Handwerkskammer
Veränderungen kommen bei einigen Ausbildungsberufen

Schüler entdecken das Handwerk für ihre eigene Zukunft.
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Ortenau (rek). "Aktuell ist ein Rückgang der zum September neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse von rund zwölf bis 15 Prozent zu verzeichnen, erklärt die Handwerkskammer Freiburg. Dies liege auch daran, dass teilweise das Bewerberverfahren sowie die daran anstehenden Bewerbergespräche ausgesetzt worden seien oder bisher nicht durchgeführt werden könnten.

Zum Ausbildungsstart im vergangenen waren es im Kammerbezirk 2.402 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse, davon in der Ortenau 792. Aufgrund der aktuellen Situation sei es nicht möglich, für 2020 eine Zahl zu nennen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass aufgrund der wirtschaftlichen Lage und der Unsicherheit bezüglich der Corona-Pandemie zum Ausbildungsbeginn im Herbst ein Rückgang zu erwarten sei, so die Einschätzung der Kammer. Sie rechnet damit, dass im Zuge der schrittweisen Öffnung im Laufe der Monate Mai und Juni fundiertere Einschätzungen vorlägen, ob sich der Ausbildungsmarkt im Handwerk erkennbar verschiebt oder pünktlich zum 1. Oktober starte. Als zweiten Punkt fügt die Handwerkskammer an, dass der Mangel an Auszubildenden im Handwerk in den vergangenen Jahren so groß war, dass selbst bei Rückgängen in einzelnen Branchen oder einzelbetrieblicher Veränderung trotzdem keine große Gruppe von Schulabgängern ohne Ausbildungsplatz bleibe. Grundsätzlich sei aber entscheidend, wie sich das Konsumklima und beispielsweise die Bauwirtschaft in den nächsten Monaten weiterentwickeln würden.

Veränderungen sind aber bereits bei einzelnen Berufsbildern vorgezeichnet: Voraussichtlich gebe es eine modernisierte Ausbildungsordnung für Maler und Lackierer zum 30. September. Hinzu kommen Änderungen im Berufsbildungsgesetz. Sie betreffen die gestuften Ausbildungsgänge mit Möglichkeiten eine Teilzeitausbildung, die Mindestausbildungsvergütung, die Freistellung von Auszubildenden bei Berufsschulunterricht und vor schriftlichen Prüfungen, die Möglichkeit von Prüferdelegation bei Gesellen und Abschlussprüfungen, Möglichkeiten einer höherqualifizierenden Berufsbildung sowie die Einführung von Fortbildungsstufen wie einen Bachelor Professional.

Derzeit könnten die Kammer sowie deren angeschlossene Betriebe leider keine Berufsorientierungsangebote mit persönlichem Kontakt anbieten, da sowohl die Gewerbe Akademie mit ihren Lehrwerkstätten wie auch die allgemeinbildenden Schulen geschlossen seien. "Wir hoffen, dass sich nach den Sommerferien die Schüler wieder aktiv in unseren Werkstätten ausprobieren können", so die Einschätzung der Handwerkskammer. Dann böte die Kammer gemeinsam mit den Profis in den Betrieben von der eintägigen Olympiade der Talente, die dieses Jahr erstmals auch in der Ortenau angeboten werden soll, über einwöchige Werkstatttage für Gymnasien bis zu den zehntägigen Joberkundungstagen in Südbaden vielfältige praktische Angebote, damit Schulabgänger ihre Stärken und Neigungen entdecken könnten.

Aktive Azubis stellten in der Regel zudem als Ausbildungsbotschafter aus vielen Gewerken ihr Handwerk und ihren Berufsalltag in Schulklassen vor. Dabei könnten sie den Schülern auf Augenhöhe von ihren eigenen Erfahrungen auf ihrem Weg zum Beruf berichten. Derzeit böte sich bei den folgenden Plattformen die Möglichkeit, sich digital über Berufe im Handwerk zu informieren: Die Internetseite handwerk.de ist die Website des deutschen Handwerks. Sie liefert hilfreiche Tools, Infos, Bilder und Videos. Wer herausfinden möchte, welcher Handwerksberuf am besten zu ihm passt, kann dafür den praktischen Berufechecker nutzen. Die kostenfreie App "lehrstellen-radar.de" bringt freie Ausbildungsplätze direkt auf das Smartphone. Hier kann man ein eigenes Bewerberprofil erstellen und mit der Live-Umkreissuche auf die Jagd nach freien Stellen gehen. Ein gemeinsames Projekt des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) und den acht Handwerkskammern des Landes ist "handwerks-power.de". Im Bereich „Für Schüler“ warten Infos zu den Themen Berufswahl, Praktikum oder Bewerbung auf die Nutzer.

Damit Schulabgänger ihre Stärken und damit den passenden Beruf finden, können sie in einem ersten Schritt einen Berufsinteressenstest machen. Hat man den erfolgreich hinter sich gebracht, ist der nächste Schritt, unbedingt ein Praktikum in einem Betrieb zu absolvieren, um herauszufinden, ob die Vorstellung mit der Realität übereinstimmt.

Schüler entdecken das Handwerk für ihre eigene Zukunft.
Veränderungen bei der Ausbildungsordnung gibt es etwa bei Malern und Lackierern.
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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