euro verlangt. Nach erfolgter Überweisung brach auch der Kontakt zu den vermeintlichen Anwälten ab.

Warnung

Die Polizei warnt vor sogenannten Cybertrading-Betrugsmaschen. Anleger sollten bei außergewöhnlich hohen Gewinnversprechen sowie bei Aufforderungen zu weiteren Zahlungen für Auszahlungen besonders misstrauisch sein. Vor Investitionen über Online-Plattformen wird empfohlen, deren Seriosität sorgfältig zu prüfen und im Zweifelsfall fachkundigen Rat einzuholen.
Cybertrading-Fraud bedeutet Betrug beim Online-Handel mit Finanzprodukten. Dabei werden Menschen im Internet dazu verleitet, Geld in gefälschte oder betrügerische Investments zu stecken - zum Beispiel in Aktien, Kryptowährungen oder andere Finanzprodukte. Die Betrüger nutzen oft falsche Handelsplattformen oder geben sich als seriöse Finanzberater aus. Sie versprechen hohe Gewinne, doch in Wirklichkeit verschwindet das investierte Geld und die Opfer verlieren ihre Ersparnisse.

Vorgehen

Wie gehen die Betrüger vor? Der Betrug beim Online-Trading beginnt meist mit verlockenden Versprechungen hoher Renditen. Über Werbung oder bei der gezielten Suche nach Investitionsmöglichkeiten im Internet, insbesondere im Bereich der Kryptowährungen, können Interessenten auf betrügerische Angebote stoßen. In der Regel werden diese zu einer einfachen Registrierung auf einer professionell und seriös wirkenden Plattform eingeladen. Nach der Anmeldung werden diese durch eine angebliche Brokerin oder ein angeblicher Broker kontaktiert. Sie werden dazu gedrängt, eine geringe Erstinvestition von beispielsweise 250 Euro zu tätigen. Diese ist sofort erfolgreich und es werden schnell Gewinne erzielt. Gelegentlich gibt es sogar kleinere Auszahlungen. Die Geldanlagen können in Echtzeit über den Onlinezugang nachverfolgen. Die anfänglichen Erfolge und das intensive Einwirken der Brokerin oder des Brokers, durch wiederholte Telefonanrufe oder Messenger-Nachrichten, verleiten dazu, noch mehr Geld zu investieren. Doch sobald  die Auszahlung der Gewinne gefordert wird, beginnen die Probleme: Die Auszahlung wird seitens der Trading-Plattform abgelehnt. Die Geldanlagen hätten sich derart verschlechtert, dass ein Totalverlust Ihrer Gelder eingetreten wäre.
Die Online-Plattform ist nicht mehr erreichbar oder existiert nicht mehr. Die Brokerin oder der Broker fordert immer weitere Geldbeträge - Gebühren oder Gewinnsteuer -, um die Gewinnauszahlung anzuweisen. Eine tatsächliche Investition findet nie statt. In allen Varianten ist von einem Verlust Ihres Vermögens auszugehen.
Betrug erkennen
Anleger sollten stutzig werden, wenn die über Internetplattformen mit kleinen Anlagebeträgen angelockt und hohe Renditen versprochen werden. Grundsätzlich sollte man sich genau über die Trading-Plattform informieren, bevor man anmeldet oder Geld überweist. Interessierte sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, sondern sich Zeit nehmen, um das Angebot in Ruhe zu überprüfen. Wenn über die Anbieter das Herunterladen von Fernwartungssystemen angeregt wird, sollten die Alarmglocken schrillen. Bei seriösen Anbietern erfolgt eine Verifizierung des Kunden durch Postident/Videoident oder vergleichbaren Verfahren. Keinesfalls werden die Kunden aufgefordert, Ausweiskopien per E-Mail oder WhatsApp zu übermitteln. Es sollten keine vertraulichen Daten wie Zahlungsdaten zum Online-Banking oder Depot preisgegeben werden. Es sollte keiner fremden Person ein Remote-Zugang zum Rechner erlaubt werden. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg oder eine unabhängige Finanzberatung bieten die Möglichkeit, Angebote zu prüfen. Im Betrugsfall sollten sich Betroffene an die Polizei wenden und Strafanzeige erstatten.

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